Benefiz-Regatta und Drachenboot-Cup locken Menschen an die Donau

Der Sieg ist eine schöne Nebensache beim Donaucup. Vielmehr geht es um den Spaß, wenn die Teams vom Drachenboot-Rennen und der Regatta „Rudern gegen Krebs“ ihre Paddel oder Ruder schwingen.

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Sie hat es geschafft – lachend paddelte Tina Schäfer mit ihrem Drachenboot zurück zur Anlegestelle. Gewonnen hatte ihr Team den Zweikampf gegen das andere Patientenboot zwar nicht, aber ums Gewinnen ging es auch gar nicht. Vielmehr als Showeinlage paddelten Krebs-Patienten und Angehörige aus Ulm und Tübingen am Sonntag um die Wette. Und den Kampf gegen Krebs haben sie alle gewonnen, auch die 29-jährige Tina Schäfer.

Eigentlich waren auf der Benefiz-Regatta „Rudern gegen Krebs“ keine Drachenboote mehr zu sehen. Die hatten ihren Wettkampf schon am Samstag beim Donaucup ausgetragen. Bei beiden Veranstaltungen stand der Spaß am Sport im Vordergrund – am Sonntag vor allem für Krebspatienten.

„Es tut einem gut, sich auch mal auf etwas anderes zu konzentrieren“, sagte Schäfer. „Die Bewegung gibt einem die Lebensqualität zurück.“ Prof. Jürgen Steinacker, Leiter der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin, bestätigte das. „Ärzte reden immer über Risiken, das bedroht Patienten. Bei der Sporttherapie geht es um Chancen, um Hoffnung.“ Beim Sport gehe es immer ums Leben, das gebe vielen Patienten die Lebensfreude zurück. Grund genug für Steinacker vor zwei Jahren die Sportwissenschaftlerin Stephanie Otto nach Ulm zu holen. Nun hat sie die Benefiz-Regatta „Rudern gegen Krebs“ zum zweiten Mal organisiert.

Meldegelder, Spenden und Erlösanteile der Verpflegung gehen in die Finanzierung der Therapie. Rewe spendete 16.666 Euro und war mit 17 Booten an der Regatta beteiligt. „Bei 400 Mitarbeitern ist ja durchaus der eine oder andere von Krebs betroffen“, sagt Lutz Michalik, Eigentümer der Rewe-Michalik OHG. Da sei es ihm und den Partnern der anderen Märkte wichtig gewesen, hier dabei zu sein. „Und es ist ja auch eine Gaudi für alle.“

Fröhlich ging es schon einen Tag vorher beim Drachenboot-Rennen zu. Männer mit roten Umhängen und Römerhelmen, Frauen in antiken Tuniken und Menschen mit neonfarbenen T-Shirts tummelten sich am Donau-Ufer. Doch einer hatte den Überblick: Andreas Huber, Präsident des Ruderclubs, organisiert seit zwölf Jahren den Donaucup. Bisher gab es keine Schwierigkeiten, erzählt er. „Das Drachenboot-Rennen ist ja auch eher ein Fun-Sport, da geht es immer friedlich zu.“

Am Donauufer stand Dorothea Beine und feuerte ihren Mann an, der für die Stadt Ulm paddelte. „Der Start ist immer das Spannendste“, erzählte die 25-jährige Ulmerin. „Da sieht man gleich, welches Boot davonzieht.“

Ein paar Meter weiter kam die römisch verkleidete Mannschaft lachend aus ihrem Boot gestiegen. Sie klopften sich gegenseitig auf den Rücken und umarmten sich. Bei diesem Durchlauf waren sie davongezogen und hatten als erste die Ziellinie überquert – die Zeppelinos, eine Paddelmannschaft des VfB Friedrichshafen. „Man darf sich nicht an den anderen Booten orientieren“, sagt die 26-jährige Paddlerin Vanessa Kolb. Denn es geht ja nach den Zeiten der Boote aller Durchläufe, welche Mannschaften ins A-Finale und welche ins B-Finale kommen. Trotz allem Wettbewerbsgeist geht es ihr bei ihrem zehnten Donau-Cup aber auch um die gute Unterhaltung: „Es macht einfach Spaß, den ganzen Tag als Team zu verbringen, eigentlich ist es einfach wie eine Art Teambuilding.“

So sieht es auch die 31-jährige Madeleine Decker vom Team Peri. Der Teamgedanke sei wichtig, auch nach dem Donau-Cup würden sie viel gemeinsam unternehmen. Seit 18 Jahren sind sie dabei, und damit wohl am längsten von allen Mannschaften, erzählte Organisator Huber. „Wir trainieren ernsthaft auf den Cup“, sagt Madeleine Decker. „Bis jetzt standen wir jedes Jahr auf dem Podest“, wirft der 64-jährige Steuermann Christian Layer ein. Und heute? Heute wollten sie gewinnen, sagt Decker bestimmt. Welches der beiden Peri-Boote – das sei ihr egal.

Ergebnisse der A-Finale im Überblick

Frauen Klasse
1. Platz: Team TSV Albeck, Langenau 1:07,89; 2. Platz: Team under pressure, Kempten, Ulm 1:09,56 ; 3. Platz: Team Ri Ru Rewe, Ulm, 1:10,22

Mixed Klasse
1. Platz: 46 Team Schwenk – We like to MEP it, MEP it!, Ulm, 1:02,57; 2. Platz: Team Treibgut Beurer GmbH, Ulm 1:02,96 ; 3. Platz: Team URCD Steiler Zahn Geislingen, Geislingen an der Steige, 1:05,07

Männer Klasse
1. Platz: Team Zeiss Eins, Oberkochen, 1:01,96; 2. Platz: Team REWE Familie Mändle 2, Ulm, 1:06,13; 3. Platz: Team Die Schornis, Geislingen/Aufhausen, 1:06,69

Meisterklasse
1. Platz: Team URCD – ZuGleich, Ulm, 55,53; 2. Platz: Team Hautarztpraxis Hirschstraße Ulm, 57,78 ; 3. Platz: Team URCD Master of Desaster, Ulm, 1:01,98

Patientenrennen
1. Platz: Team Moby Dick, Ulm,1:16,28; 2. Platz: Team Rudi, Ulm, 1:19,49; 3. Platz Team Augustin, Ulm, 1:26,44

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