"Japaner sind doch eher schüchtern"

Jazzer aus Japan sind in unseren Breiten eher unbekannt. Am Sonntag gastieren drei im Scharff-Haus. Ein Gespräch mit Klarinettist Eiji Hanaoka.

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Jazzt am Sonntag im Edwin-Scharff-Haus: Eiji Hanaoka.  Foto: 

Japanische Jazzmusiker sind in Deutschland nahezu unbekannt. Warum ist das so?

EIJI HANAOKA: Als der Jazz Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Siegeszug begann, tat er es auch in Japan. Jazz war damals aber vor allem eine Sache der Wohlhabenden. In den 1950er Jahren kamen alle damals namhaften Jazzmusiker nach Japan, es gab eine regelrechten Jazz- Boom. Davon war aber außerhalb Japans nichts zu spüren. Wir lagen einfach im fernen Osten. Und vielleicht hat das auch damit zu tun, dass wir Japaner im Allgemeinen doch recht schüchterne Menschen sind.

Was ist populärer in Japan, traditionelle Spielarten wie New Orleans oder Swing, oder doch modernerer Jazz?

HANAOKA: Bei uns ist es so wie überall auf der Welt. Die moderneren Varianten sind nicht so populär wie der Mainstream Jazz. Und wie in den meisten Ländern ist bei uns die Popmusik das Populärste. Aber es gibt viele junge Menschen, die sich auf der einen Seite Hip-Hop anhören, dann aber auch eine Platte von John Coltrane. Es ist also alles ziemlich offen.

Wie würden Sie die Jazzszene in Japan beschreiben - eher akademisch geprägt oder sind es vor allem Autodidakten?

HANAOKA: Natürlich gibt es beides: Ich selbst unterrichte Jazz in Japan an einer Musikhochschule und an mehreren Colleges. Im Endeffekt kommt es aber darauf an, was der einzelne Musiker daraus macht. Wenn ein Musiker nicht swingt, kann man es ihm nicht einfach so beibringen.

Info Am Sonntag, 19 Uhr, gastiert das International Hot Jazz Quartet im Edwin-Scharff-Haus. Dahinter verbergen sich der italienische Pianist Paolo Alderighi, der amerikanische Trompeter Duke Heitger, der deutsche Saxophonist und Klarinettist Engelbert Wrobel sowie der Ulmer Schlagzeuger Bernard Flegar. Zu ihnen stoßen die japanischen Gäste Eiji Hanaoka (Karinette), Nagome Sakuma (Gitarre) und der Kontrabassist Masato Kobayashi.

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