Asylbewerber in der Römerstraße brauchen vielfältige Hilfe

Die Gemeinschaft unter den Asylbewerbern in der Römerstraße ist gut. Davon abgesehen sind sie aber auf Hilfe angewiesen: bei Behörden- und Arztgängen oder bei der Wohnungs- und Arbeitssuche etwa.

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Als die zwei chinesischen Asylbewerber kürzlich vor ihnen standen, mussten Heiner Beermann und Magdalena Greiner-Rozanski, Sozialarbeiter bei der Diakonie und zuständig für die Betreuung der Asylbewerber in der Römerstraße, improvisieren. Die Chinesen konnten kein Deutsch, die Sozialarbeiter kein Chinesisch. Über die Neuzugänge sind sie kurz am Vortag informiert worden – zu kurz, um sich um einen Dolmetscher kümmern zu können. „Da muss man sich dann auch mal mit Händen und Füßen verständigen“, sagt Beermann.

Er und seine Kollegin berichteten vor der RPG-West, wie es um die Asylbewerber momentan bestellt ist. Seit einem Jahr sind die Sozialarbeiter im Amt, seitdem habe es keinen Zwischenfall gegeben. Die Asylbewerber untereinander kommen gut klar, sie unterstützen einander, Freundschaften haben sich gebildet. „Die verschiedenen Religionszugehörigkeiten sind absolut kein Problem“, versicherte Beermann auf Fragen der RPG-West.

Was nicht heißen soll, dass die Situation der Asylbewerber insgesamt problemlos ist. Viele sind traumatisiert, haben Depressionen. Teils wegen der Erlebnisse in ihrem Ursprungsland – etwa Folter –, teils aber auch wegen der Erlebnisse während der Flucht. Beermann und Greiner-Rozanski vermitteln an Ärzte und Psychologen weiter. In diesen Situationen geht es ohne Dolmetscher nicht. Ein gewisser Pool sei vorhanden, bestehend aus Ehrenamtlichen und Honorarkräften. Dass er üppig ausgestattet sei, wäre aber übertrieben. In vielen Situationen würden die Asylbewerber auch untereinander übersetzen, berichtet Beermann.

Er und seine Kollegin beraten zudem bei Behördengängen, vermitteln notfalls Rechtsanwälte – besonders wichtig, wenn es um Abschiebung geht – und helfen bei der Wohnungssuche. „Es ist sehr schwierig eine geeignete Wohnung zu finden“, sagt Beermann. Zum einen darf sie nicht zu viel kosten, zum anderen hätten Vermieter oft Vorbehalte. Vorgesehen sei, dass die Asylbewerber höchstens zwei Jahre im Heim bleiben, einige seien aber bereits fünf Jahre dort, so Beermann.

Es sei aber wichtig, dass die Menschen möglichst schnell aus dem Heim herauskommen. Nach der noch bestehenden Sperrfrist von neun Monaten helfen sie daher auch bei der Arbeitssuche, zuvor gibt es eine begrenzte Zahl an gemeinnützigen Stellen. „Und dann ermutigen wir dazu, so oft wie möglich in die Stadt zu gehen.“

Info: Wer ehrenamtlich mit Asylbewerben arbeiten möchte – etwa als Dolmetscher oder auch für Unternehmungen – kann sich melden unter: mgreiner.diakonie-migration@t-online.de

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