"Kulturenküche": Essen für die Integration

Kochen, stricken und dabei die deutsche Sprache lernen: Bewohner aus dem gesamten Stadtgebiet nutzen die Begegnungsstätte im Dichterviertel- Treff. Besonders beliebt ist dort die Kulturenküche.

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Wer bei der Kulturenküche im Dichterviertel-Treff mitmacht, hat - wie zu sehen ist - offensichtlich jede Menge Spaß dabei. Foto: Lars Schwerdtfeger

Auf dem Tisch standen unter anderem Käsehörnle aus Ungarn, Empanados, also Käse-Mais-Taschen aus Argentinien, und Köttbullar aus Schweden. Selbst gekocht. Kulturenküche heißt der Rahmen innerhalb dessen diese kulinarischen Besonderheiten zubereitet werden. Und der Dichterviertel-Treff in der Gartenstraße stellt die Räumlichkeiten und die Idee. "Es geht dabei hauptsächlich um die Begegnung, um den Austausch und um die Verständigung", sagt Ute Brischar, die Leiterin des Treffs und Ideengeberin für die Kulturenküche. "Wenn eine Afghanin und eine Brasilianerin ins Gespräch kommen, gibt es viele spannende Geschichten."

Die Kulturenküche ist ein Projektangebot des "Dichterviertel-Treffs", der dieses Jahr sein fünfjähriges Bestehen feiert. Als internationale Begegnungsstätte für die Anwohner wurde die Einrichtung im Rahmen des bundesweiten städtebaulichen Förderprogramms "Soziale Stadt" 2008 ins Leben gerufen. Die Grundidee war, die Lebens- und Wohnqualität der Menschen zu verbessern und durch verschiedene Veranstaltungen das Quartier sozial aufzuwerten. "Es waren hauptsächlich ältere Menschen, Kinder und Migrantinnen, die anfangs diesen Treff dankend annahmen", erzählt Ute Brischar, die seit 2008 von Heike Reith unterstützt wird.

Die gesetzlichen Maßnahmen zur "Sprachförderung", die nicht mehr dem Sozialrecht, sondern dem Aufenthaltsrecht zugeordnet werden, helfen den Frauen zwar, sich zu verständigen, "aber für Basic-Deutsch, um also Überweisungen ausfüllen etwa, können sie auch zu uns kommen", sagt Heike Reith. Die zahlreichen Angebote des Dichterviertel-Treffs haben nämlich eine gemeinsame Grundlage: Geselligkeit, in der auch die Sprache gelernt werden kann. "Nach der Beendigung des Programms Soziale Stadt stand generell die Arbeit mit Frauen und Migrantinnen im Vordergrund", sagt Reith. Wie das aussehen kann, zeigten zu den musikalischen Klängen des Duos Safran, emsig kochende, bewirtende und essende Frauen aus aller Welt: Integration ist nicht nur eine grammatikalische Angelegenheit, sondern auch ein zu genießendes und kommunikatives Mahl.

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