"Das klappt immer wieder!"

Unter dem Motto"Neustart!" präsentierten acht junge Gruppen eine bunte Mischung von Stücken bei den Schultheatertagen im Podium des Theaters.

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Eine bunte Mischung gab es auf der Podiumbühne bei den Schultheatertagen zu sehen und zu hören: (von links)"Der nackte Wahnsinn" des Neu-Ulmer Lessing-Gymnasiums, der"Sommernachtstraum" der Ulmer Waldorfschule Römerstraße und die Eigenproduktion"SB1" der Gustav-Werner-Schule. Fotos: Lars Schwerdtfeger

Dass die 24. Schultheatertage im Podium des Theaters unter dem Motto"Neustart!" standen, war auch eine Anspielung auf Nele Neitzkes Abschied vom Theater Ulm. Es waren das letzte junge Festival der Theaterpädagogin, ihre Nachfolgerin Barbara Frazier ist bereits seit einigen Wochen am Haus und betreute gemeinsam mit ihr die Schultheatertage 2012.

Neben den letzten Vorstellungen der Jugendclubs des Theaters Ulm zeigten sechs Schülergruppen aus Ulm und Umgebung ihre Stücke im Podium.

Ein Neustart lässt sich aber auch inhaltlich in einigen Stücken wiederfinden. Mit elegantem Gang und Kleid, britischem Akzent und Sprachtraining auf dem Laufsteg inszenierte das Gymnasium Ochsenhausen George Bernard Shaws Komödie"Pygmalion": Blumenmädchen Eliza lernt von Professor Higgins die Sprache der Londoner Oberschicht. Eine neue Sprache, ein gesellschaftlicher Neustart.

Auch Bauer Harald erhält in der Inszenierung der Franz-von-Sales-Realschule aus Obermarchtal die Möglichkeit zum Neustart durch die Teilnahme an dem Quiz"I be en Bauer delüx". Mit klugen Tricksüberlistet der Schwabe seine Mitmenschen."Das klappt einfach immer wieder!", sagt Bauer Harald.

Arthur Millers"Hexenjagd" führte zu Gänsehaut im Publikum. Das Margarete-Steiff-Gymnasium aus Giengen hatte starke Szenen und überzeugende schauspielerische Leistungen zu bieten. Das Thema der Hexenverbrennungen wäre aber wohl eher unter dem Begriff Endstation einzuordnen.

Um Endstationen, aber ebenso um Starts ging es bei der Eigenproduktion"SB1" der Ulmer Gustav-Werner-Schule. Mit fetzigen Musikeinlagen der Razfaz-Band zeigten die Schülerinnen und Schüler ein lebensfrohes Stück Schüleralltag. Das beginnt mit dem Aufstehen an einem normalen Schultag. Danach werden die Haltestellen der Ulmer Linie 1 vorgestellt.

Nach der S-Bahn-Fahrt ging es in Michael Frayns Komödie mitten in den"nackten Wahnsinn" des Theaters. Das Lessing-Gymnasium Neu-Ulm brachte damit ein Stück auf die Bühne, das den gesamten Wahnsinn schildert, den die Inszenierung eines Stückes so mit sich bringt: falsche Einsätze, fehlende Requisiten, private Probleme, die sich in den Probenalltag einmischen. Eine zum Schreien komische Inszenierung mit einem starken Ensemble, das keineswegs so verplant war wie jenes, das es darstellte.

Schließlich bildete die Ulmer Waldorfschule Römerstraße mit Shakespeares"Sommernachtstraum" das Schlusslicht. Allerdings nur chronologisch gesehen! Was die Darsteller da auf die Bühne brachten, konnte sich sehen lassen."Es ist die Kraft, die Chaos schafft", sangen die Schülerinnen und Schüler zu Beginn und Ende der 90-minütigen Aufführung. Zwischendurch spielten sie mit starker Präsenz und vielen Emotionen das wirre Liebesirren im Elfenwald.

Das Fazit: Erneut zeigte sich, wie viel Potenzial die Theatergruppen der Schulen in Ulm und Umgebung haben. Die Schultheatertage bieten da eine Plattform, um ihr Können zu zeigen, sich auszutauschen und weiter Erfahrung zu sammeln - das alles in einer professionellen Atmosphäre.

"Und Gott sah, dass es schrecklich war", sagt der Regisseur zum Stück im Stück von"Der nackte Wahnsinn". Dass es hier bei den Schultheatertagen alles andere als schrecklich war, quittierte das zahlreich erschienene Publikum mit tosendem Applaus bei allen Aufführungen. Die Schultheatertage am Theater Ulm? Das klappt einfach immer wieder.

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