„Macho Man“ im Theaterei-Zelt

Das Ein-Mann-Stück „Macho Man“ mit Sven Djurovic bietet im Theaterei-Zelt in Ulm grandiose Unterhaltung. Für Aylie mutiert der Schlumpf Daniel zum Sexgott.

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Flieger zwischen Kulturen: Sven Djurovic.  Foto: 

Sexuelle Attraktivität war nie die Domäne von Daniel. Er ist von seinen Eltern im Geist der 68er erzogen worden und lebte 30 Jahre lang ein Leben als Weichei. Von seiner Freundin wird er verlassen, weil er zu unmännlich ist. Doch dann trifft er auf Aylin.

Es braucht nicht viel. Eine karge Bühne mit einem weißen Regal, einen rosa Hartschalenkoffer und einen großartigen Schauspieler: Fertig sind zwei Stunden leichte Unterhaltung mit Niveau, das trotz Witzefeuerwerk nie abflacht. Mittendrin: Sven Djurovic.

Unter der Regie vom Erik Rastetter läuft er in der Komödie von Moritz Netenjakob (Bühnenfassung: Gunnar Dreßler) zu Höchstform auf. Er verkörpert nicht nur den zuerst herrlich unsicheren, von Selbstkritik und Zweifeln geplagten Daniel, er zeigt ihn auch, als er sich unter der Obhut von Cem, dem Bruder von Aylin, in türkischem Outfit in einen Sexgott verwandelt.

Dann sind da noch seine Eltern, linksalternativ und aufgeschlossen, sie haben ihm beigebracht, Frauen gegenüber „Respekt und Achtung“ zu zeigen. Außerdem: die Eltern von Aylin, die gesamte Verwandtschaft samt Tante, die aus dem Kaffeesatz liest, ob eine mögliche Ehe der beiden klappen könnte. Und der Freund Mark, mit dem er sich immer nur auf „Lindenbergisch“ unterhält.

Das Stück ist eine Liebesgeschichte zwischen der Türkin Aylin und dem Deutschen Daniel und eine liebevolle Auseinandersetzung zwischen den Kulturen. Und gerade aktuell ist es wohltuend, über diese kulturellen Unterschiede zu lachen, sie zu überspitzen, ohne sie zu werten.

Es ist unglaublich amüsant, Aylins und Daniels Väter zu beobachten. Der türkische Patriarch vom Roten Meer, der von Trabzonspor schwärmt und den man mit Negativem über die Griechen erobern kann. Der sozialkritische Vater von Daniel, der ihm ein Insiderbuch-Enthüllungsbuch über das türkische Militär schenkt.

Und dann ist da noch Mutter Erika, die ihre Fremdenfreundlichkeit an türkischen Oliven, Knoblauch und Bauchtanz demonstriert. Natürlich geht die Komödie dank Schlumpflied gut aus. Es bleibt die Maxime, kulturell offen und sich trotzdem selbst treu zu bleiben.

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