Auf High Heels durch Schwaben

Von ihrer Lust am Leben berichtete Erfolgsschriftstellerin Gaby Hauptmann bei der Gesellschaft Oberschwabens im Blaubeurer Klosterkirchensaal: Männer- und Frauengeschichten light.

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Spitzes Schuh- und Mundwerk: Gaby Hauptmann. Foto: Christina Kirsch

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Kai Diekmann, Kardinal Walter Kasper und Gaby Hauptmann? Also zwischen dem Bild-Chefredakteur, einem Mitglied der römischen Glaubenskongregation und einer Autorin, die mit dem Buch "Suche impotenten Mann fürs Leben" durchstartete? Ein Schelm, der da Verbindungen schafft.

Die Gesellschaft Oberschwaben war so schelmisch aufgelegt und hat die Drei als Redner in ihrer Vortragsreihe "Reden von Oberschwaben" eingeladen. Nach Diekmann trat nun Gaby Hauptmann auf. Es war zwar ursprünglich als Redner Lothar Späth vorgesehen, aber der fiel aus. Er habe die bekannte Autorin schon viele Jahre "angebaggert", meinte der Vorsitzende Landrat Dirk Gaerte und schwenkte damit auf Gaby Hauptmanns Jargon ein.

Ihrem Nachfolger Kardinal Kasper nahm die Hauptmann schon mal das Kardinalsrot im Outfit vorneweg. Knallfarben von oben bis unten signalisierten Frauenpower. Auf den Mund gefallen war sie auch nicht. Wie alle Eingeladenen hat sie ihre Wurzeln in Oberschwaben und sich darüber hinaus einen Namen gemacht. In der Lesung schwenkte sie zunächst auf die fröhliche Mentalität der Schwaben ein und machte das an Krankenschwestern und ihrer Haushälterin fest. Die habe in Anbetracht des Bodenseegrundstücks gemeint, dass es sich bei einer solchen Aussicht sicherlich "gut bigla" ließe.

Hauptmann bügelt nicht. Sie schreibt. Und arbeitet sich dabei an der Geschlechterbeziehung ab. So hörte man amüsante Episoden über einen Schuhkauf, der an der Schweizer Grenze vor dem Zoll ins Stocken gerät: Die vier paar Schuhe, die sich die reiche Madame in Zürich zulegte, werden dadurch legitimiert, dass der Gatte zwei Paar als die seinen ausweist. Amüsant weiß Hauptmann zu beschreiben, wie der Herr, in dessen Händen jeder Kuli zu dünn wirkt, auf High Heels aus dem Zollgebäude stöckelt.

Eine andere Kurzgeschichte aus "Frauenhand auf Männerpo" handelte von einer irrlaufenden SMS. Die Adressatin ist 80 Jahre alt und bekommt die Botschaft "ich liebe dich". Der Absender hat sich vertippt, und das Paar trifft sich. Nett erzählte Alltagskomik.

Gaby Hauptmann kramte zur Feier der Oberschwabengesellschaft aber auch in ihrem Kostümfundus und sang zur Gitarre ein Lied, mit dem sie als Schülerin in Trossingen auf der Bühne gestanden war. "Ich war der Herzogliche Rat", kokettierte sie und stülpte die Mütze über. Singen kann Gaby Hauptman definitiv nicht. Aber sie erzählt gerne. Von Pferden, ihrer begabten Tochter und dem schreibenden Vater. Es war fast oberschwäbisches Gartenzaungeplauder.

Der nächste Redner der Vortragsreihe ist Kardinal Walter Kasper am 6. November in Pfullendorf.

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