"Die Außerirdischen werden kommen"

Scharlatan, Phantast oder Prophet? Auf jeden Fall Bestseller-Autor: Erich von Däniken zog im Eychmüller-Haus Vöhringen Gläubige und Neugierige an.

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Er ist stolz, ein Phantast zu sein: Erich von Däniken kam mit seinen umstrittenen Thesen nach Vöhringen.

Waren die Götter Aliens, Prä-Astronauten, die vor Jahrtausenden das Leben auf der Welt beeinflusst haben? Und kommen die Astronauten-Götter wieder? Diese Fragen beschäftigen Erich von Däniken, den seine umstrittene Hypothese über Astronautengötter weltweit zum fast 70-fachen Auflagenmillionär machte, weiterhin. Er spricht über Phänome und ist selbst eines. Im Alter von 77 Jahren ist der fitte Schweizer, der "Ruhestand nicht nur langweilig, sondern tödlich" findet, derzeit mit seinem Multimedia-Vortrag "Götterdämmerung" auf Tour.

Mehr als 30 Bücher schrieb der gelernte Hotelier, der auch in Skandale verstrickt war, seit Ende der 60er Jahre. Eine kometenhafte Erfolgskurve auf dem Themengebiet der Prä-Astronautik. Die "Dänikitis", wie es das Handelsblatt ausdrückte, ist abgeflaut. Doch immerhin lockte der Parawissenschaftler am Freitag rund 250 überwiegend jüngere Besucher ins Vöhringer Eychmüller-Haus. Sein gut 90-minütiger Non-Stopp-Vortrag, den Fotos und Videoeinblendungen untermalten, zog Anhänger und Skeptiker, Kritiker und Befürworter, Gläubige und Neugierige an.

Nach kurzer Begrüßung kam der Schnellsprecher am Rednerpult sofort in Fahrt. Wahre Redefluten goss er, hochemotional wie ein Guru, mit beschwörender Stimme über die Zuhörer. Ob alle den Gedankensprüngen, Ortswechseln, Götternamen folgen konnten? Zeit zum Nachdenken oder gar Fragen stellen? Eher Staunen und Abnicken, wenn Fotos vom 32 Meter hohen Astronauten-Gott in der peruanischen Nazca-Ebene, aus der Sahara, aus dem Hopi-Land in Arizona mit der ägyptischen Cheops- und der mexikanischen Tulum-Pyramide wechselten.

Um seine Thesen plausibel zu machen, bezog sich der Bestseller-Autor auf Schriften des alttestatmentarischen Henoch, auf die Geschichte der Indios oder der Mormonen. Querfeldein verwies er auf Parallelen bei archäologischen Funden: steinerne Zeugen der Mayas und Inkas, Höhlen- und Felszeichnungen von Naturgottheiten, Tanzrituale bei Naturvölkern sowie Legenden von Astronauten-Besuchen. "Ein weltweites Phänomen", sagt von Däniken, "dabei hatten vor Jahrtausenden die Brüder keinen Kontakt untereinander".

Scharlatan, Hobbyarchäologe, wissenschaftlicher Phantast, Plauderer oder Prophet? Die Wissenschaft bezeichnet die unbewiesenen Theorien des Dr. h.c. Erich von Däniken als "unhaltbar". Darauf geht er nur kurz ein: "Ich bin stolz, ein Phantast zu sein. Der Phantast hält die Welt zusammen - nicht die Erbsenzähler." Jedenfalls: Fantasy sells. Bücher und DVDs brachte er reißend an den Mann. Ob der Maya-Kalender, der am 21. Dezember endet, den Weg der Welt beeinflussen wird, ob die Welt - wie Esotheriker glauben - untergeht, oder ein religiöser Erlöser zurückkehrt? "Der Jüngste Tag der Erkenntnis steht bevor!", prophezeit der Seher. "Die Außerirdischen werden wieder kommen. Wie sie es versprochen haben." Und sein nächstes Buch auch.

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