Tennis
: Die begehrte Spielerin

Stefanie Monsch hat in ihrer Karriere vieles ihrem Trainer Manfred Rogge zu verdanken. Nach hartem Training erhielt die 25-Jährige ein US-Stipendium. Nach ihrer Rückkehr schlägt sie nun für den TC Nagold in der Württembergliga auf.
Von
Sascha Eggebrecht
Hallwangen

Geht auch mit ihrer Rückhand immer druckvoll in den Ball: Spielerin Stefanie Monsch. Privatbild

Nicht gesetzt

Als Stefanie Monsch nach ihrem Abitur ein TennisStipendium für die US-Universität in Springfield erhielt, fiel ihr der Abschied aus sportlicher Sicht nicht schwer. Der Grund: endlich keine Spiele mehr auf dem ungeliebten Sandplatz. „Ich mag das schnelle Spiel. Daher habe ich mich auf den Hartplätzen in den USA gleich sehr wohl gefühlt“, sagt die 25-Jährige, die von 2011 bis 2015 BWL und Marketing studierte.

Ihr Stipendium sieht die Hallwangerin immer noch als reinen Glücksfall an. „Ein Studienjahr kostete 32000 Euro dort. Ohne die finanzielle Unterstützung hätte ich mir das nicht leisten können“, sagt sie. Aufgrund dieser Unterstützung herrschte während ihrer ganzen Studienzeit ein großer Druck auf die Spielerinnen. „Ich hatte zum Glück ein Vollstipendium für meine vier Jahre. Aber andere Spielerinnen mussten sich Jahr für Jahr empfehlen. Wer wenig im Team spielte, bekam im nächsten Jahr weniger Unterstützung. Ich habe Gespräche mit unserem Coach mitgehört, in dem um jedes Prozent gefeilscht wurde“, sagt Stefanie Monsch.

Mit dem Team reiste sie dann während der Saison durch die ganze USA. „Wir hatten immer so 30 Spiele und wir haben es mit unserer Mannschaft auch in die Nationals geschafft“, sagt sie nicht ohne Stolz. Denn dort spielen dann die 16 besten Teams des Landes den Titel aus. Hier hat es dann nicht zum ganz großen Triumph gereicht, aber gleich nach ihrem ersten Uni Jahr konnte sie die erste Auszeichnung in Empfang nehmen. „Ich wurde Freshman of the year“, sagt sie. Für die Hallwangerin war es eine besondere Ehre zur besten neuen Universitätsspielerin in der Region ernannt zu werden. „Das war schon eine große Sache.“

Groß war auch der Einsatz von Trainer Manfred Rogge. „Er hat mich in jungen Jahren unter seine Fittiche genommen. Er hat mich stundenlang in Pfalzgrafenweiler über den Platz gescheucht. Ohne seinen Einsatz wäre ich im Tennis nie so weit gekommen“, betont die 25-Jährige. Schnell schaffte sie dann auch den Sprung in den Bezirkskader in Empfingen. Bis zu den Juniorinnen spielte sie dann auch beim TC Empfingen. „Ich habe jetzt mal wieder in die Meldeliste geschaut. Mit den jetzigen Damenspielerinnen Lilly Schüch und Fabienne Gfrörer habe ich früher zusammengespielt“ – bis sie 18 war, dann wechselte sie zur VfL TA Sindelfingen. „An diese Zeit kann ich mich noch sehr gut erinnern. Im Zug habe ich immer fürs Abi gelernt.“

Wenig später folgte dann der Abflug nach Springfield. „Mir war aber gleich klar, dass ich nur meine Studienzeit dort verbringen werde. Ich wollte in die Automobilindustrie und da habe ich die Chancen in Deutschland größer gesehen“, sagt sie. Nun arbeitet die 25-Jährige beim Daimler in Wörth/Rheinland-Pfalz. „Seit Anfang April wohne ich in Bruchsal. Da ist es natürlich klar, dass ich nicht immer zum Training nach Nagold fahre“, stellt sie klar. Also kontaktierte sie via Facebook den Vereinsmanager der TSG Bruchsals und siehe da, es kam ein positives Feedback zurück. „Ich war überrascht und erfreut. Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Stefanie Monsch. Fortan trainiert sie bei den Damen mit.

Klar, dass der neue Klub nun an der Spielerin etwas herumbaggert. Doch ein Wechsel kommt derzeit nicht infrage. „Die Bruchsalerinnen spielen in einer ähnlichen Liga wie wir jetzt in Nagold. Und es wäre sicherlich schön, wenn ich meinen Lebensmittelpunkt auch mit dem Tennis irgendwann ganz hier haben werde. Aber im Moment konzentriere ich mich auf unsere Runde.“ Und dort sieht es nach zwei Spieltagen in der Württembergliga als Neuling mit einem Sieg und einer Niederlage ganz gut aus. „Die Liga ist schon sehr stark. Ich kriege an Position fünf nur Spielerinnen mit LK 1 oder 2. Ich kann aber ganz entspannt in die Spiele gehen, weil ich ja nur eine LK 5 habe.“

Etwas regt sich die ehemalige LK-1-Spielerin schon darüber auf, dass sie derzeit keinen top LK-Wert hat. Aber diesen Zustand hat sie sich selbst zuzuschreiben. „Als ich in die Staaten gegangen bin, habe ich vergessen, meine LK für diese Zeit einzufrieren.“

Doch im Moment ist sie auf dem besten Weg zurück zur LK 1. Denn in der noch jungen Saison hat sie schon zwei LK-1-Spielerinnen geschlagen. Und das obwohl die Spiele auf ihrem nicht ganz so beliebten Sandplatzboden ausgetragen wurden.