B 10-Ausbau in Neu-Ulm geht weiter

Im Gewerbegebiet wird die Europastraße über eine 14 Millionen Euro teure Brücke geführt. Wann die Arbeiten starten, ist aber noch ungewiss.

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Die Europastraße soll die Kreuzung Otto-Hahn-/Otto-Renner-Straße als Brücke überspannen (Ansicht von Osten). Die Kreuzung wird zum Kreisverkehr umgebaut.  Foto: 

Der Ausbau der Europastraße (B 10) rückt weiter nach Osten vor. Nach dem Umbau der Anschlussstelle Neu-Ulm, der Kreuzung mit der Memminger Straße sowie der Kreuzung mit der Reuttier Straße haben die Planer nun die nächste Schnittstelle im Visier. Im Gewerbegebiet wird die auf zwei Fahrspuren je Richtung erweiterte B 10 den künftigen Kreisverkehr an der Otto-
Hahn-/Otto-Renner-Straße mit einer Brücke überspannen. Der Neu-Ulmer Stadtrat hat der Planung zugestimmt.

Die Brücke wird inklusive Auf- und Abfahrtsrampen fast 900 Meter lang und kostet 14 Millionen Euro. Der Bund und die Stadt teilen sich die Kosten, auf Neu-Ulm kommen knapp 7,2 Millionen Euro zu. Im Vergleich zur Kostenschätzung aus dem Jahr 2014 wird die Brücke nach der neuesten Berechnung rund 2,5 Millionen Euro teurer. Das liege unter anderem an den gestiegenen Baukosten, sagte Sonja Baumberger, Abteilungsleiterin beim Staatlichen Bauamt Krumbach. Der Stadtrat hatte sich vor einem Jahr aus Kostengründen für eine Brücke und gegen eine noch teurere Unterführung entschieden.

Wann mit dem Bau begonnen wird, ist noch unsicher. Im besten und damit schnellsten Fall rechnet Baumberger mit einem Baustart im November 2018. Falls aber ein Planfeststellungsverfahren notwendig wird, könnte sich der Baubeginn um locker eineinhalb Jahre nach hinten verschieben, auf Mitte 2020 also.

OB Gerold Noerenberg reagierte ungehalten auf den vorgestellten Zeitplan. Ihm dauert der Ausbau der Europastraße ohnehin schon zu lang, und er hat die staatliche Behörde im Verdacht, daran schuld zu sein. Baumberger wies die Vorwürfe zurück: „Wir haben nicht geschlampert oder verzögert.“

Wie es nach dem Umbau an der Otto-Hahn-/Otto-Renner-Straße mit dem Ausbau der B 10 weitergeht, ist noch offen. Der Planfestellungsbeschluss für die Strecke zur Anschlussstelle Nersingen liegt zwar vor. Dagegen wurden aber zwei Klagen eingereicht. Der Freistaat arbeite gerade an einer Klageerwiderung. Dann geht die Sache vor Gericht.

Kommentar zum Ausbau der Europastraße: Nicht schön, aber gut

Einen Schönheitspreis wird die Europastraßenbrücke nicht gewinnen, da hat Sonja Baumberger vom Staatlichen Bauamt Krumbach schon recht. Auch wenn sich die Planer der Behörde bemüht haben, dem 900-Meter-Koloss eine etwas leichtere Anmutung zu verpassen, zu machen ist da nicht viel. Kein Wunder, dass viele Stadträte eigentlich lieber eine Unterführung gehabt hätten. Sicher, wäre schöner gewesen. Aber viel teurer. An dieser Stelle ist es richtig, auf die günstigere Variante zu setzen. Im Gewerbegebiet tut’s auch eine Brücke.

Der Verkehr dort zeigt, dass der Ausbau der Europastraße auf zwei Fahrspuren in jede Richtung und der Umbau der ampelgesteuerten Kreuzung zum leistungsfähigeren Kreisverkehr notwendig ist. Die Zahl der Autos und Lastwagen hat an dieser Stelle so zugenommen, dass es selbst außerhalb der Stoßzeiten Staus gibt. Nachdem die Europastraße Richtung Westen schon überall ausgebaut ist, bleibt die Kreuzung mit der Otto-Hahn- und Otto-Renner-Straße übrig als nächster, folgerichtiger Abschnitt.

Bis diese Kreuzung umgebaut ist, dauert es freilich noch ein paar Jahre – falls ein Planfeststellungsverfahren notwendig wird, sogar nochmal mindestens eineinhalb Jahre länger. In diesem Fall müssten sich die Stadträte darauf einstellen, dass es nicht bei 14 Millionen Euro Baukosten bliebe.

Ein Kommentar von Chirin Kolb.

Baurecht Wird eine Bundesstraße umgebaut, ist nach dem Bundesfernstraßengesetz grundsätzlich ein Planfeststellungsverfahren notwendig. Es dauert in der Regel bis zu eineinhalb Jahren. Bevor es nicht abgeschlossen und Baurecht erteilt ist, rückt kein Bagger an.

Ausnahme Es gibt eine Möglichkeit, um dieses aufwendige Verfahren abzukürzen: wenn ein „Fall unwesentlicher Bedeutung“ vorliegt. Das geht dann, wenn zum Beispiel mit allen vom Bau betroffenen Grundstückseigentümern Einvernehmen hergestellt ist und andere öffentliche Belange nicht berührt sind. Das Staatliche Bauamt Krumbach als Bauherr bemüht sich nun, mit den Grundstückseigentümern entsprechende Vereinbarungen zu schließen. Das würde das Verfahren abkürzen, Baubeginn könnte dann frühestens Ende 2018 sein.

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