„Die Migrantigen“: Komödie mit ernsten Untertönen

„Die Migrantigen“ hätte im „Donauflimmern“ vorgestellt werden sollen, aber die Vorführung ist ins Wasser gefallen. Der Film ist eine Komödie mit ernsten Untertönen.

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In Ulm bei Regen: Schauspieler Faris Rahoma und Regisseur Arman T. Riahi.  Foto: 

Ein wenig bedröppelt sahen Arman T. Riahi und Faris Rahoma ja schon aus, als sie das Unwetter über dem Ulmer SSV-Freibad begutachteten. Sie waren aus Wien angereist, um im Freilichtkino „Donauflimmern“ am Freitagabend ihren Spielfilm „Die Migrantigen“ vorzustellen. Vorführung und Publikumsgespräch fielen ins Wasser! Schade.

„Die Migrantigen“ erzählt vom erfolglosen Schauspieler Benny (Rahoma), der im fiktiven Wiener Viertel Rudolfsgrund als maximal integrierter „Bobo“ die Macher einer TV-Doku zusammen mit seinem Kumpel Marko (Aleksandar Petrovic) als vermeintliche Kleinkriminelle an der Nase herumführt. Damit erreicht er unfreiwillig glatt das Gegenteil, denn das Brennpunkt-Viertel macht anschließend Schlagzeilen als ein Ort, an dem organisierte Kriminalität, Prostitution und Schwarzarbeit regieren.

Die Komödie mit ernsten Untertönen sei kein Film über Migranten, sondern ein Film über „kleine Leute“ im Allgemeinen und funktioniere auch bestens als Medienkritik – „Medien zeigen das, was die Leute sehen wollen“, wie Hauptdarsteller Rahoma (42) in Ulm sagte, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hatte, mit wienerischer Zunge und Schmäh.

Der Sohn eines Ägypters und einer österreichischen Mutter kennt sich im Medienbusiness und dem Druck dort aus: Er arbeitet als Redakteur für den ORF, spielte 1997 im ägyptisch-französischen Monumentalfilm „Le Destin“ („Das Schicksal“) und immer wieder in Kino und TV.

Regisseur und Drehbuchautor Riahi (35), Kind aus dem Iran geflüchteter Eltern, machte sich mit Dokumentarfilmen fürs Kino und diversen TV-Produktionen einen Namen, legt mit „Die Migrantigen“ jedoch sein Spielfilmdebüt vor. Der Film ist mit bislang 63 000 Besuchern dieses Jahr der zweiterfolgreichste Kinofilm  in Österreich, direkt nach Josef Haders „Wilde Maus“. Auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis gab es den Publikumspreis in der Kategorie Spielfilm. Regulärer Kinostart in Deutschland ist am 7. September.

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