Aus dem Netz auf die Roxy-Bühne

|

So gut wie jeder Nutzer diverser Social-Media-Portale lacht täglich einmal darüber. Seit Oktober sind die mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichneten Satire-Nachrichten von „Der Postillon“ erfolgreich mit einem Live-Programm auf deutschen Bühnen unterwegs. Live moderiert von den Comedians Anne Rothäuser und Thiess Neubert – die ganz im Stil einer realen Nachrichtensendung im ausverkauften Roxy Schlagzeilen verlasen.

Seit 2008 gibt es die humoristischen Fake-News, damals als Website durch den Werbetexter Stefan Sichermann ins Leben gerufen und textlich betreut. Mittlerweile kommen die Nachrichten von einem ganzen Autorenkollektiv und verbreiten sich vor allem durch das Teilen in Facebook, Twitter und ähnlichen Plattformen.

In der Tat bekamen aufmerksame Fans des „Postillons“ einige bereits als Text verwendete Nachrichten serviert. Im Grunde recycelt die Bühnenshow das Format der an den Sender N24 angelehnten „Postillon24“-Sendung, die seit drei Jahren vom NDR ausgestrahlt und dort ebenfalls von Rothäuser und Neubert moderiert wird.

Das ist alles andere als innovativ, schließlich gab und gibt es mit „Switch Reloaded“ (Pro7) oder der „Heute-Show“ (ZDF) entsprechende TV-Formate. Witzig ist es aber dennoch, was die beiden Moderatoren mithilfe einer großen Leinwand quasi interaktiv zu vermelden haben.

Suggestive Kraft des Lachens

Die Schlagzeilen kamen eben Schlag auf Schlag und bei so viel Irrsinnsgelächter des Ulmer Publikums musste man schon in den sprichwörtlichen Keller gehen, um nicht selbst zum Schenkelklopfer zu werden. Insbesondere die Kunstfigur des Benno Hansen hatte sich die Gunst der Gäste erworben: Hansens tragisches Schicksal war das eines Mannes, der jahrzehntelang auf einer Verkehrsinsel gestrandet war, nur um dann mitzuerleben, wie seine Frau bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes im Krankenhaus vertauscht wurde.

Als besonderes Bonbon gab es den Darsteller des Benno Hansen zum Finale live auf der Bühne, wo er sich zwar weniger lustig in Dankesreden erging, aber dafür noch einen Einspieler präsentierte, der einen vorgeblichen Blick hinter die Kulissen der „Postillon“-Redaktion bot. Bei soviel geballter Reizüberflutung und wenig Abwechslung ist es nur konsequent, die Dauer der Show auf etwa 90 Minuten exklusive Pause zu begrenzen. „Der Postillon-Live“ sind mit Schalk präsentierte Satire-Nachrichten – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Drei Millionen Euro für neue SSV-Duschen

Nach heftiger Debatte über die Sporförderung hat der Rat die Sanierung des Baus an der Gänswiese einstimmig durchgewunken. weiter lesen