Aktion gegen Verlängerung der Arbeitszeit

Längere Arbeitszeiten im Gastronomiegewerbe – das will die Gewerkschaft NGG verhindern. Mit Plakaten machten sie auf das Problem aufmerksam.

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Luca Kahn-Petrovic hielt die Forderung der NGG hoch.  Foto: 
„Sind Sie manchmal nach der Arbeit richtig kaputt und nicht nur müde?“ Mit dieser Frage auf einem Plakat haben am Donnerstag Mitglieder der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) die Aufmerksamkeit der Autofahrer in der Neuen Straße auf ihr Anliegen gelenkt. „Darum Hände weg vom Arbeitszeitgesetz, meinen wir uns unserer Gewerkschaft NGG.“

Die Gewerkschaft setzt damit ein Zeichen gegen eine Forderung des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), der die tägliche Arbeitszeit in Sonderfällen auf bis zu zwölf Stunden am Tag ausweiten möchte, maximal an drei Tagen in der Woche. „Das ist ein halber Tag hinten rangehängt“, sagt NGG-Bezirksgeschäftsführerin Karin Brugger. „Wir haben die Befürchtung, dass es nicht bei den drei Mal pro Woche bleibt.“ Setze sich der Dehoga durch, drohe den Arbeitnehmern im Gaststättengewerbe eine 60-Stunden-Woche.

Der Verband nennt seine Forderungen eine „Anpassung des Arbeitszeitgesetzes an die Lebenswirklichkeit“. Sie entspräche in mehreren Branchen schon lange dem Arbeitsalltag. Das lässt Brugger nicht gelten. „Wir verstoßen oft genug gegen die geltenden Regeln und dann ist es rechtens?“ Das ist Bruggers Ansicht nach nicht der richtige Weg. Mehr Personal und Schichtdienst seien die richtige Lösung.

Der Dehoga sieht sich missverstanden. In einem Positionspapier stellt der Verband heraus, dass es seinen Mitgliedern nicht um eine generelle Verlängerung der Arbeitszeit gehe. Vielmehr solle gesetzlich eine Möglichkeit geschaffen werden, dass „ein Überschreiten der täglichen Höchstarbeitszeit von zehn Stunden möglich ist“ – nur nach schriftlicher Einwilligung des Mitarbeiters. Bislang darf die tägliche Arbeitszeit von regulär acht Stunden auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn der Durchschnitt in einem halben Jahr nicht mehr als acht Stunden beträgt.

Aufgrund des seit Jahresbeginn geltenden Mindestlohngesetzes, muss der Arbeitgeber die Arbeitszeit zu detailliert dokumentieren. Arbeitet ein Mitarbeiter zu lange, drohen dem Arbeitgeber Bußgelder in Höhe von bis zu 30 000 Euro.

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