„Demokratie hat das nicht nötig“

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Demonstriert für Studierende: Uni-Präsident Michael Weber.  Foto: 

Auf einer Demo war Michael Weber schon ein paar Jahre nicht mehr. Aber das hinderte den Uni-Präsidenten nicht, gegen die von der Landesregierung beabsichtigte Abschaffung des politischen Mandats der Studierendenvertretung auf die Straße zu gehen. Was er dort sah? Verdutzte Gesichter. „Mit mir hat niemand gerechnet.“ Er war zwar als Privatperson da, „aber auch als Präsident bin ich gegen diesen Teil der Gesetzesnovellierung“.

Warum haben Sie an der Demo der Studierenden teilgenommen?

Weil ich wichtig finde, die Studierenden zu unterstützen – und das aus verschiedenen Gründen ...

... die da wären?

Wir beklagen ja immer, dass die jungen Menschen unpolitisch sind, sich nicht in die gesellschaftspolitische Diskussion einbringen, dass ihnen alles egal ist oder dass sie nicht wählen gehen. Die Hälfte eines Jahrgangs studiert mittlerweile, das Studium ist eine prägende Phase für die jungen Menschen – und dann teilt man ihnen an der Universität mit, dass sie keine politischen Meinungsäußerungen machen dürfen. Das halte ich für falsch.

Was befürchten Sie?

Dass sich die Studierenden völlig aus den Diskussionen zurückziehen. Hat ein Thema jetzt politische, hochschulpolitische oder gesellschaftspolitische Relevanz? Vor dieser Frage werden die jungen Leute stehen, und diese Entscheidung ist extrem schwierig. Um nichts falsch zu machen, werden sie sich künftig gar nicht mehr einbringen.

Können Sie nachvollziehen, dass die Landesregierung diese Novellierung durchsetzen will?

Nein, wir leben in einer liberalen Demokratie. Wir haben es nicht nötig, Gruppen auszuschließen, ihnen das politische Mandat abzusprechen.

Sie widersprechen damit auch Forschungsministerin Theresia Bauer?

Ja, es gehört zur Diskussionskultur, dass manche eine andere Meinung haben. Aber darüber kann man ja reden ...

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