Auszeichnung für Versöhner

Hans Supritz setzt sich seit über 30 Jahren für die Donauschwaben ein. Für sein Engagement hat er am Montag das Bundesverdienstkreuz erhalten.

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Hans Supritz ist stolz auf das Bundesverdienstkreuz.Foto: Lars Schwerdtfeger

Der Ort seiner Geburt hat ihn geprägt: Hans Supritz, heute 73, wurde 1939 in Batschka-Palanka geboren. Damals zählt das Städtchen zum Königreich Jugoslawien, zwei Jahre später gehörte es zu Ungarn, heute zu Serbien. Im Ort lebten stets Menschen unterschiedlichen Glaubens. "Rechts lebte der Serbe, links der Jude, wir Donauschwaben mittendrin", so beschreibt es Supritz. Davon erzählt habe ihm der Vater, der "der beste Lehrmeister im Zusammenleben mit Anders-Nationalen" gewesen sei. Der Vater erinnerte sich, der Sohn nahm die Erzählungen auf Kassetten auf. Die Geschichten von früher, von Achtung voreinander haben Supritz so geprägt, dass er sich seit 30 Jahren für die Donauschwaben einsetzt - so ist er unter anderem Vizepräsident des Weltdachverbands der Donauschwaben und hat etwa Anteil daran, dass an Orten ehemaliger Vernichtungslager Gedenkstätten errichtet wurden.

Für seinen Einsatz erhielt Supritz am Montag im Ulmer Rathaus das "Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland". Der Ulmer OB Ivo Gönner und der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall würdigten Supritz in Anwesenheit vieler Gäste als Mann, der in der donauschwäbischen Herkunft verwurzelt sei. Das habe aber nichts mit Folklore zu tun, sondern "Ihnen geht es um Versöhnung" (Gall).

Dabei hätte es anders kommen können, Supritz hätte ob seiner Kindheit schlicht verbittert werden können. "Ein schlimmes Leben" sei es gewesen. Als er fünf Jahre alt war, wurden seine Eltern und er in Arbeitslager eingewiesen. Als er 1954 mit der Familie nach Ulm kam, war die erste Station das Auffanglager in der Sedanstraße. 1969 heiratete er Brigitte Dorsch, bekam mit ihr zwei Kinder, arbeitete als Radiomechaniker, studierte später Nachrichtentechnik. Die Bundesrepublik ist "längst neue Heimat" geworden. Auch deswegen empfinde er die Auszeichnung als "Ehre und Freude".

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