Ausgeschiedener Kandidat Salzmann wirbt in Anzeigen für OB Noerenberg

Wende im Neu-Ulmer OB-Wahlkampf. Das heißt nicht, dass sich der Wind gedreht hätte zwischen den Kontrahenten Gerold Noerenberg (CSU) und Dr. Detlef Kröger (parteilos, unterstützt durch SPD, Grüne, FWG, FDP).

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  • Der Schauspieler Heinz Koch (links) ist für Gerold Noerenberg. Und auch den Ex-OB-Kandidaten Stephan Salzmann (rechts) drängt es kurz vor knapp nicht mehr in die Mitte, sondern zum amtierenden OB. Kaplan Andreas Hartmann (Mitte) empfahl seinen Schäfchen zwar keinen Namen, aber: "Wählen Sie christlich." Fotos: Oliver Schulz, St. Johann Baptist, Volkmar Könneke 1/4
    Der Schauspieler Heinz Koch (links) ist für Gerold Noerenberg. Und auch den Ex-OB-Kandidaten Stephan Salzmann (rechts) drängt es kurz vor knapp nicht mehr in die Mitte, sondern zum amtierenden OB. Kaplan Andreas Hartmann (Mitte) empfahl seinen Schäfchen zwar keinen Namen, aber: "Wählen Sie christlich." Fotos: Oliver Schulz, St. Johann Baptist, Volkmar Könneke
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Wende im Neu-Ulmer OB-Wahlkampf. Das heißt nicht, dass sich der Wind gedreht hätte zwischen den Kontrahenten Gerold Noerenberg (CSU) und Dr. Detlef Kröger (parteilos, unterstützt durch SPD, Grüne, FWG, FDP). Denn wem er ins Gesicht bläst, weiß niemand so recht auszumachen, gilt das Rennen um den Chefsessel im Rathaus vor der Stichwahl doch als offen.

Nein: Auf ein eher zaghaftes Pro für den amtierenden OB Noerenberg noch in einer Phase, als er selber Bewerber war, ließ der mit respektablen 12,5 Prozent nach dem ersten Wahlgang ausgeschiedene PRO-Neu-Ulm-Kandidat Stephan Salzmann ein Zaudern und Zögern folgen. Die PRO-Spitze empfahl lediglich: "Gehen Sie zur Stichwahl!" Unterstützung klingt anders.

Nämlich so, wie derselbe Salzmann sie nun kurz vor dem finalen Wahlgang am Sonntag in der kaum zu überbietenden Rhetorik des Bekenners von sich gibt. In Zeitungsanzeigen offenbart er, warum er Noerenberg wählt: Weil ein OB "Weitblick und scharfe Sichtweise" benötige. Damit nicht genug: "Integer, authentisch, kompetent, erfahren, kantig, echt, offen, volksnah" - diese Attribute verleiht Salzmann dem seit zehn Jahren amtierenden Noerenberg, der trotz all dieser Fähigkeiten am 16. März nicht über 46 Prozent hinausgekommen war. Im Übrigen: Warum hat Salzmann überhaupt kandidiert, wo er so von Noerenberg überzeugt ist? Zu Noerenbergs Fans zählt mittlerweile auch Heinz Koch, jedenfalls in Annoncen. Ganz Theatermann sieht der Prinzipal des Theater Neu-Ulm im "Ober-Bürger-Meister eine Hauptrolle", für die nur der CSU-Kandidat in Frage komme. Kochs Aussage kommt aus zweierlei Gründen überraschend: Zum einen trat er bisher nicht als sonderlich Noerenberg-nah in Erscheinung, ließ eher häufiger mal Kritik anklingen wegen der seiner Ansicht nach zu schmalspurigen kommunalen Förderung der Kultur in Neu-Ulm im Allgemeinen und seines Theaters im Besonderen. Außerdem war Koch mal FDP-Mitglied, gehörte dann der SPD an, ehe er nun einen CSU-Mann favorisiert.

In Bezug auf Verlässlichkeit lobt man sich da die hohe Geistlichkeit. Da weiß man, woran man ist - in Bayern allemal, auch wenn Neu-Ulm in seiner Grenzlage ja nur ganz knapp Bayern ist und früher mal "Ulm rechts der Donau hieß".

Der Vermutung, die meisten katholischen Hochwürden stünden im Freistaat eher der christlichen als anderen Parteien nahe, mochte der junge Kaplan Andreas Hartmann nichts entgegensetzen. Hartmann hielt am Tag der Kommumnalwahl am 16. März beim Familiengottesdienst in St. Johann Baptist die Predigt - und sich mit Namen zurück. Um seinen Schäflein dann aber zum Ende des Gottesdienstes mit auf den Heimweg zu geben: "Wählen ist eine christliche Pflicht. Es stehen ja auch einige Mitglieder aus der Gemeinde zur Wahl in den Stadtrat. Und denken Sie daran: Wählen Sie christlich. Das ist immer gut."

