„Mass of Joy“ fehlte etwas Freude

Die vereinigten Petrus-Ensembles boten unter Kantor Oliver Scheffels in der evangelischen Stadtkirche Neu-Ulm die Gospelmesse „Mass of Joy“.

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Petruskantor Oliver Scheffels dirigiert die „Mass of Joy“.  Foto: 

Draußen herrschte über der Donau am Samstagabend Gewitterschwüle, aber leider gab es auch drinnen in der stickigen Petruskirche nur wenig Luft zum Atmen – für die agierenden Sänger und Musiker war das noch problematischer als fürs frohgestimmte Publikum.

Trotzdem: Ganz so betulich hätte Oliver Scheffels die Tempi dann doch nicht wählen müssen. Schließlich stand die Große Freudenmesse auf dem Programm, ein vor allem in Kirchenkreisen sehr geschätztes Werk, das seit seiner Erstveröffentlichung 1998 landauf landab ständig irgendwo aufgeführt wird. Zahlreiche Plattenaufnahmen belegen den Popularcharakter; auch die Ulmer Gospelqueen Siyou macht da keine Ausnahme.

Komponist Ralf Grössler, Jahrgang 1958, ist seit einiger Zeit Kirchenmusikdirektor und in der Oldenburgischen Landeskirche zu Hause, damit also auch ein Kollege von Petruskantor Scheffels. Grössler arbeitet seit vielen Jahren und sehr erfolgreich vor allem für den innerkirchlichen Gebrauch. Evangelische Kirchenmusik, vor allem Gospel in zeitgemäßer Ausprägung, ist in Deutschland ohne diesen Mann kaum vorstellbar.

Dass er in der Freudenmesse aber seinen Sängern – in Neu-Ulm der Petruschor und der Gospelchor – so wenig zutraut, spricht ganz klar gegen die „Mass of Joy“. Wenn Freude aufkommt, dann allein im instrumentalen Bereich. Die Streicher haben daran ihren Anteil, Spaß machen aber letztendlich nur die Bläser. Allen voran Sören Riegert mit seinen Saxophonen, aber auch der Perkussionist Johannes Reischmann am Vibraphon. Eva-Maria Ogrzewalla lieferte dem Dirigenten und allen Musikern am E-Piano ein solides Fundament.

Und was war mit der Solistin, mit Andrea Chudak? Von der Kanzel herab hätte wenigstens sie, die professionelle Sopranistin, an Opernhäusern engagiert und auf vielen Konzertpodien zu Hause, die Freudenbotschaft verkörpern müssen. Leider Fehlanzeige.

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Kommentare

28.06.2016 16:45 Uhr

Super Konzert!

Auch ich kann die Rezension des Herrn Ulrich Schneider-Allgaier absolut nicht nachvollziehen. Ich empfinde es als äußerst unfair seine schlechte Laune an den Beteiligten auszulassen. Oder war Herr Schneider- Allgaier in einer anderen Veranstaltung!?

Es war ein wunderschönes Konzert! Die Freude der Beteiligten und auch das Können verursachte beim begeisterten Publikum so manches Mal Gänsehaut pur.

Auch der gewaltige Stimmumfang, der Solo-Sängerin, die die zum großen Teil schwierigen Passagen mit Freude, Schwung und Können vortrug, lief wohl an Herrn Schneider-Allgaier vorbei. Ebenso wie die stehenden Ovationen des Publikums und geforderten Zugaben zum Abschied für die Mitwirkenden.

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28.06.2016 15:39 Uhr

Tolles Konzert!

Ich kann diese Rezension in keiner Weise nachvollziehen. Es war ein Abend mit qualitativ hochwertiger Musik, voller Energie und die Solo - Sängerin strahlte Freude pur aus. Schade, dass ein solcher Artikel abgedruckt wird. Oder war der Reporter vielleicht auf einer anderen Veranstaltung?

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