Arme Olga - Olgastraße ist keine Prachtstraße mehr

O je! Wenn das die Olga wüsste! Nach dieser württembergischen Königin, die von 1822 bis 1892 lebte, haben die Ulmer 1864 die Olgastraße benannt und dafür nicht von ungefähr eine Prachtstraße als ersten Ulmer Boulevard gewählt.

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Wenn eine Straße in Ulm gerade so richtig unter die Räder kommt, dann ist es die Olgastraße.  Foto: 

Denn sie verehrten diese Königin für ihr soziales Engagement, vom dem auch die Stadt an der Donau profitierte. Und heute?

Oje! Die Olgastraße steht in einem schlechtem Ruf. Von wegen Flanieren! Von wegen mondänes Flair abseits des kleinstädtischen Ulmer Altstadt-Miefs. Nein, die Olgastraße muss immer mehr Autoverkehr verkraften nach dem Rückbau der Neuen Straße, dem jetzt auch noch der Rückbau der Karlstraße folgt, benannt übrigens nach Olgas Mann, dem König Karl. Wird Ulm diesem Paar damit etwa historisch gerecht?

Oje. In der Olgastraße lärmt und stinkt es, es ist der Wahnsinn nonstop, denn außerdem haben sich Raser dieser königlichen Straße bemächtigt und sorgen für Krach und Schrecken bis in die Nacht hinein.

Oje. Es kommt noch schlimmer. An der Olgastraße herrscht fortwährend Lastwagenverkehr, weil sich eine Baustelle an die andere reiht, als ob es in dieser Straße zu beweisen gälte, dass Ulm fit ist für die Zukunft, wie vor 125 Jahren mit der Fertigstellung des Münsterturmes, als die verehrte Olga natürlich Ehrengast beim Münsterfest war.

Oje: Nachdem gerade die Stapelturnhalle an der Ecke zur Karl-Schefold-Straße fertig geworden ist, baut jetzt der Staat gegenüber für seine Justizbehörden neu, während eine Ecke weiter in der Keplerstraße die UWS die Baugrube für ein Wohnhaus ausgehoben hat und gegenüber an der Ecke zum Hafenbad ein Gebäude privat entsteht. Das sind, nachdem das Wengentor an der Ecke zur Wengengasse steht, aber nur Vorboten für den Neubau der Bürgerdienste an der Ecke zur Mühlengasse, zu schweigen von den Sedelhöfen an der Ecke zur Friedrich-Ebert-Straße, wobei man die Arbeiten für die neue Straßenbahnhaltestelle mit Theaterplatz an der Ecke zur Neutorstraße nicht vergessen sollte. Man kann also mit Fug und Recht und Krone und Zepter fragen: Wo bleibt da die Olga? Und hat auch jemand ans Gesamtbild gedacht?

Oje. Es mutet wie ein Treppenwitz der Geschichte an, dass die Grünen die Olga- noch 2013 in Königin-Olga-Straße umbenennen wollten, um Frauen im Straßenbild zu stärken. Eher kommen sie in dieser Stadt unter die Räder. Oder wie die Ulmer schon 1865 spotteten: "Gott behüte das geliebte Königspaar vor diesem Pflaster!"

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