Joo Kraus bringt Schülern mit „Jazz & More“ den Groove bei

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Sie sind alle Professoren an verschiedenen Hochschulen oder hochdekorierte Musiker: Zusammen nennen sie sich „Jazz & More“. Der Name steht nicht nur für die Band, sondern auch für Workshops, mit denen das Oktett um den Ulmer Trompeter Joo Kraus und den Stutt-
garter Bassisten Veit Hübner
Studenten und Schülern den Jazz nahebringt.

Vor zehn Jahren haben sie mit einem Sommerworkshop an der Landesakademie Ochsenhausen begonnen, seit vier Jahren sind Hübner, Kraus und Co. aber auch tageweise in Schulen unterwegs. Jetzt wieder in Ulm, wo sie mit den Musikern der Big Band des Schubart-Gymnasiums, aber auch Schülern der Musikschule Ulm einen Tag lang arbeiteten.

Was die Jugendlichen sich da abgeschaut hatten, das zeigten sie am Abend im nahezu ausverkauften Konzertsaal der Musikschule Ulm. Und das war offensichtlich eine ganze Menge, denn wie etwa Louis Primas „Sing, Sing, Sing“ von der Bühne donnerte, tanzend und klatschend von Joo Kraus dirigiert, oder das Clave-Thema von Tito Puentes „Oye como va“ unter der Leitung Veit Hübners souverän-entspannte Latin-Atmosphäre verbreitete, das hatte schon was. Und weil Jazz nicht nur Big-Band-Arrangement, sondern vor allem die freie Improvisation ist, bekamen die jungen Musiker und die drei Vokalistinnen eine Menge Raum dafür eingeräumt, den manche schon erstaunlich selbstbewusst zu nutzen wussten. Alle Achtung.

Premiere in der Musikschule

Nach der Pause gingen dann die Dozenten auf die Bühne. Für Joo Kraus, der seine Ausbildung an der Musikschule Ulm begonnen hatte, eine Premiere. „Ich habe schon überall in Ulm gespielt, aber noch nie im Konzertsaal der Musikschule“, erklärte er, der bereits tagsüber im Schubart-Gymnasium so einige „Flashbacks“ erlebt hatte. Kraus war dort zur Schule gegangen.

In der Musikschule spielte die Band nicht in der üblichen Besetung. Saxophonist Klaus Graf, der in Nürnberg als Professor lehrt, aber derzeit mit der SWR Big Band auf Tournee ist, fehlte. Für ihn sprang Grafs ehemaliger Schüler Markus Harm ein. Und der stellte seinem Lehrer ein atemberaubendes Zeugnis aus: Harm hat das Zeug für die Spitze des Jazz.

Die Sängerin Fola Dada, Johannes Herrlich (Posaune), Göran Klinghagen (Gitarre), Martin Schrack (Klavier), Torsten Krill (Schlagzeug), Hübner und Kraus gehören ohnehin längst dazu und zeigten an diesem Abend einmal mehr, warum das so ist. Das war ebenso souverän wie virtuos, geschmackvoll wie berührend. Einfach Klasse.

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