Auszeichnung für ein Lebenswerk

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Gehört zu den weltweit meistzitierten Wissenschaftlern: Alzheimerforscher Heiko Braak.  Foto: 

Der deutschlandweit höchstdotierte Preis für Alzheimerforschung geht an einen Ulmer Wissenschaftler. Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung zeichnet damit Heiko Braak für sein Lebenswerk aus. Der 79-Jährige ist seit 2009 Seniorprofessor an der Ulmer Uni-Klinik für Neurologie/Zentrum für Klinische Forschung. Der Preis ist mit 100 000 Euro dotiert, teilt die Stiftung mit.

Braak, 1937 in Kiel geboren, gilt als einer der weltweit einflussreichsten und meistzitierten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung. So analysierte er Tausende von Gehirnschnitten, um zu verfolgen, ob und wie sich die Krankheit im Gehirn eines Alzheimerpatienten ausbreitet und wo sie beginnt. Tatsächlich konnte Braak zeigen, dass die Erkrankung relativ lokal beginnt und sich mit der Zeit nach einem genauen Schema im Gehirn ausbreitet. Dies ermöglichte ihm, die Erkrankung in verschiedene diagnostische Stufen einzuteilen.

Die Braak-Stufen I-VI zur Einteilung der Alzheimererkrankung sind mittlerweile weltweit zu einem unverzichtbaren Standard geworden, die zugehörige Publikation aus dem Jahre 1991 gehört zu den wichtigsten Arbeiten in der gesamten Alzheimerforschung. Denn die Braak-Stadien bieten Wissenschaftlern eine einheitliche und vergleichbare Basis, die es erlaubt, nach genau festgelegten Kriterien das Fortschreiten der Alzheimererkrankung exakt zu bestimmen. Eine ähnliche Stufeneinteilung konnte Braak auch für die Parkinsonerkrankung und nun auch für die Frontotemporale Demenz einführen. „Heiko Braak ist mit dem Konzept einer sich ausbreitenden Pathologie ein visionärer Vordenker der gesamten Neurodegenerationsforschung“, sagt Prof. Christian Haass, Kuratoriumsmitglied der Hans und Ilse Breuer-Stiftung.

Braak, bis zur Emeritierung im Jahr 2002 Professor am Institut für Klinische Neuroanatomie der Uni Frankfurt, forscht weiterhin aktiv in Ulm. Seine fundamentalen Erkenntnisse will er jetzt für eine hochmoderne Studie anwenden, um seine bisher zweidimensionalen Gewebeuntersuchungen im gesamten Gehirn mit Hilfe modernster dreidimensionaler Mikroskopiertechniken zu erweitern.

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