Albert Hammond: "Die Leute mögen Hits"

Ein Interview mit Pop-Legende Albert Hammond, der am 24. Juni im Söflinger Meinloh-Forum ein Konzert gibt.

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Kommt mit Dutzenden seiner Hits nach Söflingen: Albert Hammond.  Foto: 

Haben Sie jemals zusammengezählt, wie viele Tonträger mit Ihren Songs verkauft worden sind?
ALBERT HAMMOND: Nein, das habe ich nie getan. Aber andere haben es gemacht, und die sagen, dass es mehr als 300 Millionen sein müssen.

Das gab auch eine ganze Menge Tantiemen…
HAMMOND: Heute lohnt sich das alles nicht mehr, aber bis in die 80er Jahre hinein war das schon eine stattliche Summe. Aber deswegen habe ich das nie gemacht. Ich wollte Musik machen, Songs schreiben. Aber es ist natürlich schon schön, wenn man gut leben kann, ohne wie andere täglich zur Arbeit gehen zu müssen.

Sie sind Sänger und Komponist. Was sind Sie in erster Linie?
HAMMOND: Das kann man so nicht sagen, manchmal bin ich mehr das eine, manchmal mehr das andere. Und das geht auch den Fans so. Als ich vor drei Jahren wieder mit Konzerten begann, da waren die Leute schon sehr erstaunt darüber, was ich alles geschrieben habe. Deshalb habe ich ja auch das Programm „Songbook“ zusammengestellt. Das sind mehr als 30 Songs, die ich selber gesungen habe, aber auch Songs, mit denen Tina Turner, oder Whitney Houston erfolgreich waren. Insgesamt ist das ein Programm, das mehr als zwei Stunden dauert. Nicht schlecht für einen 72-Jährigen, oder?

Aber Sie singen da nicht nur?
HAMMOND: Nein, ich erzähle auch von den Begegnungen mit den Stars, was im Studio passiert ist, wie der Song entstanden ist, und jede Menge Anekdoten sind auch dabei. Irgendwie ist der Songbook-Abend eine bunte Reise durchs Universum der Rockmusik der vergangenen 50 Jahre.

Apropos 50 Jahre: Der erste Welthit, den Sie zusammen mit Mike Hazlewood geschrieben haben, war „Little Arrows“ in der Interpretation von Leapy Lee.
HAMMOND: Ja das war 1968. Das ist jetzt fast 50 Jahre her. Das ist doch irgendwie völlig verrückt, dass einer fast über fünf Dekaden hinweg Songs schreibt und damit Erfolg hat. So richtig stolz bin ich aber auf was ganz Anderes, dass ich in verschiedenen Genres erfolgreich war: Denn ich habe für Pop-, Folk-, Soul- und Country-Interpreten geschrieben.

Wissen Sie, wie viele Songs das waren?
HAMMOND: Nein. Es müssen aber mehr als 1000 sein. An einige erinnere ich mich kaum noch, andere sind verschollen, weil der betreffende Verlag nicht mehr existiert oder die Demoaufnahmen davon verschwunden sind. Die wichtigsten Kompositionen  habe ich aber selber aufgenommen oder andere Interpreten haben das getan.

Gibt es Versionen von Songs, die Sie besonders mögen?
HAMMOND: Im Allgemeinen sind das immer die Originalversionen, also die Aufnahmen der Künstler, für die ich die Songs geschrieben habe. Aber es gibt auch Ausnahmen – etwa „The Air That I Breathe“. Ich liebe das Original der Hollies, aber wie es K.D. Lang auf ihrem Album „Smoke“ interpretiert hat, ist einfach nur großartig.

Sie sind Brite, Ihre Familie stammt aber aus Gibraltar. Nach Ihrem Hit „It Never Rains in California“ hielten Sie alle für einen Amerikaner.
HAMMOND: Ja das ist sehr lustig. Dabei habe ich diesen Song gar nicht in Kalifornien geschrieben, sondern bereits drei Jahre vor der Aufnahme, also 1969, in London.

Sie haben Ihre frühen Songs fast alle mit dem Texter Mike Hazlewood zusammen geschrieben. Wie wichtig ist Ihnen so eine Partnerschaft?
HAMMOND: Sehr wichtig. Es gibt nichts Tolleres, als mit einem Freund so zusammen zu arbeiten.
 

Freiluft-Konzert in Söflingen mit Siyou ’n’ Hell

Die Songs Albert Hammond lieferte im Laufe seiner Karriere einen Hit nach dem anderen ab – nicht nur für sich selbst, er schrieb auch Welterfolge für unzählige andere wie etwa „The Air That I Breathe“ für die Hollies, „One Moment In Time“ für Whitney Houston, „I Don’t Wanna Loose You“ für Tina Turner. Als Interpret war Hammond vor allem in den 70er Jahren mit Titeln wie „It Never Rains In Southern California“, „I’m A Train“ und „Down By The River“ weltweit erfolgreich.

Konzert  Nach jahrzehntelanger Pause begann Hammond 2013 wieder mit Konzerten, in denen er auch jene Lieder singt, die er für andere geschrieben hat. Am Freitag, 24. Juni, gastiert er mit seinem Programm „Songbook“ im Söflinger Meinloh-Forum.

Gäste Den Freiluft-Abend eröffnen um 19.30 Uhr, die Ulmer Lokalmatadoren Siyou ’n’ Hell mit Sängerin Isabelle Siyou und Bassist Hellmut Hattler.

Info Karten für das  Konzert mit Albert Hammond gibt es bei der SÜDWEST PRESSE, unter südwestpresse.de/ticketshop und Tel. 0731/156-855
 

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