Kulinarischer Weihnachtsmarkt: „Ulmensien“ mit und ohne Brötchen

Der Weihnachtsmarkt bietet unter dem Namen Ulm allerlei Deftiges. Es gibt aber auch vegetarische und vegane Gerichte und eine große Auswahl an Süßem.

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  • Ein „Ulmer Semmel“ mit Grillschinken ist nur eine der deftigen Speisen, die unter der Bezeichnung Ulmer angeboten werden. 1/3
    Ein „Ulmer Semmel“ mit Grillschinken ist nur eine der deftigen Speisen, die unter der Bezeichnung Ulmer angeboten werden. Foto: 
  • Wer etwas Süßes mag, findet auch Bio-Dinkel-Waffeln am Stand der Kornmühle. 2/3
    Wer etwas Süßes mag, findet auch Bio-Dinkel-Waffeln am Stand der Kornmühle. Foto: 
  • Wer etwas Süßes mag, findet auch Bio-Dinkel-Waffeln am Stand der Kornmühle. 3/3
    Wer etwas Süßes mag, findet auch Bio-Dinkel-Waffeln am Stand der Kornmühle. Foto: 
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Wir beginnen unseren Weihnachtsmarktbummel im Schneetreiben an einer ganz neuen Ecke. Am südlichen Münsterplatz hinter dem Märchenwald hat das „Münsterplätzle“ eröffnet, ein auch in Stoßzeiten ruhiger Platz mit Anbietern regionaler Produkte. In der Cassismanufaktur Danner gibt es gezuckerte Früchte und alles von der Johannisbeere, nebenan bei „Oh my waffle“ kommen duftende Waffeln auf den Teller. Wir schauen aber zunächst am „Rosebottel“-Stand vorbei, wo uns eine heiße Zitrone (mit einer Essenz aus sizilianischen Bio-Zitronen) mit weißem Rum sowie eine aromatische Mischung aus heißer Orange, Honigessenz, Ingwer und einem kräftigen Schuss Bourbon Whiskey (je Becher 4,50 Euro) aufwärmt.

Dann geht es Richtung Märchenwald und vorbei an der heimeligen Holzhütte „Zur Ente“, in der Stadthauschef Christian Becker Abend für Abend am Kamin Entenbraten mit Knödel und Rotkraut serviert. Allerdings ist es dringend geraten, zu reservieren.

Für uns darf es noch eine Spur wilder sein, darum zieht es uns zum „Wilder Jagr“ (Stand 23) neben der Glasbläserhütte. Hier brutzeln die roten und weißen Wildwürste einträchtig nebeneinander auf dem Rost, hier reihen sich rustikal die Jägertee-Flaschen aneinander. Die Würste werden mit dem original hausgemachten Preißelbeersenf serviert, der auch den Cheeseburger (5,20 Euro) veredelt. Ein großes, schön kross angebratenes Patty aus Wildfleisch wird getoppt von Salat, Zwiebeln und dem leicht süßlich-scharfen Senf, alles zusammen steckt wahlweise in einem normalen oder einem Laugenwecken. Es ist eine sättigende Portion, Stammkunden sind deshalb schon mittags am Jagr-Stand zu finden. Ein Sattmacher auch für die Hungrigsten ist das Wildgulasch im Brotteig. Für 6,50 Euro serviert das fröhliche Jagr-Team um York Wachter und Uli Fischer ein Roggenbrot, gefüllt bis zum Rand mit Gulasch vom Wild aus der Region.

