„Willkommen“ im Akademietheater – Darf ein Flüchtling in die WG?

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Die AdK spielt „Willkommen“.  Foto: 

Im überhitzten Theaterraum des Akademietheaters geht es hoch her: In einer WG aus selbstverliebten Yuppies artet ein gemeinsames Abendessen aus in eine hitzige Diskussion zum Umgang mit Flüchtlingen aus. Lutz Hübner und Sarah Nemitz haben mit „Willkommen“ eine treffliche aktuelle Komödie daraus gemacht. Vier Schüler, ein Ehemaliger und ein Dozent der AdK nutzen den Text für zumeist herrliche Studien der Typen mit vollem Körpereinsatz trotz recht unterschiedlichen Niveaus.

Benny (Theodoros Tsilkoudis) verkündet, einen einjährigen Dozenten-Job in New York bekommen zu haben. Für die Zeit seiner Abwesenheit macht er den Vorschlag, sein Zimmer Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Die Fotografin Sophie (Noemi Fulli) ist begeistert und plant gleich ein Dokumentarprojekt. Doro (Diana Stecker) hat keinen Bedarf an Kontakt mit fremden Lebenswelten. Und Jonas (Jim Mindner) bangt um seine Ruhe.

Doch auch das Nesthäkchen Anna (Leonie Hassfeld) hat etwas zu verkünden: Sie ist schwanger und würde gern mit dem Kindsvater zusammenziehen. Da käme das freie Zimmer doch gerade recht. Als der sympathische blonde Achmed (Simon Rossa) vorbeischaut, wird die Schraube noch einmal angezogen, denn der Sozialarbeiter äußert sich unverblümt über Araber und Gutmenschen. Im Dschungel der politischen Korrektheit prasseln die Pointen in atemlosen Tempo nur so hin und her.

Günther Brendel hat die Spielfläche in Zusammenarbeit mit dem Ensemble, das selber für die teils seltsamen Kostüme verantwortlich ist, in die Mitte des Raums verlegt. Die Zuschauer sitzen drumherum und werden Teil des Geschehens. Und so bleibt einem das Lachen vor lauter Selbsterkennen in Fragen der Toleranzgrenze und eigener Komfortzone oftmals im Halse stecken.

Info Weitere Aufführungstermine: 11., 17., 18., 24. und 25. November 20.15 Uhr. Karten: 0731/38 75 31.

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