Baugenossenschaft gegen Ausgrenzung

Die Baugenossenschaft Neu-Ulm sieht sich als soziales Korrektiv und will mit günstigen Mietwohnungen gesellschaftliche Ausgrenzung verhindern.

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Bei der Baugenossenschaft Neu-Ulm steht man wegen des Brandes in einem Mehrfamilienhaus in der Krankenhausstraße vergangene Woche noch unter Schock. Uwe Fliegner vom Vorstand sagte bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag im Edwin-Scharff-Haus: "Wir sind sprachlos." Es sei für ihn vollkommen unverständlich, wie jemand seine Wohnung anzünden kann und damit Mitbewohner gefährdet. Bei dem Brand der Maisonette-Wohnung musste das Haus mit insgesamt 45 Menschen evakuiert werden. Die Mieter der Wohnung im Alter von 58 und 78 sind nicht auffindbar. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Fliegner legte Wert auf die Feststellung, dass alle Mieter ein Prüfungsverfahren durchlaufen: "Manchmal gibt es aber einen Bruch in der Vita, das lässt sich nicht kontrollieren." Die massive Baustruktur des Hauses in der Krankenhausstraße 24 habe letztlich Schlimmeres verhütet. Die durch das Feuer zerstörte Wohnung werde wieder hergerichtet.

Die BGNU baut außerdem im nahegelegenen Braun-Areal und setzt damit einen weiteren Meilenstein in der westlichen Innenstadt. Dabei entstehen auch 22 Sozialwohnungen für Wohnungssuchende, die nur wenig Miete zahlen können. "Wir wollen einer Stigmatisierung entgegentreten", sagte Fliegner mit Blick auf das Zehnmillionen-Projekt in drei Bauabschnitten. Ein Teil der Baukosten wird durch den Verkauf von voraussichtlich 14 Wohnungen wieder eingespielt. Außerdem entstehen 22 normale Mietwohnungen. Fliegner legte Wert auf die Feststellung, dass die BGNU mit einer geringfügig auf 5,25 Euro pro Quadratmeter gestiegenen Durchschnittsmiete ein Fünftel unter dem Niveau des Mietspiegels liegt.

Die BGNU verfügt über insgesamt 417 Wohnungen, teils gemeinsam mit der BSG Allgäu in Kempten. Daher geht es nicht nur um Neubauprojekte, sondern auch um die Sanierung des Altbestands, wie in der Eck- und Silcherstraße.

In der Eckstraße 10 wurde ein solches Vorhaben bereits umgesetzt, dabei ist auch eine Seniorenbegegnungsstätte in Kooperation mit der Awo entstanden. Außerdem wurde ein neuer kommunikativer Innenhof geschaffen, den Jugendliche als Fußballplatz nutzen. Fliegner: "Es kam zu Konflikten und Beschwerden." Er warb bei den Bewohnern um Verständnis und forderte: "Reden Sie normal mit den Kindern."

Bei der Versammlung gab es auch Wahlen zum Aufsichtsrat: Vorsitzender Max Geiger und Alexander Köstler wurden jeweils einstimmig wiedergewählt.

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