Während die einen Botschafter der kulinarischen Wildnis sind, ist das Team um Käshäusle-Standchef Wilhelm Niederlein dem Thema Käse kulturell verfallen. Wer Niederlein beobachtet, wie er fast andächtig den Raclette-Käse unterm Grill flüssig werden lässt bis er blubbernd Blasen wirft, braun wird und feinste Röstaromen verbreitet, und diesen auf Baguette verstreicht, weiß, dass hier inmitten des bisweilen hektischen Ulmer Weihnachtsmarktes wahres Slow Food zu finden ist. Vier bis fünf Minuten braucht Niederlein für eine Portion original Schweizer Raclette, frisch vom Laib gestrichen und krossem Baguette (6 Euro). An Wochenenden kann die Schlange der Wartenden schon mal bis hinters Karussell reichen. „Toll, dass sich die Menschen für ein so wundervolles Produkt wie Käse Zeit nehmen“, freut sich das Käshäusle-Team. Und so gibt es hier am Stand 009 am Eingang Hirschstraße das volle Programm: Käse-Rote, Käsewurst Chakalaka, Käse-Waffel am Stiel, Allgäuer Käsesuppe im Wecken oder in der Schüssel, Quiche Lorraine, Raclette frisch vom Laib, Ofenkäse, Baguette mit Schafskäse-Mango, Gorgonzola, Gruyere oder Raclette.

Für die beiden Berufsschüler Philipp Faßold und Hannes Schmid darf es hingegen etwas herzhafter sein. Die beiden 17 und 20 Jahre jungen Männer aus Ehingen und Blaubeuren machen um Käse- und Wildstand einen großen Bogen und wollen dreimal die Woche in der Mittagszeit nichts anderes haben als die Feuerwurst am Stand von Burger.  „Die schmeckt einfach gut“, sagt Philipp und sein Schulfreund Hannes pflichtet ihm bei, dass es eine solch lange Wurst sonst nirgendwo gebe.

Dabei bietet der Markt viel Auswahl an Essen und Trinken. Und zwar so viel wie nie zuvor, wie das Ehepaar Herta und Günther Seitz sagen. Sie kommen aus Gundelfingen, sind aber öfter in Ulm und glauben wie die Frau Sagt: „So viele Fressbuden habe ich noch nie gesehen.“ Allerdings kommen sie weniger wegen Wurst und Glühwein in die Stadt, sondern um sich einstimmen zu lassen und schöne Weihnachtsgeschenken zu kaufen.

Ganz anders Sabine Werner (73) und Gunter Garni (87), die sich ein jeder einem „Ulmer Semmel“ zuwenden, der ihnen zwar gut schmeckt, den sie aber nicht unfallfrei essen können. „Irgendetwas fällt immer herunter“, sagt Sabine Werner, die das Essensangebot ebenso wie ihr Begleiter als „immer gut und ausreichend“ empfindet.

Tatsächlich gibt es heuer einige kulinarische „Ulmensien“ auf dem Markt. Der „Ulmer Semmel“ am Stand 069 für 4,50 Euro, die „Ulmerlinge“ am Stand 105 für 3,80 Euro, den „Ulmer Burger“ bei Burger für 5,50 Euro oder den „Ulmer Bio-Weihnachtstee“ am Stand 053 der Kornmühle, der wunderbar zu den Dinkel-Waffeln für 2,50 Euro schmeckt.

Wer nach Gulasch, Burger oder veganen Seitan-Würsten (6,80 Euro) oder Veggie-Burger (5,80 Euro), nach Gemüseschnitzel (3 Euro) oder einer Portion Blumenkohlröschen (4 Euro) am Stand 126 etwas zur Verdauung braucht, findet am Stand mit der Nummer 089 der Brennerei Feller sogar einen schwäbischen Whisky oder einen schwäbischen Rum. Von der Suppe über die Vorspeise, den Hauptgang bis zur Nachspeise und einem heimischen Digestif bietet der Weihnachtsmarkt im Grunde mehrgängige Menüs der eigenen Wahl.

Schlagwort Der Weihnachtsmarkt auf dem Ulmer Münsterplatz hat noch bis Freitag, 22. Dezember, geöffnet. Und zwar täglich von 10 bis 20.30 Uhr. Mehr Informationen unter
www.ulmer-weihnachtsmarkt.de.

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