Geheimer Loipenmacher vom Hochsträß bekennt sich
Ulm. Das Rätsel um die geheimnisvolle Loipe am Hochsträß ist gelüftet: Der Spurenmacher hat sich bei uns gemeldet - zunächst anonym.
Das Bekennerschreiben erreichte die Redaktion noch am Erscheinungstag des Artikels. Er sei „fasziniert“ gewesen, dass die Auslebung seines Bewegungsdrangs Andere zum Schreiben von Zeitungsartikeln animiert, kommentierte „katermikesch“ den Text auf swp.de. Unterzeichnet war die Nachricht mit „Der geheime Spurenzieher“ und auch die Bilder, die uns später per mail erreichten, vermochten kein Licht in die Sache zu bringen: Bei offensichtlich sonnigem Winterwetter hatte er sich selbst auf der frischen Loipe fotografiert - als Schattenumriss. Der (oder die?) große Unbekannte lachte sich ins Fäustchen und drohte in einer weiteren Nachricht damit, eine neue Fährte legen zu wollen.
Zwischenzeitlich hatte sich ein Kollege des Spurenmachers gemeldet und mit dem Wissen um die geheimen Daten geprahlt: Als Beleg für seine schneeschmelzedichten Informationen sollte ein Hinweis auf die bevorzugten Skier des Phantoms gelten: Mit Nordic Cruisern sei der Gesuchte am 28. und 29. Januar unterwegs gewesen. Auf den an die mail angehängten Beweisbildern erneut: Der Schattenmann in Aktion.
Das Pflaster aber wurde unterdessen heißer, der Schnee weniger und der Spurenmacher unvorsichtig: Er unterschrieb eine neue Email mit seinem richtigen Namen.
Michael Degischer ist 57 Jahre alt, lebt in Söflingen und ist Lehrer. Seit rund zwölf Jahren habe er nicht mehr auf Langlaufskiern gestanden bis zu eben dem Tag, an dem er die viel beachteten Spuren gezogen hat. Im „klassischen Diagonalschritt, dabei darauf achtend, den Seitenabstand der beiden Bretter in etwa gleichgroß zu halten“ sei er am Hochsträß entlang geglitten.
Und dabei hätte ihm das Wetter beinahe noch die gar nicht so krumme Tour vermiest: „Am Freitag hat es heftig geschneit und der Wind blies, so dass die Loipe vom Vortag stellenweise nur noch zu ahnen war.“ Hartnäckig wagte er am Samstag einen neuen Versuch - mit Erfolg, wie sich zeigen sollte: „Eine Sportlerin, die mir entgegen kam, äußerte sich positiv über die gezogene Spur. Und wenn ich dann lese, dass die Spuren quasi professionell wirken, dann muss ich mich über mich und meinen geraden Weg doch – anerkennend – wundern.“
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Autor: Dana Hoffmann | 08.02.2010
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Kommentare (1)
Wem gehört die wilde Loipe am Hochsträß?
Sehr geehrte Redaktionsmitglieder der online-Dienste,ob ich bei Ihnen richtig bin, weiß ich nicht - aber ich finde keine andere E-Mail-Adresse.
Also probier's ich auf diesem Wege:
Der Artikel über die Langlauf-Loipe auf dem Hochsträß hat mich doch fasziniert - weil ich mir niemals vorstellen konnte, dass mein Bewegungsdrang, den ich - und sicherlich auch einige andere - am Freitag, 29.01.2010 gegen 17h30 auf dem Hochsträß ausgelebt habe, andere LL-Freunde zu Zeitungsartikeln animiert... Nun ja: Anbei drei Bilder von der "ersten" Spur am Freitag, 29.01.2010, sowie zwei Bilder tags darauf, wobei eines den "geheimen Loipenzieher" zeigt. Vielleicht bringen diese Bilder etwas "Licht ins Dunkel der Urheberschaft" - und die bohrende Suche nach dem "Unbekannten" verliert ein wenig von ihrer "Dringlichkeit".
Auf jeden Fall: Danke für den kurzweiligen Artikel.
Der geheime Spurenzieher