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Kommentare

28.03.2014 08:00 Uhr

Salzmmann sollte bei seinen Brillen bleiben

... obwohl ich von denen auch nicht so begeistert war und beim Mitbewerber gekauft habe... Eigentlich eher weniger begeistert von ihm und seiner Frau...

Aber bei ihm kann man wohl sagen: Schuster, bleib bei Deinem Leisten!

(Und sehr schön ists in seinen Geschäften ja, da kann man nichts sagen!!)

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27.03.2014 21:14 Uhr

Gut Holz ! für den Lukas ! jenen Wart der MMP

*Wie soll ein Muslim oder andere NICHT-Christen wählen? christlich? oder mit Verstand???*

Ha !, bekanntlich am Besten mit beidem !, denn dann kann er weder jene "C""D"U noch jene "C""S"U wählen !!!

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Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

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27.03.2014 17:58 Uhr

Ist da jemand ein Feigling?

Man kann über die Anzeigen von Herrn Salzmann und Herrn Koch ja unterschiedlicher Meinung sein, ich finde das zumindest bei Herrn Salzmann auch etwas befremdlich. Außerdem heißt für mich als Christ "christlich wählen" nicht unbedingt, dass die Partei meiner Wahl ein "C" im Namen hat, sondern auch die christlichen Ziele am besten umgesetzt werden. Auch das sollte man bedenken, wenn man denn mal genau drüber nachdenkt. Aber was mich am meisten an diesem Artikel, der ja eigentlich ein Kommentar ist, stört, ist folgendes: Wer steckt eigentlich dahinter? Hat da jemand Angst? Oder warum wird er sowohl hier im Netz als auch in der Printausgabe von heute anonym veröffentlicht?

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27.03.2014 16:03 Uhr

Micky-Maus-Partei

Eine Frage hätte ich schon an den Herrn Salzmann: Wie soll ein Muslim oder andere NICHT-Christen wählen? christlich? oder mit Verstand???

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27.03.2014 13:24 Uhr

Soso

Ein besserer Gegenkandidat als Kröger hätte Noerenberg gar nicht passieren können. Da wird er doch glatt über die olle Die-Feinde-meiner-Feinde-sind-meine-Freunde-Schiene schön die Reihen geschlossen kriegen.

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27.03.2014 12:30 Uhr

Lieber mal Motive erfragen

Das ist ja mal wieder ein Fundstück. Das schreit gerade zu nach einer Antwort.

Leider hatten nur drei (!) Männer (!) für das Amt des Neu-Ulmer Oberbürgermeisters kandidiert.
Die OB-Wahl ist eine reine Persönlichkeitswahl. Auch, wenn Kandidaten von Parteien und Gruppierungen unterstützt werden. Jede Wählerin, jeder Wähler entscheidet jeder subjektiv, wen er am liebsten an der Stadtspitze hätte. Damit wählt sie oder er keineswegs auch die Partei (en), welche den Kandidaten unterstützen. Das sieht man am deutlichsten, wenn mehrere Parteien einen Kandidaten unterstützen. Ich habe mich nicht für die CSU und gegen andere Parteien positioniert, sondern für Noerenberg. Und das hat seine Gründe, die sich zum Teil gepfeffert haben.

Klar - mein Hauptkriterium war und ist: Wie viel hat ein Bewerber für Künstler, Kunst und Kultur (im weitestenSinne) übrig. Da hatte ich den unangefochtenen Favoriten Stephan Salzmann. Nachdem der nicht in die Stichwahl gelangt ist, votiere ich nun eindeutig für Gerold Noerenberg - zumal er aus meiner Sicht und Erfahrung, nach meinen Kenntnissen und den mir vorliegenden Informationen auch in vielerlei sonstiger Hinsicht der jetzigen Duell-Situation absolut Richtige ist.

Nochmals zu den Parteien und Gruppierungen, welche in Opposition zu Gerold Noerenberg eine (wohl zeitlich äußerst limitierte Koalition gebildet haben): Von einigen Repräsentanten dieser Parteien und Gruppierungen habe ich in meiner Eigenschaft als Ehrenamtler einiges Unschöne erfahren. Und das Theater hat sie viel weniger interessiert als gerade Noerenberg.

Niemand muss meine Meinung teilen, absolut nicht. Aber schön wäre es (ist allerdings auch unbequemer), sich mal nach meinen Motiven zu erkundigen. Und dann wäre auch schön, meine Unabhängigkeit zu registrieren und womöglich zu honorieren, statt durchdiffamierende Unterstellungen à la Karl-Martin Wöhner seine eigenen Schwächen agitpropagandistisch vertuschen zu wollen.

Der postet öffentlich in social media-Portalen auf meine Aussage pro Noerenberg hin: "Wes Brot ich ess', des Lied ich sing." Dabei geht gerade solch ein Satz, auf mich gemünzt, sowas von ins Leere. Weil ich etliche Lebensveränderungen gerade deshalb getroffen habe, weil ich mich materiell immer total unabhängig gehalten habe.

Heinz Koch, Theatermacher

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