Alb-Abstieg der Bahn: 30 Meter Tunnel pro Tag sind das Ziel

Nach Dreikönig läuft es wieder rund. Die Bahn will in diesem Jahr ein großes Stück Schnellbahn-Tunnel zwischen Dornstadt und Ulm bauen. 15 Meter pro Tunnelröhre und Tag sind das selbstgesteckte Ziel.

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. An zwei Orten laufen die Vorarbeiten zum Bau des 5,9 Kilometer langen Alb-Abstiegtunnels seit Monaten. Auf dem Lerchenfeld ist südlich der Autobahn 8 mitten im Acker eine riesige Arbeits- und Lagerfläche geschaffen worden. Von dort aus werden sich die Bagger vom Frühjahr an in den Untergrund wühlen.

Am nördlichen Ende des Hauptbahnhofs, unterhalb der Kienlesbergstraße, wird, wie kürzlich berichtet, die Grube für das Ulmer Tunnelportal ausgehoben. Dazu geht es sechs Meter in die Tiefe. Die Pfähle zur Stabilisierung der Grube werden im Februar gebohrt, anschließend werden Spundwände eingezogen. Der Platz für das dafür notwendige Arbeitsgerät ist in den zurückliegenden Monaten geschaffen worden. Und östlich der Neutorbrücke wurde eine Unterführung unter den Gleisen erweitert, damit Lastwagen und bei Notfällen auch Rettungswagen diese Baustelle problemlos erreichen können.

In den kommenden Tagen werden auch die großen Baumaschinen im Lehrer Tal rollen, kündigt Projektleiter Dr. Stefan Kielbassa an. Südlich des Berliner Rings entsteht auf 80.000 Quadratmetern ein Arbeits-, Wohn- und Lagerplatz, von dem aus der "Zwischenangriff" erfolgen wird. Das heißt, von diesem Platz aus werden die beiden Tunnelröhren gleichzeitig in Richtung Norden und zum Hauptbahnhof gegraben.

Anders als die großen Tunnel durch die Alpen wird der Schnellbahntunnel nicht mit riesigen Maschinen gebohrt. Sondern Bagger graben, weil das im Juragestein praktikabler und wohl auch wirtschaftlicher ist, das Material aus und, wo nötig, werden ein bis zwei Meter große Scheiben aus dem Fels herausgesprengt. Nach jedem Stück wird sofort die äußere Hülle in Spritzbetonweise erstellt.

Die Grabungen auf dem Lerchenfeld und im Lehrer Tal starten etwa zeitgleich, berichtet Kielbassa. Von da an werde zweieinhalb Jahre lang an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr geschafft. Im Durchschnitt sollen sich die Arbeiter etwa 7,5 Meter pro Tunnelstück innerhalb von 24 Stunden vorarbeiten. Je Kalendertag sind das 15 Meter in jeder Tunnelröhre. Und weil die beiden Röhren gleichzeitig entstehen: insgesamt 30 Meter Vortrieb am Tag. Das herausgeholte Gestein wird zur Auffüllung alter Steinbrüche nach Blaustein, Schelklingen und Westerstetten gebracht.

Im Ulmer Bahnhof selbst wird nicht gegraben. Dort entsteht zunächst einmal nur die Grube, in der zwei Rampen installiert werden. Mittels derer werden die Züge die Höhendifferenz zwischen dem unterirdisch endenden Tunnel und den Bahnsteigen ausgleichen. In Dornstadt hatte sich die Bahn im November heftigen Ärger eingehandelt, weil Lastwagen, die auf der Baustelle für die neue Schnellbahntrasse eingesetzt werden, die Straßen massiv verdreckten. Auch die angrenzenden Häuser waren von Dreckspritzern verklebt.

"Auch wenn wir beschimpft wurden und darauf hin die Arbeit einstellten, unsere Fahrer waren das nicht", verteidigt sie Kielbassa. Schließlich sei auf der Baustelle bei Bollingen noch eine zweite Firma aktiv. Wer auch immer den Dreck hinterlassen habe, Kielbassa verspricht, dass das auf den jetzt anstehenden Baustellen auf Ulmer Markung nicht passiert. Zum ersten wird der Abraum, den es zu transportieren gilt, auf den beiden Baustellen immer umgeladen - also niemals aus dem Tunnelloch direkt auf die Strecke gebracht. Zum zweiten passiere jeder Laster, bevor er auf eine öffentliche Straße rollt, eine automatische Waschanlage. Ein flaches Becken, aus dem starke Düsen Wasser gegen die Reifen spritzen. Zudem müssten die Lkw über befestigte "Abrollstrecken" fahren, damit der Schmutz auch aus den Reifenprofilen geschleudert wird.

