Bahn soll Finanzierungsvertrag nachkommen

Stuttgart 21 wird gebaut. Damit soll die Bahn auch die Abgänge vom Ulmer Bahnhofsteg zu den Gleisen bauen. Und zwar bald, sagen die SPD-Räte.

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Die Deutsche Bahn soll jetzt den Zugang zu den Bahnsteigen im Ulmer Hauptbahnhof erleichtern, nachdem die Gleise im Westen für den Bau einer Unterführung nicht vor 2020 und damit später als erwartet freigegeben werden. Das fordert die SPD-Ratsfraktion. Stadtrat Hartmut Pflüger sagt: "Wir wollen nicht noch einmal acht Jahre untragbare Zustände haben", mit Barrieren nicht nur für Menschen mit Behinderungen und Umwegen allerorten. Deswegen solle die Bahn an den ersten drei Bahnsteigen jetzt Auf- beziehungsweise Abgänge vom Steg zu den Gleisen schaffen.

Stadtrat und Landtagsabgeordneter Martin Rivoir verleiht der Forderung Nachdruck mit einem Verweis auf den Finanzierungsvertrag zu Stuttgart 21, der auch die Neubaustrecke und die Einfahrt in den Ulmer Hauptbahnhof beinhaltet. Da heißt es: "Zugangsmöglichkeiten zu den Bahnsteigen sollen geschaffen werden." Wie aus einer entsprechenden Antwort des Verkehrsministers Winfried Hermann an Rivoir hervorgeht, seien Treppen- und Aufzugsanlagen zum Fußgänger- und Radfahrersteg der Stadt Ulm "weiterhin Bestandteil des Verfahrens", auch wenn die Stadt den Bau des Stegs auf eigene Kosten vorgezogen habe. Allerdings hat sich die Bahn Hermann gegenüber nicht zu Realisierung und Finanzierung eingelassen. Unterdessen will die SPD auch, dass die Bahn den direkten Zugang vom Busbahnhof zum benachbarten so genannten Bayerischen Bahnhof und damit zu Gleis 1 öffnet.

Den Bau von Aufzügen zum Bahnhofsteg hat zuletzt Kollege Siegfried Keppler von der CDU immer wieder aufs Tapet gebracht, um die Planungen für den Ulmer Citybahnhof überhaupt zu entzerren. Damit nämlich könnte die Blauverlegung im Westen des Hauptbahnhofs ausgesetzt werden, für die es mittelfristig keinen Platz von der Bahn gebe. Sie ist andererseits Voraussetzung für die geplante neue Fußgängerpassage zwischen Schiller- und Bahnhofstraße, die dann erst neue Aufgänge zu den Gleisen schafft.

Die neue Sachlage fürs Citybahnhof-Projekt rechtfertigt für Pflüger auch, dass jetzt statt mit dem Tunnel im Westen mit dem Parkhaus im Osten begonnen wird. Dessen Bau empfehle sich akut noch aus zwei anderen Gründen: als Ersatz für die Sedelhof-Garage und im Vorfeld für die neue Haltestelle Hauptbahnhof.

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