Barockes aus Italien für Ungarns König

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Muss man den Namen Antonio Caldara kennen? Der italienische Zeitgenosse Bachs, Händels und Telemanns wurde im Rahmen des Donaufestes ins Bewusstsein von rund 250 Barockfreunden katapultiert.

Caldaras "Oratorio di Santo Stefano, primo Re dell"Ungheria" setzte dem Heiligen Stefan, dem ersten ungarischen König, 1712 ein tönendes Denkmal. Frisch und ideenreich inszeniert kam das Werk - quasi eine verkappte Oper - zur maßstabsetzenden Aufführung durch das ungarische Savaria Barock-Orchester und vier ausdrucksstarke Gesangssolisten, die Pál Némeths Leitung zu einem absolut homogenen Klangkörper verschmolz. Wer hier mogelt, hat verloren. Doch alle Tücken wurden mit der Präzision eines Uhrwerks gemeistert, das Münster steuerte das Passepartout und auratischen Nachhall bei.

Das zehnköpfige Kammerorchester, darunter die Continuo-Gruppe mit Cembalo, Cello und 13-saitiger Theorbe, spielte mit Verve auf historischen Instrumenten, die Solisten sangen wunderbar textklar auf Italienisch in historischen Kostümen aus der Zeit König Stefans (969-1038). Flankiert wurde das Aufgebot von zwei großen Leinwänden, die nach einer klugen Idee des Dirigenten einerseits den deutschen Untertiteln dienten, andererseits mit Bildern von Stefan-Denkmälern, religiösen Darstellungen und Landschaftsgemälden das Oratorium illustrierten, Eindrücke von Ungarn vermittelten, aber auch einer gewissen Monotonie des Non-Stopp-80-Minüters vorbeugten.

Die Titelpartie sang der international gefragte Countertenor Randall Scotting. Faszinierend, wie er Koloraturpassagen ebenso brillant und leicht nahm wie Mónika González lupenrein warmer Sopran als Königin. In Arien, Rezitativen und Duetten ging es affektbetont mit Tenor Dávid Szigetvári in Mönchskutte und Bass László Jekl als Ratgeber um die Christianisierung des Landes. Langer Applaus, stehende Ovationen.

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