Altes und Aufgeblühtes

Hier neue Rosensorten, dort alte Handtücher - gut besucht waren am Samstag der Tag der Rose sowie der Antikmarkt, der sich vor Ort gleich anschloss.

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Viel zu schauen gab es auf dem Antikmarkt auf dem Judenhof (Foto links und oben rechts) und beim Tag der Rose auf dem südlichen Münsterplatz. Neue Rosensorten, die den Besuchern besonders gefielen, wurden samt Namensschild fotografiert, um zu Hause in Ruhe entscheiden zu können, welche Rosen im eigenen Garten noch gepflanzt werden sollen. Fotos: Oliver Schulz

Wenn jemand um 5 Uhr aufsteht, um von Karlsruhe extra nach Ulm zum Tag der Rose zu reisen, dann ist er vom Rosenfieber befallen. "Ja, das bin ich", gibt Renate Granget zu, die mit zweitem Namen auch noch Rosa heißt. Daheim an ihren Kletterrosen bekämpft sie die Läuse, indem sie die befallenen Triebe so an den Rosenbogen bindet, dass der Gartenrotschwanz die Schädlinge abpicken kann. Außerdem reist Renate Granget jedes Jahr nach Steinfurth zu ihrem Bio-Rosengärtner und nach Bad Nauheim zum dortigen Rosenfest mit großem Rosenkorso.

Die Karlsruherin war erstaunt, wie groß das Gedränge auf dem südlichen Münsterplatz zwischen den Ständen der 33 Aussteller von nah und fern war. Gut gefallen haben ihr die blauen, hängenden Filzstreifen, in denen Glasröhrchen steckten, die wiederum als Blumenvasen dienten. Der Botanische Garten der Universität Ulm hatte seinen Info-Stand damit geschmückt.

Der Hingucker bei "Manus Seifenoper" wiederum war die Seifen-Torte, die stückweise verkauft und dann erneut zerstückelt wird, wenn man sich damit waschen will. Noch mehr Rosiges gab es zum Essen und Trinken: etwa kandierte Blütenblätter, Rosen-Nusskuchen, Sekt auf Rosenlikör und Bowle aus Damaszener Rosen, der frischgekürten Heilpflanze des Jahres 2013.

Rosen wurden aber nicht nur verzehrt, sondern die Pflanzen wurden auch töpfeweise eingekauft bei den fünf beteiligten Baum- und Rosenschulen aus der Ulmer Region. Die Frauen suchten die Ware aus, die Männer schleppten die Rosenstöcke oder die Begleitpflanzen wie Clematis und Lavendel durch die Stadt.

Schwergewichtiges war auch auf dem Antikmarkt zu ergattern, der sich nahtlos an den Rosenmarkt anschloss und sich wie gewohnt über den Schuhhausplatz und den Judenhof erstreckte. Seit mindestens zehn Jahren kommt beispielsweise Waltraud Söllner aus Chemnitz nach Ulm, um hier schneebedeckte Pappmaché-Forsthäuser von 1930 aus dem Erzgebirge zu verkaufen. Weiter bietet Waltraud Söllner ihren Ulmer Stammkunden stets feine Leinen-Küchenhandtücher an. Laut Händlerin stammen sie aus dem 19. Jahrhundert und aus wohlhabenden Haushalten. "Der Mercedes unter den Küchenhandtüchern" ist ab 35 Euro zu erwerben.

Der Rolls Royce in der Küche dürften derzeit aufgrund des gestiegenen Silberpreises Silberbestecke sein. Sie funkelten auf vielen Ständen des Antikmarktes in der Sonne, mal als verziertes Besteck zum Fischfiletieren aus dem Jahr 1870, mal als 110-teiliges Tafelbesteck mit Monogramm.

Präparierte Vogelköpfe, konservierte Getreidepflanzen und überdimensionale Fliegenkopfmodelle bot Markus Mix aus Bühlenhausen an. Er hat unlängst eine in Filderstadt geschlossene Hauptschule, beziehungsweise den Biologiesaal ausgeräumt. Ein Schaukasten mit aufgespießten Schmetterlingen und Wachswiesenblumen dürfte etwa 100 Jahre alt sein, schätzt Mix.

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