"Rettet das blaue Herz Europas" will Natur auf Balkan schützen

Die Initiative „Rettet dass blaue Herz Europas“ sorgt sich um unberührte Fließgewässer. Im Vorfeld des Donaufests ist das Projekt in Ulm vorgestellt worden.

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Intakte Auwälder, mäandernde Wildflüsse, kristallklare Bäche,  Artenviefalt – all das gibt es noch auf dem Balkan. Doch wie lange noch? Nach Erkenntnissen der Naturschutz-Organisationen „Euro Natur“ und „River Watch“ sind diese einzigartigen Flusslandschaften hochgradig gefährdet.

Verglichen mit Deutschland, wo es keine „zehn Prozent natürliche Flussabschnitte mehr gibt“, sagt „Euro Natur“-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer, „haben wir auf dem Balkan fast paradiesische Zustände.“ An der Donau sei es mittlerweile schwierig, „hydromorphologisch intakte Abschnitte“ zu finden. Einer Studie zufolge sei dagegen die Struktur der Fließgewässer im Südosten des einstigen Jugoslawiens und in Teilen Albaniens weitgehend unberührt.

35.000 Flusskilometer haben die Forscher auf der Balkanhalbinsel untersucht. Ergebnis: 80 Prozent der Fließgewässer seien in „sehr gutem bis akzeptablem Zustand“. Ein Lebensraum, der der biologischen Vielfalt zugute komme. „Ein Viertel aller bedrohter Fischarten in Europa lebt in Balkanflüssen“, klärte Schwaderer im Stadthaus auf. Allein 69 Fischarten käme nur dort vor, nirgendwo anders auf der Welt. Zudem: „Allein in den letzten fünf Jahren wurden 15 neue Insektenarten entdeckt.“

Was ihnen den Garaus machen könnte, sind nationale und regionale Projekte zur Energiegewinnung. Nach Erkenntnissen der Naturschützer sollen auf der gesamten Balkan-Halbinsel in den nächsten Jahren 2683 Wasserkraftwerke gebaut werden. Nicht wenige davon von Unternehmen aus der EU, mithilfe von Darlehen europäischer Banken. Und das zum Teil inmitten  ausgewiesener Naturschutzgebiete.

Die Naturschützer setzen nun alles daran, die Staudammflut zu stoppen, bevor sie begonnen hat – über Aufklärung, Sensibilisierung und gemeinsame Aktionen mit anderen Verbänden. Das konzentriert sich auf drei Schwerpunktgebiete: die in die Donau mündende Save, die Vjosa in Albanien und den „Mavrovo Nationalpark“ in Mazedonien. Schwaderer hofft, in der Zivilgesellschaft ein breites Verantwortungsbewusstsein wecken zu können, denn: „Dem blauen Herz Europas droht der Infarkt.“

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