Almabtrieb in Grimmelfingen mit Trachten

Geschmückte Schafe beim Almabtrieb, Frauen und Mädchen im Dirndl und eine Elchtrophäe in der Weinlaube – die Grimmelfinger Kirchweih wurde dieses Jahr etwas anders gefeiert. Den Gästen hat es gefallen.

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Im Ort gibt es eine Bergstraße, eine kleine Schafherde mit Maultier sowie Frauen und Mädchen, die für diverse Oktoberfeste Dirndl im Schrank hängen haben. Beste Voraussetzungen also, um die Grimmelfinger Kirchweih erstmals als alpenländisches Trachtenfest mit kleinem Almabtrieb zu feiern.

Am späten Samstagnachmittag wurden zehn Schafe mit ihrem Leittier Rudi, einer Kreuzung aus Pferd und Esel, von der Sommerweide im Oberdorf die Bergstraße hinunter und weiter zum Festplatz getrieben. Zwar war die Zuschauerzahl am Straßenrand spärlich, aber es hatte fast jeder iPhone oder Fotoapparat parat, um den Abtrieb mit vier Schafhirten im Bild festzuhalten.

Festhalten musste auch Hans-Peter Hafner den nervösen Rudi, der sonst stets ohne Blaulicht des vorausfahrenden Feuerwehrautos mit seinen Schafen unterwegs ist, wenn die Weide gewechselt wird. Nach dem Abtrieb durfte sich die Schafherde im Pferch auf dem Dorfplatz beim Heufressen erholen, Rudi wurde in seinen Stall gebracht.

Das Maultier gehört Eberhard Kast, dem Vorsitzenden des Grimmelfinger Bürgervereins. Da er sich schon immer einen Esel gewünscht hatte, bekam der heute 46-Jährige zum 40. Geburtstag Rudi geschenkt. In dem Tier fließt zum Glück viel Pferdeblut: „Deshalb schreit er nicht so viel wie sonst die Esel“, erklärte Kast. Drei Schafe zur Gesellschaft steuerten er und die Verwandtschaft bei. Ab und an wird ein Schafbock ausgeliehen – inzwischen besteht die Herde aus zehn stattlichen Mutterschafen.

Marie-Luise Hafner, die Frau von Maultierführer Hans-Peter Hafner, hatte zwei Schafe mit Buchsbaumkränzen geschmückt. „Der Kopfschmuck der Tiere hätte noch etwas üppiger ausfallen können – wie im Allgäu bei den Kühen“, meinte Besucherin Hermi Reiner aus Ulm. Die rüstige Rentnerin war mit dem Fahrrad zum Trachtenfest gekommen. Zur braunen Hose trug sie eine mit rosa Rosen bestickte weiße Bluse „aus Bad Wörishofen“ und einen breiten Edelweiß-Ledergürtel „aus Bayerbach bei Bad Füssing“.

Auch sonst waren viele Gäste in Dirndl und Lederhose erschienen, passend zum Sound der Allgäuer Kapelle „MUHsikanten“. Und die Grimmelfinger Bratwurst bekam eine süße Konkurrenz aus dem Allgäu: frischen Kaiserschmarrn.

Auch der Festplatz hatte sich verändert. Das große Zelt, in dem die Gottesdienstbesucher, Mittags- und Kaffeegäste gestern dem Regen trotzten, hatte ein Vorzelt mit Biergarten erhalten – ideal am Samstagabend. Und gegenüber gab es eine Weinlaube. Alle Vereine samt Feuerwehr hätten sich bemüht, „etwas fürs Dorfleben zu tun“, sagte Abteilungskommandant Alexander Sitter. Es ist ihnen gelungen.

Fotoausstellung 100 Jahre Schule in Grimmelfingen

Sonderausstellung Im alten Grimmelfinger Rathaus – einst mit Schullokal – konnten die Kirchweih-Besucher gestern Nachmittag eine Fotoausstellung ansehen zum Thema „Schule in Grimmelfingen“. Denn die ehemalige Schule wird dieses Jahr 100 Jahre alt.

Geschichtsunterricht Das Jubiläum des alten Grimmelfinger Schullokals war der Anlass für die bisherige vierte Schulklasse, die Geschichtsstube im alten Grimmelfinger Rathaus zu besuchen. Die Kinder machten sich viele Notizen über das damalige Dorfleben in Grimmelfingen, teilt der „Förderkreis Geschichtsstube“ mit. Zum Schluss füllten die Schüler noch einen Quiz-Fragebogen aus. Auf die Gewinner wartet nun eine Fahrt mit Traktor und Hänger durch die „Geschichte von Grimmelfingen“.

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