"Entarteter" Kokoschka kehrt nach Ulm zurück

Ganz ohne Gurlitt, aber doch eine schöne Überraschung: Das Ulmer Museum bekommt ein Kokoschka-Bild zurück, das die Nazis beschlagnahmt hatten.

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Nach 77 Jahren wird man es endlich wieder bewundern können: Das Bild "Genfer See II" von Oskar Kokoschka kehrt als Schenkung in das Ulmer Museum zurück, wie gestern mitgeteilt wurde. Dann wird das Ölgemälde erstmals wieder dort gezeigt, wo es im Jahr 1937 von den Nazis als "entartete Kunst" beschlagnahmt worden war.

Zwei Jahre später wurde es auf der berüchtigten Auktion von "Gemälden und Plastiken moderner Meister aus deutschen Museen" in Luzern versteigert. Wo es danach hinkam, werden die Ulmer in knapp zwei Wochen erfahren, wenn das Gemälde offiziell übergeben wird.

Bis dahin will sich Museumsleiterin Gabriele Holthuis bedeckt halten. Doch es handle sich tatsächlich um jenes Bild aus dem Jahr 1924, das im Ausstellungskatalog "Kunst und Kultur in Ulm 1933-1945" von 1993 abgebildet ist. Nur der Name habe sich von "Genfer See" zu "Genfer See II" gewandelt, dem Originaltitel. "Reiner Zufall" sei es, dass das verlorene Stück heimkomme. Wer der Geber ist, das will die Museumschefin noch nicht verraten. Nur so viel: Es komme aus Privatbesitz.

Der Vorgang ziehe sich seit "gefühlten zwei Jahren" hin: "Wir haben ein Signal bekommen und daraufhin geguckt", sagt Holthuis. Gerne hätte sie das Bild schon im Zuge des Falls Gurlitt präsentiert, "um zu zeigen, dass wir solche Dinge auch einfach nur so zurückbekommen". Doch die Angelegenheit sei so oder so "spektakulär", handle es sich doch um hochkarätige Kunst. Zum Wert des Gemäldes will sie keine Angaben machen.

"Genfer See II" ist das dritte der 233 als "entartet" konfiszierten Werke, das ans Ulmer Museum zurückkommt. Von Mai an wird es mit den beiden anderen restituierten Bildern von Carl Hofer und Anton Faistauer präsentiert.

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