Fall Mesale Tolu: Beide OB zur Solidarität aufgerufen

Bundestagskandidatin der Linken: Erklärung allein hilft Mesale Tolu nicht. Sie fordert, dass die Oberbürgermeister beider Städte zu der Mahnwache am Freitag kommen.

|

Die Kandidatin der Linken im Ulmer Wahlkreis, Eva-Maria Glathe-Braun, fordert mehr Solidarität von den Oberbürgermeistern der Städte Ulm und Neu-Ulm für die Journalistin Mesale Tolu. Wie mehrmals berichtet, befindet sich die in Ulm geborene 33-Jährige seit dem 30. April zusammen mit ihrem zweijährigen Sohn Serkan in der Türkei in Haft.

„Sie teilt ihr Schicksal mit weiteren deutschen Staatsbürgern, die sich unter fadenscheinigen Vorwürfen in der Hand von Erdogan befinden“, schreibt Glathe-Braun an die OB Gunter Czisch (Ulm) und Gerold Noerenberg (Neu-Ulm) sowie an die Mitglieder der jeweiligen Gemeinderäte. Der Fall Tolu habe deutschlandweit ein mediales Echo ausgelöst und sei zuletzt sogar Gegenstand des Duells zwischen Angela Merkel und Martin Schulz gewesen.

Seit dem Tag der Inhaftierung der in Neu-Ulm lebenden Journalistin und Übersetzerin findet jeden Freitag am Rande des Münsterplatzes eine Mahnwache für Mesale Tolu statt, „aber auch für alle anderen in der Türkei zu Unrecht im Gefängnis sitzenden Menschen, heißt es in dem Brief. Jedoch vermissten die Veranstalter „bisher Ihre Anwesenheit bei diesen Veranstaltungen“, spricht die Bundestagskandidatin der Linken die OB direkt an.

Beispielhaft in Flörsberg

Dass Stadtoberhäupter anderswo Position bezögen, zeige das Beispiel der Geburtsstadt Flörsberg des ebenfalls in der Türkei inhaftierten Journalisten der „Welt“, Deniz Yücel. Dort hätte „Oberbürgermeister Michael Antenbrink die Mahnwache und die damit einhergehende Verteidigung der Pressefreiheit und der rechtsstaatlichen Prinzipien zur Chefsache erklärt“.

Die Veranstalter in Ulm seien überzeugt, dass die Teilnahme der beiden OB bei der Solidaritätskundgebung für Mesale Tolu ein wertvoller Beitrag zur baldigen Freilassung ist. Deshalb seien Czisch und Noerenberg „herzlichst“ zur Solidaritätskundgebung am Freitag um 18 Uhr eingeladen. Ihre Anwesenheit sei auch deshalb wichtig, da sich die im Juni in der gemeinsamen Erklärung der Städte geäußerten Forderungen und Hoffnungen nicht bewahrheitet hätten: „Die Haftbedingungen für Mesale Tolu und ihren Sohn sind nach wie vor nach menschlichen Gesichtspunkten inhuman. Sie erwartet ein gänzlich politisch motiviertes Gerichtsverfahren, welches nicht der Wahrheitsfindung dienen wird“, schreibt Glathe-Braun.

Der Prozess gegen die 33-Jährige soll am 11. Oktober in einem Vorort von Istanbul beginnen. Ihr drohen 15 Jahre Haft wegen Verbreitung von „Terrorpropaganda“. us

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Experte: Bei Neuwahlen könnten sich Ergebnisse verschieben

Im Falle einer Neuwahl im Bund hält der Politikwissenschaftler Michael Wehner eine Verschiebung bei den Ergebnissen für möglich. weiter lesen

Michael Wehner-