Absurdität und Wortwitz im Akademietheater

Regen Publikumszuspruch erhielt das neue Programm "Vernünftig werd ich nie!" der 3 Liederlichen, die am Silvesterabend im Akademietheater mit zwei Vorstellungen für gepflegte Unterhaltung sorgten.

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Regen Publikumszuspruch erhielt das neue Programm "Vernünftig werd ich nie!" der 3 Liederlichen, die am Silvesterabend im Akademietheater mit zwei Vorstellungen für gepflegte Unterhaltung sorgten.

Anna Elisabeth Brüderl und Jens Franke, von Stephanie Martin am Klavier begleitet, nahmen die Gäste mit auf eine Reise voll von sprachlicher Absurdität und Wortwitz in bester Tradition eines Heinz Erhardt. In einer Art Dialog wechselten die beiden Schauspieler sich ab, immer gekonnt musikalisch unterlegt von Kapellmeisterin Martin.

Stets gelang ihnen die richtige Balance zwischen Lied und Gedicht. Mit klarer Gesangsstimme und perfekter Intonation verzauberte Franke, stellvertretender Leiter der AdK, das Publikum mit einem Liedgut, das mal kitschig-sentimental moderne Musicals zitierte, mal operettenhafte Leichtigkeit zelebrierte.

So geriet ein Stück über die Sorgen und Nöte der Schauspieler mit einer wunderbar tuntenhaft gespielten Einlage zur Lachnummer des Abends - das Publikum johlte! Für Trübsinn blieb da wahrlich kein Platz. Schließlich verbirgt sich hinter dem programmatischen "Vernünftig werd ich nie!" die Aufforderung, etwas zu riskieren, ja, das Leben zu genießen. "Wenn du das Gold von den Sternen suchst, musst du allein hinaus in die Gefahr" sang Franke in einer fantastischen Mär über einen König und seinen Sohn.

Brüderl brachte solche schwülstigen Weisheiten viel nüchterner unter das Volk: "Das Reh springt hoch, das Reh springt weit - warum auch nicht, es hat ja Zeit." Voller Körpereinsatz und tragikomisches Minenspiel machten aus der Gedichtrezitation einen Flirt mit dem Publikum - die lasziv am Klavierrücken lehnende Dame mit der lässig drapierten Federboa hatte Worte wie Männer fest im Griff. Überhaupt war an diesem Abend jede Pointe ein Treffer.

Info Weitere Termine am 21., 22. und 28. Februar sowie am 1. und 8. März, jeweils um 20.15 Uhr.

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