Begeisternd: „High Voltage!“ im Zelt

„High Voltage!“ – Das Hochspannungs-Varieté begeistert im ausverkauften Ulmer Zelt einmal mehr mit Comedy, Akrobatik und Schattenspiel.

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Für mich sind die Ulmer die Italiener Deutschlands.“ Derart jovial schleimte sich Moderator Rick sofort beim Publikum des Ulmer Zelts ein, während sein Partner Ferdi gleichzeitig den Charme eines Finanzbeamten versprühte. Das kongeniale Moderatoren-Duo von „High Voltage!“ erinnerte an Walter Matthau und Jack Lemmon zu ihren besten Zeiten.

Der selbstverliebte Sunnyboy Rick van Nöten (alias Stephan Mazoschek) und die linkische Rampensau Ferdinand Fachblatt (Ulrich Beckers) lieferten sich den ganzen Abend über spritzige Wortgefechte, bestachen mit Situationskomik und Musikparodie vom Feinsten. Die beiden, die sich „Lonely husBand“ – oder auch „Deutschlands dienstälteste Boygroup“ – nennen, verstehen ihr Handwerk auf allen Ebenen.

In allen Körperlagen

Mit Gitarre, Bass und E-Piano ausgestattet, rockten die Komiker über die Bühne, präsentierten die Akrobatik-Nummern und kommentierten sie: „Der sieht ja aus wie ein Pfadfinder auf Koks!“, stellte Rick gespielt empört fest, womit er das Outfit von Thomas Dürrfeld vom Jonglage-Duo „M. Lilley & Cortes Young“ meinte.Der Jongleur und seine Partnerin Marie Seeger warfen mit Bällen und Keulen in allen Körperlagen und beinahe traumwandlerischer Sicherheit. Nur ab und zu gingen ein Ball oder eine Keule ins Leere. Hinzu kam die geniale Choreografie, welche mit tänzerischen Elementen die Widersprüche einer Beziehung, das ständige Kräftemessen, Anziehung und Abwehr, aufzeigen sollte.

„High Voltage!“, das ist der an zwei Abenden ausverkaufte Unterhaltungsklassiker des Zelts. Den Atem raubten den Zuschauern auch zwei junge Damen aus Hessen, eineiige Zwillinge gar, die als „Duo Elja“ auftreten und mit ihrer Doppeltrapeznummer schon weltweit für Furore gesorgt haben.

Im Zelt zeigten Ele und Julia Janke ihre schnellen, gewagten Hand- und Fußwechsel, die mit langsamen, harmonischen Wechseln alternieren, nicht nur am Trapez, sondern auch an zwei Vertikalseilen in der Zeltmitte.

Viktoria Lapidus ist dagegen eine ganz andere Nummer. Das aus einer russischen Zirkusfamilie stammende Energiebündel zog das Publikum sofort mit seinem unnachahmlichen Charme und einem mit Selbstironie gespickten Humor in den Bann. In ihrem Leoparden-Samt-Kostüm wirbelte sie zu Mambo-Klängen mit Hula-Hoop-Reifen über die Bühne, ja, sprang gar in den Spagat. Dabei ist ihre Figur alles andere als athletisch – Rubens lässt grüßen! Aus dem Spagat mussten ihr dann auch Ferdi und Bühnenhelfer André hoch helfen . . .

Das genaue Gegenteil dazu Danilo Marder: durchtrainiert, kein Gramm Fett zu viel. Er ist Sport­akrobat und Handstandequilibrist. Seine Körperbeherrschung und Kraft sind phänomenal, wenn er auf zwei am Boden verankerten Metallstangen Handstände macht – auch einarmig und mit verdrehtem Körper – und sich dann in Zeitlupe Richtung Bühnenboden bewegt.

Wieder ganz anders: „C’est la vie“ vom Multitalent Julian Button. Der gelernte Musical-Darsteller und Zauberer präsentierte eine Kombination aus Schattenspiel und animierten Bildern, die auf eine Leinwand projiziert wurden. Da jagte zur Musik aus „Peter und der Wolf“ die Katze den Vogel, der Schwan aus „Karneval der Tiere“ glitt über einen imaginären See, und auch Darth Vader aus „Star Wars“ durfte als Schattenbild nicht fehlen.

Anhaltender Applaus und begeisterte Gesichter waren der Lohn für artistische und komödiantische Höchstleistungen unter der Regie von Maik M. Paulsen an diesem schönen Zelt-Abend.

Programm Was hat das Ulmer Zelt in dieser Woche so alles zu bieten? Zum Beispiel experimentierfreudige Tastenmusik mit Martin Kohlstedt am Mittwoch. Oder Rocksongs mit Royal Republic am Donnerstag. Fiddlers’s Green gastieren am Freitag in der Friedrichsau, und „Staatsfreund Nr.1“ schaut am Sonntag vorbei: der Deutsch-Marokkaner Abdelkarim.

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