„High Voltage“: Das Hochspannungsvarieté überzeugt im Ulmer Zelt

Hochspannung pur beim Ulmer Zelt-Varieté: Die Zuschauer mussten sich bei den Darbietungen der hochkarätigen Künstler im Atemanhalten üben.

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Wieder war das Zelt ausverkauft. Mit den Jahren hat sich die Qualität von „High Voltage!“, dem Ulmer Hochspannungsvarieté, herumgesprochen, und so zeigten auch heuer einige Ausnahmeakrobaten, Artisten und ein Magier die ganze Bandbreite ihres Könnens.

Zum Beispiel Antje Pode, die nicht nur am Vertikalseil in der Zeltmitte und über den Köpfen des Publikums atemberaubende Kunststücke vollführte. Nein, sie wirbelte auch, auf der Bühne liegend, einen Koffer mit dem Fuß im Takt der Musik durch die Luft, ließ gleichzeitig ihre Handtasche mit dem anderen Bein rotieren und jonglierte dazu noch mit zwei Äpfeln und einer Orange.

Oder Herr Benedict, der mit seinem Cyr Wheel, einer Art Rhönrad mit nur einem Reifen, den Zuschauern den Traum vom Fliegen näherbrachte. Herr Benedict heißt eigentlich Martin B. Schepers, ist Absolvent der Berliner Artistenschule und zog im Zelt dynamisch kraftvolle Kreise über die Bühne und machte dazu allerlei akrobatische Verrenkungen.

Dann Paul Chen, der zweifache Weltmeister auf dem Einrad. Er hüpfte mit seinem Rad Treppen rauf und runter, sprang damit Trampolin oder – wie Löwen im Zirkus – von einer Plattform zur anderen.

Als weitere Leckerbissen erwiesen sich die beiden Einlagen von TJ Wheels, alias Till Schleinitz: zum einen die sogenannte „Rola Rola“-Akrobatik, bei der sich der Artist in der Kunst des Gleichgewichts auf frei beweglichen Rollen und darüber gelegten Brettern übt. Doch nicht nur das: Schleinitz hüpfte, auf den unsicheren Brettern stehend, auch noch Seil, jonglierte oder machte einen Handstand. Zum anderen zeigte der 40-Jährige eine spektakuläre Rollschuhshow, bei der er eine „Bühnen-Halfpipe“ rauf und runter fuhr, gleichzeitig jonglierte oder akrobatische Einlagen zeigte.

Erotisch und ein wenig schaurig wurde es, als Beautiful Jewels, alias Jewels Good, die Bühne betrat. Die gebürtige Russin ist Schwertschluckerin und begann mit 14, täglich zu üben, bis sie eine 55 Zentimeter lange Schwertklinge durch ihre Speiseröhre führen konnte. Gleiches machte sie im Zelt auch mit einer echten, langstieligen Blume oder einem einfachen Drahtkleiderbügel, nachdem sie ihn zusammengedrückt hatte.

Schließlich der Moderator des Abends, Matthias Rauch. Ein echter „Ruhrpott-Jung“, der es, mit dem entsprechendem Humor ausgestattet, immer wieder schaffte, die Spannung herauszunehmen und für ausgelassenen Spaß zu sorgen. Darüber hinaus erwies er sich als begnadeter Magier, der nicht nur sein Tischchen „Sören“ zum Schweben brachte, sondern scheinbar aus dem Nichts einen Papierhut zauberte sowie seine Paradedisziplin, die Manipulation, also Kartentricks par excellence vorführte und erläuterte, dass alles eine Illusion sei, die auf den gleichen Grundprinzipen basiere, egal ob man eine Karte oder die Freiheitsstatue verschwinden lasse.

Ein restlos fasziniertes und begeistertes Publikum dankte den Künstlern mit riesigem Applaus.

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