Auf die Abwehr der Spatzen ist auch beim 1:0 in Hollenbach wieder Verlass

Auch knappe Siege bringen drei Punkte: Fußball-Oberligist SSV Ulm 1846 behielt mit 1:0 beim Lieblingsgegner FSV Hollenbach die Oberhand. Nach dem dritten Sieg in Folge genießen die Spatzen Höhenluft.

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Endlich wieder spitze, endlich wieder oben. Nach dem dritten Sieg im dritten Spiel haben die Oberliga-Fußballer des SSV Ulm 1846 einen optimalen Start hingelegt und sich mit dem punktgleichen FV Ravensburg als Top-Duo der Liga etabliert.

Die Spatzen genießen Höhenluft. Das gab’s zuletzt in der Saison 11/12 – am Ende stand die Meisterschaft. Der Bestmarke fehlte beim 1:0 in Hollenbach freilich ein wenig der Glanz. Die Gelegenheit, die makellose Serie beim Lieblingsgegner – alle bisherigen fünf Partien gegen das Team aus Hohenlohe hat der SSV 46 gewonnen – mit einem spektakulären Sieg auszubauen, schien günstig für die Mannschaft von Trainer Stephan Baierl. Nach einer starken ersten Halbzeit und der frühen Führung durch David Braig (18.) musste der SSV 46 am Ende allerdings darum bangen, durch einen überraschenden Hollenbacher Treffer unnötige Punkte einzubüßen.

„Wir haben in der ersten Hälfte viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben – aber dann verpasst, das zweite Tor zu machen", befand Baierl. Was zur Pause schon längst hätte entschieden sein können, wurde so mit zunehmender Dauer noch zu einer erstaunlichen und unnötigen Wackelpartie.

Die Souveränität der ersten Halbzeit schien plötzlich entwichen. Vieles, was in der Anfangsphase leicht ausgesehen und wie von selbst geklappt hatte, missriet den Gästen in der Folge. Immerhin: In der Abwehr des SSV 46 herrschten geordnete Verhältnisse. Die Innenverteidiger Florian Krebs und Michael Passer kontrollierten souverän Ball und Gegner, auf den Außenbahnen waren Stephan Hess und Florian Sturm im Gegensatz zur Heimpartie gegen den SV Sandhausen II von Beginn an hellwach und schalteten sich häufig in den Angriff ein.

Im Mittelfeld dominierten Alper Bagceci und der erstmals in die Startelf beorderte Marco Hahn. Der Neuzugang vom FV Illertissen, Vorlagengeber zum entscheidenden Treffer, versuchte in der 29. Minute allein vorm Torwart einen Querpass – der Abschluss auf eigene Faust wäre vermutlich die bessere Alternative gewesen. „Im Nachhinein hätte ich es selber machen sollen", ärgerte sich der bislang treffsicherste Spatz über die verpasste Möglichkeit. „Ich freue mich für ihn, er hat seine Rolle gut angenommen“, lobte Baierl dennoch seinen vor einer Woche 23 Jahre alt gewordenen Mittelfeldmann.

Dafür, dass über der zweiten Hälfte sporadisch sogar ein Hauch von Langeweile lag, war aus Sicht des Ulmer Trainers „vor allem ein Defizit im Mittelfeld“ verantwortlich. „Die Präsenz hat uns in der zweiten Halbzeit gefehlt", befand Baierl. Was wie ein Tag begonnen hatte, an dessen Ende ein Ausrufezeichen stehen sollte, endete nur noch in kollektivem Aufatmen. Für Alper Bagceci hatte der Nachmittag indes auch eine gute Seite. „Das Ergebnis sieht enger aus, als der Spielverlauf war. Für höhere Siege bekommt man auch nur drei Punkte", referierte der Mittelfeldmann.

Dass der Weg für den SSV 46, der bereits am Mittwoch (18.15 Uhr) im Heimspiel in Erbach auf den Kehler FV trifft, in dieser Saison noch weit ist, hat der 31-jährige Routinier zuletzt immer gesagt. In Hollenbach hat es auch jeder der über 100 mitgereisten Ulmer Anhänger gesehen.

Anpfiff mit Verspätung

Gedenkminute Vor dem Anpfiff wurde wie auf allen anderen Plätzen des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) in einer Gedenkminute an den verstorbenen ehemaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder erinnert. Die Spieler trugen zudem Trauerflor. Der frühere baden-württembergische Kultus- und Finanzminister startete 1968 seine Funktionärskarriere als Vorsitzender des Verbandsgerichts im WFV. Von 1972 bis 1985 war er Beisitzer im Verbandsvorstand, ein Vierteljahrhundert Präsident des VfB Stuttgart.

Schöne Geste Vor dem Anpfiff trugen beide Teams ein großes Banner mit der Aufschrift: „Gute Besserung" – Genesungswünsche an den schwer verletzten Hollenbacher und Ex-Ulmer Maximilian Gebert, der nach einer Knieoperation auf Krücken humpelte.

 

 

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