Das Jugendsinfonieorchester Weißenhorn

Das Sinfonieorchester des Kopernikus-Gymnasiums freut sich nach dem dritten Platz beim Deutschen Jugendorchesterpreis auf seine Italienreise – zunächst aber ist Weihnachtskonzert.

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Jeden Freitagnachmittag wird geprobt: Das Sinfonieorchester aus Weißenhorn unter Leitung von Karoline Mauer.  Foto: 

Freitagnachmittag am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium (NKG): Während viele Schüler ins Wochenende stürmen, wird in den Musikräumen für das Weihnachtskonzert geprobt. Doch einige Schüler des Jugendsinfonieorchesters sind in Gedanken nicht bei der „Missa Brevis“ von Jacob de Haan, sondern in Italien. „Kann man im Comer See schwimmen?“, fragt eine Schülerin die Dirigentin Karoline Mauer.

Die Vorfreude auf die Orchesterreise ins italienische Valmadrera ist bei den 50 Schülern im Alter zwischen 13 und 18 Jahren groß. Im Mai geht es los – und sie haben es sich auch verdient: Die Weißenhorner hatten beim Deutschen Jugendorchesterpreis den dritten Platz erreicht. Dafür gab es 1000 Euro Preisgeld, die nun in die Reise fließen. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Jugendorganisation Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) verliehen. „Eine tolle Bestätigung unserer Arbeit als Lehrer und unseres musikalischen Gymnasiums“, sagt Schulleiter Klaus Schneikart.

Der Fokus der Bewertung lag unter anderem auf der Beteiligung der Jugendlichen, und da stachen am NKG sieben Abiturienten hervor: Nachdem sie in einem P-Seminar die Grundlagen des Dirigierens erlernt hatten, wollten sie als Abschluss ein Konzert mit dem Konzept „Schüler dirigieren Schüler“ planen. Die Idee gefiel, und so bewarb sich das Orchester damit bei der JMD. Gemeinsam mit vier weiteren Orchestermitgliedern setzten die Jugendlichen in Eigenregie die Idee um: Sie kümmerten sich um Stückauswahl, Öffentlichkeitsarbeit, Moderation, Organisation. So entstand Anfang des Jahres ein Konzert, das als „Drehtag“ mit Filmmusik aus Klassikern wie „Indiana Jones“ und Schauspiel­einlagen inszeniert wurde – inklusive Regisseur, Mumien und viel Beifall.

Gemeinsam mit dem Cellisten Alexej Grauberger stand Karoline Mauer den Schülern nur bei Fragen zur Seite. Wie hat das funktioniert? „Es war eine besondere Art der Kommunikation, man strengt sich im Orchester extra an“, sagt die 18-jährige Caterina Cozzi. Und auch die 14-jährige Larissa Frank war begeistert: „Ich fand es toll, dass die Abiturienten den Mut hatten zu dirigieren. Das Orchester war stolz.“

Vom dritten Platz erfuhren die Schüler im Sommer. Die Leiterin Karoline Mauer, zu der Zeit im Urlaub, bekam das Ergebnis erst durch eine Glückwunsch-E-Mail von einer Schülermutter mit. „Die Schüler haben die ganze Arbeit gemacht, dann sollen sie auch als erstes die Info bekommen“, sagt sie und lacht. Weitere Wettbewerbe kann sich die Dirigentin durchaus vorstellen: „Aber die Besten gehen nun. Man fängt eben immer wieder von vorne an und in dem Jahr hatte einfach alles gepasst.“ Denn die Besetzung verändert sich mit jedem neuen Schuljahr.

Die große Belohnung gibt es dann mit der Reise an den Comer See. Jetzt steht aber erst ein anderer Termin auf dem Plan: Das Weihnachtskonzert des NKG, bei dem die verschiedenen Orchester und Chöre des Gymnasiums auftreten. So auch das Sinfonieorchester – dieses Mal aber gemeinsam mit dem Großen Chor.

Wettbewerb Alle zwei Jahre verleiht die Jeunesses Musicales Deutschland (JMD), die nach eigenen Angaben größte musikalische Jugend-Kulturorganisation der Welt, den Preis. Von Januar bis Juli besuchte und bewertete eine Jury bundesweit die Konzerte von 14 nominierten Orchestern.

Termine Am Mittwoch, 20. Dezember, 19 Uhr, spielt das Orchester beim Weihnachtskonzert in der Stadtpfarrkirche. Am Donnerstag, 17. Mai, 19.30 Uhr, ist in der Fuggerhalle das Auftaktkonzert zur Konzert­reise. sak

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