Autonomes Fahren: Letzte Hoffnung Hermann

Testfeld fürs Fahren ohne Fahrer:  Ein Abgeordneter spricht von politischer Entscheidung, der andere nur auf Anfrage. Beide hoffen auf ein Ministerwort.

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Es ist ein Dreikampf zwischen Ulm, Karlsruhe und Stuttgart. Nach allem, was zu hören ist, ein Ringen auf Augenhöhe und in Bezug auf die Experten-Jury eine Zielfoto-Entscheidung. Aber: Am Ende haben sich die Experten einstimmig dafür ausgesprochen, dass Karlsruhe den Zuschlag für ein Testfeld fürs fahrerlose (autonome) Fahren bekommen soll. Die Enttäuschung darüber ist in Ulm riesengroß (wir berichteten).

Die Landtagsabgeordneten Martin Rivoir (SPD) und Jürgen Filius (Grüne) haben aber noch Hoffnung. Beide Ulmer setzen auf Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und dessen Ruf, schon auch mal unkonventionell und gegen das Votum eines versammelten  Expertenverstands zu entscheiden. Filius, der als Mitglied der Regierungspartei zum Thema bisher geschwiegen hatte, sagte auf Anfrage: Er habe am Freitag mit Hermann gesprochen. Morgen folge eine zweite Konsultation. „Das Thema ist für Ulm noch nicht vom Tisch.“ Hermann habe zugesichert, sich unbefangen ein eigenes Bild von den Bewerbungen und den Aussagen der Jury zu machen.

Es ist so, dass unter der alten grün-roten Landesregierung das Wirtschaftsministerium die Federführung im Forschungsfeld autonomes Fahren hatte. Mit dem  Regierungswechsel soll nun final der Verkehrsminister entschieden, auf den auch Rivoir setzt. Er, der von der harten Bank der Opposition keinen direkten Draht mehr hat in die Regierung hinein, merkt jedoch an: Der Einfluss  des neu geordneten Wirtschaftsministeriums sei weiterhin gegeben. „Und da ist jetzt Katrin   Schütz Staatssekretärin.“ Die ist CDU-Generalsekretärin und – Karlsruherin. Rivoir  spricht deshalb offen aus, was auch andere Ulmer Kreise vermuten: „Alles deutet auf eine rein politische Entscheidung hin.“

Die Rivoir nicht so ohne Weiteres hinnehmen möchte, sollte Hermann nicht umschwenken. „Dann“, sagt Rivoir, „sollte der alte Gedanke wieder aufgegriffen werden.“ Damals war hinter den Kulissen diskutiert worden, das komplexe Forschungsthema aufzusplitten und an zwei Standorte zu vergeben. Und  zwar ganz im Sinne der Einheit des Bundeslandes  in eine Stadt in Baden und eine in Württemberg.

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