Aller Regulierungswut zum Trotz: Die Donau wird zum Tollhaus

Je mehr versucht wird, das Nabada in Regeln zu zwängen, desto ausgelassener wird gefeiert. Tausende verwandelten die Donau in ein Tollhaus.

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  • Wie nie zuvor total lokal: Nahezu alle Themen-Schiffe haben Begebenheiten aus Ulm und Neu-Ulm aufgegriffen, zum Beispiel das Münsterturm-Jubiläum oder die Schieflage bei den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm. 1/2
    Wie nie zuvor total lokal: Nahezu alle Themen-Schiffe haben Begebenheiten aus Ulm und Neu-Ulm aufgegriffen, zum Beispiel das Münsterturm-Jubiläum oder die Schieflage bei den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm. Foto: 
  • Wo gekübelt wird, kommt zuweilen das Wasser auch von oben. Auf der Donau wurde ausgelassen gefeiert. 2/2
    Wo gekübelt wird, kommt zuweilen das Wasser auch von oben. Auf der Donau wurde ausgelassen gefeiert. Foto: 
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War da ein Schunkelverbot? Davon scheinen die Musikkapellen beispielsweise aus Beuren, Dellmensingen oder Einsingen wenig mitbekommen zu haben. Oder sie treiben es schaukelnd deshalb gar so wild, um gegen alle höchstamtlichen Vorgaben ein Zeichen zu setzen. Sollten die Zuschauer nicht mit Eimern klatschnass gemacht werden? Auch das wird oft missachtet, ohne das jemand groß geschimpft hat. Es geht also auch ausgelassen. Und fast hätte man den Eindruck gewinnen können, dass umso anarchischer gefeiert wird, je größer die Regulierungswut ist.

Wild und zuweilen auch kühn wird auf der Donau das Wasser gespritzt und gekübelt, was das Zeug hält. Mitten drin erstmals auch das von der Lebenshilfe reaktivierte Ausflugsschiff "Ulmer Spatz", vor allem aber die 15 Themenschiffe, derer Macher sich in diesem Jahr besonders viel Mühe gemacht haben.

Total lokal sind diesmal die meisten karikierten Themen, nur einmal ist Kanzlerin Angela Merkel zu sehen, die als Krankenschwester den siechen Griechen eine Finanzspritze verpasst - mitten in den Allerwertesten hinein. Dass der Münsterturm zu seinem 125. Geburtstag gleich dreimal vorkommt, hat man erwarten können. Auch, dass in diesem Jahr der scheidende Oberbürgermeister Ivo Gönner ausgiebig bedacht wird. Gleich dreimal war das der Fall. Besonders nett die Idee der Gruppe Basketball Fan-Attack aus Ulm: Vor der Glotze sitzt der ein Viertele schlotzende OB und schaut sich als Rentner schon mal erste Tatort-Folgen aus Ulm an. Die vielsagenden und durchaus auch doppeldeutigen Titel: "Der Untergang", "Glühwein mit Schuss" und "Stimmungskiller".

Apropos Doppeldeutigkeit: Mit "Kohle statt Strom" betitelt das Bundeswehrkrankenhaus sein Schiff, auf dem der Blitz in die Buchstaben SWU einschlägt. Derweil trägt der ehemalige Geschäftsführer Matthias Berz schwarze Taschen weg. Ist das die Kohle? Oder soll das der sanfte Hinweis auf seine Abfindung gewesen sein? Keiner weiß es so genau. Auch zum Nachdenken sind andere Themenschiffe. Beispielsweise "Alle gaffen, keiner hilft" des Anna-Essinger-Gymnasiums. Während sich wohl grüne Marsmännchen Augen, Ohren und Mund zuhalten, wird am Rad der Gewalt gedreht. Wird getreten und geschlagen. Oder das Themenschiff "Dem Menschen mehr Gewicht geben" der Initiative Ulmer Pflegeheime. In den Schalen einer Waage sind zum einen zwei Senioren zu sehen, zum anderen schwere, schwarze Gewichte mit dem Signet des Euros, einem Fragezeichen und einem Paragraphen-Symbol. Was da tatsächlich schwerer wiegt? Solche Betrachtungsweisen sind nicht immer lustig, aber notwendig.

Das originellste Schiff: Abstimmung läuft am Dienstag noch

Siegerschiff Wer hat in diesem Jahr das originellste Motto-Schiff gebaut? Das wird erst am Dienstagabend feststehen. Anders als in den vielen Jahren zuvor, können die Besucher des Nabada das Siegerschiff noch bis Dienstag wählen: entweder mit dem ausgefüllten Stimmzettel unserer Schwörmontagsbeilage. Dieser muss bis 16 Uhr in unserer Geschäftsstelle, Frauenstraße 66, abgegeben werden. Oder: Bis 18 Uhr kann zudem auch online über www.südwestpresse.de/boot abgestimmt werden. Wer gewonnen hat, wird dann gleich nach der Auszählung auf www.südwestpresse.de/schwoer bekanntgegeben.

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