"Elias" als Klangereignis in Oberelchingen

Der "Elias" ist nicht nur eines von Felix Mendelssohn Bartholdys beliebtesten geistlichen Vokalwerken, sondern ein streckenweise äußerst dramatisches Meisterwerk.

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Der Junge Kammerchor Ulm und das Projektorchester Ulm schufen mit dem Stück am Sonntagabend ein wuchtig-überwältigendes Klangereignis in der Klosterkirche Oberelchingen.

Es spricht für das Können des künstlerischen Leiters Manuel Sebastian Haupt, dass er die verschiedenen Tempi und Stimmungen des Oratoriums - von wuchtig-dramatisch bis lyrisch-verhalten - mit Fingerspitzengefühl und Sachverstand zu einer homogenen, berührenden Klangeinheit zusammenfügte. Wohl akzentuiert, ohne in den dramatischen Teilen in ein rein plakatives Pathos zu verfallen.

Chor, Orchester und Solisten waren klanglich feinfühlig ausbalanciert. Der Chor überzeugte etwa als "Volk" oder "Propheten Baals" durch seine zwar stimmgewaltige, aber nie dramatisch überzogene Ausführung. Auch das Projektorchester Ulm punktete mit gekonnter Phrasierung und Intonation. Bariton Daniel Blumenschein stand als Elias im Zentrum des Geschehens. Mit dem der Ouvertüre vorangestellten "Fluch des Elias" verlieh Blumenschein seiner Rolle von Beginn an eine alttestamentarische Autorität, die sich im zweiten Part bei den lyrischen Teilen in glaubhafte Resignation wandelte.

Tatjana Prybura, die anstelle der erkrankten Alice Fuder sang, klagte mit ihrem klaren Sopran eindrucksvoll als Witwe: "Was hast du an mir getan, du Mann Gottes". Altistin Jasmin Joos bewies mit warmer Stimme ihre Wandlungsfähigkeit als Königin oder Engel. Auch Tenor Youn-Seong Shim gestaltete den Obadjah ausdrucksmächtig mit seinem hellen, starken Timbre. Starker Applaus belohnte alle Akteure für diesen gelungenen Konzertabend.

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