Daten und Fakten zum Tunnelbau
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Kommentare

04.01.2014 14:28 Uhr

Alpen

da hat sich der Journalist etwas "vertan" - es wird vielleicht beim Albabstiegstunnel keine Tunnelbohrmaschine eingesetzt, beim Bosslertunnel / Aichelberg aber sehr wohl - und das ist genauso in Juragestein und nicht in den Alpen. Vielleicht meinte Herr Buchta die "Alb" ? oder doch "die Alpen" ? Die Tunnels "in den Alpen" sind groß, die in der "Alb nur klein" ? (von: "wie bei den großen Tunnels der Alpen") . Was ist mit dem Fildertunnel ? - dort wurde bereits ein Teil der Tunnelbohrmaschine geliefert.
Und es wird mal wieder !! maximal versiegelt "mitten im Acker" - ist überhaupt noch klar, wo unser Brot herkommt ? vom Getreide, das auch "mitten in Acker" wächst. Vielleicht sollte man sich mal wirklich bewußt machen, wieviel für die Neubaustrecke zerstört wird - und es können dort nicht einmal Güterzüge fahren ! Volksabstimmung ? - dabei ging es NUR um den Finazierungsausstieg vom Land , und NICHT um bauen oder nicht-bauen. Aber auch die Ulmer und Anrainer werden irgendwann merken, daß man Beton nicht essen kann.

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03.01.2014 19:17 Uhr

Einschränkungen im Bahnverkehr durch Stuttgart21

(Stuttgart, 3. Januar 2014)

Die Deutsche Bahn AG setzt im Januar und Februar 2014 ihre Arbeiten für den Bau der Rettungszufahrt zum neuen Stuttgart-21-Tunnel „Untertürkheimer Kurve“ fort. Zur Vorbereitung des Einbaus von Hilfsbrücken werden im Bereich zwischen Stuttgart-Neckarpark (Mercedes-Benz) und Stuttgart-Untertürkheim weitere Arbeiten an den bestehenden Gleisen durchgeführt.

Auf Grund der Baumaßnahmen stehen statt vier jeweils nur zwei Streckengleise zur Verfügung. Es kommt zu folgenden Beeinträchtigungen im Zugverkehr:

Regionalverkehr
(jeweils Samstag und Sonntag vom 11. Januar bis 23. Februar 2014)

Züge der Interregio-Express (IRE)-Linie Stuttgart–Ulm–Lindau fahren ab Stuttgart etwa 20 Minuten früher. In Plochingen besteht in und aus Richtung Tübingen zusätzliche Umsteigemöglichkeit durch die RB-Züge Tübingen-Wendlingen, die bis und ab Plochingen fahren.

Die zweistündlich verkehrende Regionalbahn (RB)-Linie Stuttgart–Ulm fällt zwischen Stuttgart und Plochingen sowie in Gegenrichtung aus und hält nicht zwischen Plochingen und Göppingen, so werden die Anschlüsse in Plochingen aus und in Richtung Stuttgart erreicht.
....

Informationsmöglichkeiten zu den Fahrplanänderungen

Fahrgäste finden Einzelheiten zu den Änderungen auf Aushängen an den Bahnhöfen, unter [www.s-bahn-stuttgart.de] sowie [www.bahn.de]. Der persönliche Fahrplan für die Bauzeiten steht im Internet unter [www.bahn.de] zur Verfügung. Informationen gibt es auch beim Kundendialog DB Regio Baden-Württemberg unter der Rufnummer 0711 2092-7087 (montags bis freitags, 7 bis 20 Uhr), unter der Service-Nummer der Bahn 0180 6 99 66 33 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf) sowie im SWR-Text auf den Tafeln 528 und 529.

Für die Baumaßnahmen und die auftretenden Beeinträchtigungen bittet die Deutsche Bahn die Fahrgäste und Anwohner um Verständnis. Reisende werden gebeten, soweit erforderlich eine frühere Verbindung zu wählen."

http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?113,6708379
...

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Themenschwerpunkt

Albabstiegstunnel

Der Albabstiegstunnel ist Teil der Neubaustrecke von Stuttgart nach Ulm. Die Rohbauarbeiten für den 5,9 Kilometer langen Tunnel von Dornstadt nach Ulm sollen 2018 beendet sein. 2021 soll der Tunnel in Betrieb gehen.

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