Beim „Donaurunning“ mit anderen Läufern messen

Donaurunning heißt das Projekt, das von 2018 an die beiden Städte verbinden soll: Mit einer ausgeschilderten Strecke und Vergleichsmöglichkeiten.

|
Schöner laufen: Wer wie Sebastian Vendt gerne an der Donau joggt, kann bald seine Zeit messen lassen.  Foto: 

In Neu-Ulm wird es Licht. Genauer gesagt: in Offenhausen. Genauer: um den Sportplatz herum. Denn dort führt eine neue Laufstrecke entlang, und wo es bislang dunkel ist, soll in Zukunft beleuchtet werden. „Donaurunning“ heißt das Projekt, dem das zu verdanken ist und das Ulm und Neu-Ulm sportlich miteinander verbindet. Die gut fünf Kilometer lange Strecke führt durch die Friedrichsau, über den Fußgängersteg nach Offenhausen, um den Sportplatz, durchs Herbelhölzle, über die Gänstorbrücke. Start und Ziel ist das Hans-Lorenser-Sportzentrum (HaLo).

Nicht ohne Grund: Der SSV 1846 hat das Konzept entwickelt, im HaLo sollen Läufer nach dem Start des Laufprojekts im kommenden Jahr Chips kaufen können, um ihre Zeit zu messen. Denn einfach so laufen kann ja jeder. Thorsten Kriependorf will aber nichts weniger als „Laufkultur kanalisieren, Läufer motivieren, eine Plattform mit Community-Charakter schaffen“. Der HaLo-Leiter hatte das Projekt vor Kurzem im Neu-Ulmer Verkehrs­ausschuss vorgestellt – denn finanziert wird es von den Städten, über einen Sonderetat der Ulm/Neu-Ulm Tourismus (UNT).

„So etwas gibt es bisher nur in Hamburg“, erläuterte Kriependorf. Alsterrunning heißt das im hohen Norden, doch auch an der Donau joggen immer mehr Menschen, nicht zuletzt der Popularität des Einstein-Marathons halber. „Die Laufkultur ist groß geworden.“ Und trotzdem hat es bisher keine ausgewiesene Laufstrecke in der Doppelstadt gegeben – wonach Besucher im HaLo aber immer wieder fragen würden, sagt Kriependorf.

Zeitmessung per Chip

Gemanagt wird das Donaurunning vom SSV 1846 als Betreiber, der die Laufstrecke auch ausschildert. In Betrieb gehen soll sie spätestens im Sommer 2018, wenn die Bauarbeiten für den Hochwasserschutz beendet sind (siehe Info-Kasten). Wer sich den leichten, etwa zwei mal vier Zentimeter großen Chip zulegt, bekommt seine Zeit angezeigt: auf Bildschirmen im HaLo, auf einer Website und per App. Zwischen fünf und zehn Euro soll der Chip kosten. „Die Zeitmessung wird durch das Passieren des Startpunktes aktiviert“, erklärt Kriependorf. Vier Messpunkte in Form von unauffälligen Stelen gibt es entlang der Strecke. „Das individuelle Ergebnis geht dann automatisch online“, erklärt Kriependorf. So kann man sich mit anderen vergleichen, beispielsweise mit Läuferinnen im gleichen Alter. Das geht auch anonym, versichert Sportmanager Fabian Göggel, beim SSV 1846 zuständig für das Projekt: „Ich kann mich auch Läufer X nennen.“ Die Daten würden für nichts anderes verwendet.

Auch touristisch soll die Strecke beworben werden. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg zeigte sich nach der Präsentation überzeugt, dass sich das Donaurunning herumsprechen wird: „Das motiviert, nach Ulm und Neu-Ulm zu kommen, um hier zu laufen.“ Der Aufwand sei überschaubar, die Imagebildung ein Gewinn. Stadträtin Christa Wanke (FDP) freut sich zwar, dass der sportliche Ehrgeiz angestachelt wird, sorgt sich aber auch: „Der Weg hat eine begrenzte Breite. Kommen sich da Spaziergänger und Läufer in die Quere?“ Worauf der OB grundsätzlich wird: „Das Thema Weg wird über kurz oder lang anstehen.“ Grundsätzlich müsse die Stadt im Uferbereich etwas tun, „aber nicht in den nächsten ein bis zwei Jahren“.

Erweiterung später möglich

Karl-Martin Wöhner (SPD) wollte noch wissen, ob der Weg sich auf zehn Kilometer erweitern ließe. Göggel bejahte. Andreas Schuler (FWG), selbst Läufer, glaubt, dass der fixe Start- und Endpunkt für manche zu umständlich sein wird. Die Idee sei eher ein Zusatzangebot „für Läufer, die sich gerne messen“.

Er kritisierte, dass so viel Geld für die Beleuchtung am Sportplatz ausgegeben wird: 100.000 Euro kosten die 21 LED-Leuchten, die auf einer Strecke von gut 600 Metern aufgestellt werden. „Gab’s keine beleuchtete Strecke?“ Noerenberg belehrte ihn: „Der Vorschlag kam von uns.“ Das Sportzentrum habe ohnehin eine Beleuchtung benötigt. „Das ist für uns eine Win-Win-Situation.“

Maßnahmen Seit langem ist ein Hochwasserschutz in der Friedrichsau geplant. Am Freitag ist nun Spatenstich für die Maßnahmen, die das Land und die Stadt gemeinsam umsetzen. Um den Bereich zwischen Stadion und Musterhauspark vor Hochwasser zu schützen, werden Dämme, flächige Geländeerhöhungen, Stahlbetonwände sowie mobile Hochwasserschutzwände errichtet.

5,15 Kilometer lang ist die Rundstrecke, die von und bis zum HaLo-Sportzentrum durch Ulm und Neu-Ulm führt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Betrunkener Autofahrer rammt Polizeiwagen - Drei Verletzte

Ein betrunkener Autofahrer hat in Eberhardzell (Landkreis Biberach) einen Polizeiwagen derart gerammt, dass ein Polizist im Auto schwer verletzt wurde. weiter lesen

Unfall mit Streifenwagen-