Alte Liebe rostet nicht

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Unter dem angekündigten ,,TTIP-Vortrag“ haben wir Zehntklässler des Bertha-von-Suttner Gymnasiums in Pfuhl uns einen unerträglich langen und trockenen Vortrag von einem alten, eingerosteten Politiker vorgestellt. Man war zwar froh, dass dadurch einige Schulstunden ausfielen, hatte aber trotzdem recht wenig Lust an einem Freitag bis 14.30 Uhr in der Schule zu sitzen. Im Nachhinein jedoch haben sich diese vier Stunden, die wir mit dem Team der Europäischen Akademie Bayern, vertreten durch Dominik Tomenendal und Pamina Oestreicher, verbracht haben, auf jeden Fall gelohnt.

Nachdem Rektorin Jutta Gruber alle willkommen geheißen hatte, begrüßte uns Birgit Schmitz-Lenders und erklärte kurz, was uns erwartet. Sie war als Vertreterin für Beate Merk gekommen. Anschließend an die Videobotschaften von Frau Merk und Herrn Menze, einem Vertreter der Europäischen Kommission, wurden alle Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt und damit begann der eigentliche Workshop.

Europa und Amerika sind verbunden durch langjährige Handelsbeziehungen. Diese Verbindung sollte eigentlich durch TTIP gestärkt werden, was jetzt, nach dem Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA, allerdings sehr ungewiss ist. Dass das Handelsabkommen eventuell nicht zustande kommt, wird viele „Normalbürger“ nicht traurig stimmen, Wirtschaftler und Politiker wahrscheinlich schon. Auch unter uns Schülern waren vor allem die unterschiedlichen Standards, die die Lebensmittel betreffen, ein Grund eher gegen TTIP zu sein.

Bevor wir darüber diskutierten, unterhielten wir uns über europäische und amerikanische Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Wir wurden über Europa hinsichtlich Geographie, Kultur und Politik aufgeklärt und konnten in einem kleinen Gruppenspiel, das darin bestand, ein Europa-Puzzle zusammenzusetzen und alle Länder zu benennen, unsere Kenntnisse  beweisen.

Nicht ermüdend

Nach einer kurzen Mittagspause kamen wir auf die Präsidentschaftswahl zu sprechen. Welche Auswirkungen wird der Sieg Donald Trumps auf Europa haben, sowohl wirtschaftlich als auch politisch? Es war sehr interessant einmal Einschätzungen von Fachleuten zu hören und nicht nur Panik bringende Horrorvorhersagen wie im Internet oder im Fernsehen vorgesetzt zu bekommen. Durch die Diskussion konnten sich alle Schüler beteiligen und ihre Meinungen einbringen.

Beim Projekt handelt es sich wahrlich nicht um eine ermüdende Vortragsreihe. Die Schüler können aktiv am Lernen der Grundsätze der EU, der Relevanz unserer Handelsbeziehungen und der wirtschaftlichen Auswirkungen politischer Änderungen teilnehmen. Abschließend lässt sich sagen, dass man die Veranstaltung etwas kürzen sollte, sie aber eine Möglichkeit ist Wirtschaft und Geographie an der Schule einmal anders, realitätsbezogener und vor allem aktueller zu gestalten.

Melanie Wolf, 10. Klasse, Bertha-von-Suttner-Gymnasium

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