Polizei: Anruf beim kleinsten Verdacht

Im Rahmen der Aktion „110 - Wir sind für Sie da!“ wurde Neu-Ulmer Passanten nahegelegt, skurrile Beobachtungen ohne Bedenken der Polizei zu melden.

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Junge Polizisten haben Passanten informiert, wie wichtig es ist, die Augen offen zu halten und die 110 zu wählen, wenn einem etwas komisch vorkommt.  Foto: 

Viele Bürger haben Hemmungen, bei der Polizei anzurufen, sobald sie etwas sehen, was ihnen befremdlich vorkommt. Deshalb haben gestern Nachwuchs-Polizisten des Ausbildungsstandorts Königsbrunn Passanten in der Neu-Ulmer Glacis Galerie und auf dem Petrusplatz darüber informiert, warum es so wichtig ist, die 110 schon bei kleinsten Verdächtigungen anzurufen.

Die Aktion „110-Wir sind für Sie da!“ wurde von der Soko Wohnungseinbruch des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West durchgeführt. Sie fand präsidiumsweit statt, auch in Memmingen und Kempten. Die Kampagne wird bewusst jetzt durchgeführt, weil die Zahl der Wohnungseinbrüche im Herbst steigt, wenn es draußen früher dunkel wird. Gerade, wenn noch viele Berufstätige bei der Arbeit sind, wird oft in Häuser eingebrochen.

Dabei könnte die Mehrheit der Einbrüche verhindert werden. „Die Bürger sollen schon dann anrufen, wenn sie das Bauchgefühl haben, dass etwas nicht stimmt“, sagte Polizeioberkommissarin Daniela Husseneder. Vor allem ältere Menschen meinen, dass die Polizei nur unter einer Leitung zu erreichen sei und dass sie besser nicht anrufen, weil sie den Anschluss für dringendere Notfälle freihalten wollen. Das sei aber nicht mehr so, weil die Polizei durch die Digitalisierung unter vielen Telefonen zu erreichen ist.

Alle Anrufe erlaubt

Husseneder erklärte weiter, dass bereits kleine Beobachtungen Polizisten bei der Aufklärung von Verdachtsfällen helfen: „Auch wenn man beobachtet, dass einer die Straße entlang geht und in Briefkästen schaut, könnte das schon ein Ausspähen sein“, sagte die Polizeioberkommissarin. Die Polizei nehme jeden Hinweis zur Kenntnis und schicke eine Streife vorbei. Alle Anrufe sind erlaubt, solange sich damit niemand einen Scherz erlaubt. Die Passanten nahmen das Angebot der Auszubildenden gerne an. Viele sprachen die Polizisten selbst an und wollten wissen, worüber informiert wird. „Die freuen sich, dass die Polizei sich die Zeit nimmt“, sagte Niclas Lechner.

Auf jeden Fall Kennzeichen merken

Jeder Passant bekam einen Handzettel, den er neben dem Telefon aufhängen kann. „Der dient als kleine Hilfe, dass man weiß, was vom Beamten alles abgefragt wird“, sagte der Auszubildende. Die Beamten werden Fragen zum Sachverhalt stellen oder fordern eine Personenbeschreibung. Und sie wollen wissen, ob der Anrufer etwas Auffälliges beobachtet hat. Bei Fahrzeugen sollte man sich das Kennzeichen merken.

Notrufgründe Pro Jahr erhält das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West rund 100 000 Anrufe unter der kostenlosen Notrufnummer 110. Die Gründe sind vielfältig: Bürger wenden sich an die Polizei wegen Geschehnissen im Verkehr, Unfällen sowie verdächtigen Wahrnehmungen, dass etwa jemand am Grundstück entlanggeschlichen ist.

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