"Aufschwung ist kein garantierter Zustand"

Die Großprojekte der nächsten Jahre und die soziale Balance in der Stadt: Schwerpunkte in OB Ivo Gönners gestriger 21. Schwörrede. Wesentliche Auszüge dokumentieren wir hier. Kürzungen sind markiert (. . .).

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23. Juli 2012, Schwörmontag, Punkt 12 Uhr: Oberbürgermeister Ivo Gönner erhebt die Hand. Es ist sein 21. Schwur.

Schwörmontag 2012: Es ist Rechenschaft abzulegen, eine Standortbestimmung vorzunehmen und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen (. . .) Alle sind für das gesamte Wohl der Stadt mitverantwortlich, diese Botschaft richtet sich an alle 120 000 Bürger, auch an die 20 000 Nichtdeutschen aus über 140 Herkunftsländern (. . .) Die Küferinnung Ulm präsentiert die traditionellen Bindertänze und weist gleichzeitig auf die große Bedeutung des Handwerks in unserer Stadt hin.

Inzwischen gehört auch das alle zwei Jahre stattfindende Donaufest, das die beiden Städte Ulm und Neu-Ulm veranstalten, zur guten Tradition. Zum achten Mal wurde es in diesem Jahr durchgeführt. Es waren wunderbare Donaufesttage. Das Donaufest hat inzwischen auch einen festen Platz im Terminkalender des LandesBaden-Württemberg. Vor 60 Jahren ist das Land gegründet worden. Württemberger, Badener, Unter- und Oberschwaben, Kurpfälzer und Franken, sie alle leben und arbeiten zusammen, in diesem, im wahrsten Sinne des Wortes, Musterländle (. . .) Einen großen und wichtigen Beitrag haben die vielen Zuwanderer, früher als Gastarbeiter bezeichnet, aus allen Regionen Europas und aus der Welt, ebenso die vielen Vertriebenen und Aussiedler geleistet.

In Ulm erinnern wir in diesem Jahr in besonderer Weise der Geschichte der Auswanderung und der Einwanderung in den Donauraum: Aufbruch aus Ulm entlang der Donau - vor 300 Jahren zog es viele Menschen, auch aus bitterer Not, in den Donauraum und es folgten weitere so genannte Schwabenzüge. Die Geschichte, auch entlang der Donau, ist eine Geschichte der Wanderungen, der Migration, des Zuzugs von Menschen aus und in andere Kulturkreise. Schon früh waren wir uns hier in Ulm und Neu-Ulm um die Bedeutung des Donauraums im Klaren, deshalb haben wir auch die von der EU-Kommission entwickelte Donauraumstrategie engagiert unterstützt und wirken auch in Zukunft mit. Der Rat der Donaustädte ist inzwischen ein anerkannter Partner für die Europäische Union und das Europaparlament. Es läuft nicht alles im wahrsten Sinne des Wortes demokratisch rund, immer wieder sind wir gefordert, unsere Stimme zu erheben. Nicht belehrend, sondern partnerschaftlich und kooperativ wollen wir gerade im Donauraum ein starkes Stück Europa verankern. Europa ist die übersetzte Idee des friedlichen Zusammenlebens. Die Leitkultur in Deutschland und Europa heißt: Demokratie, Rechtsstaat und Achtung der Grundrechte wie Meinungs-, Presse-, Rede- und Religionsfreiheit und die Wahrung der Menschenwürde (. . .)

Auch wir in Deutschland müssen entschieden dafür eintreten, dass diese Leitkultur nicht beschädigt wird. Die von rechtsextremistischen Gewalttätern verübten Morde, Raubüberfälle und Anschläge auf Menschen in den letzten zehn Jahren haben uns vor Augen geführt, dass es auch bei uns immer wieder Gefahren für Demokratie und Rechtsstaat gibt. Dass diese durch Fremdenfeindlichkeit motivierten Morde und Verbrechen geschehen konnten, das ist unfassbar, eine Schande und darf sich nicht wiederholen.

Der Zuzug von Menschen ist keine Bedrohung, Pflicht ist aber auch die Integrationsbereitschaft der zu uns ziehenden Menschen, ebenso der Respekt und die Toleranzfähigkeit der Gesellschaft, die die zu uns ziehende Menschen aufnimmt."Ulm - eine internationale Stadt" ist nicht nur eine Zustandsbeschreibung, sondern auch eine Botschaft und Verpflichtung gleichermaßen. Der Gemeinderat hat dies so formuliert: Die Stadtgesellschaft in ihrer Internationalität ist eine Bereicherung, die Gesellschaft wird vielfältiger und die Stadt ist Heimat für alle. Das gilt auch für die unterschiedlichen Religionen. Die Ulmer Kirchen und Religionsgemeinschaften haben miteiner beeindruckenden Ulmer"Charta Oecumenica" dies niedergeschrieben und zur Selbstverpflichtung erhoben. Ausdruck findet dies im Bau der Moschee in der Weststadt, und 74 Jahre nach der Zerstörung der Ulmer Synagoge wird bis Ende des Jahres auf dem Ulmer Weinhof wieder eine neue Synagoge eröffnet (. . .).

Der Gemeinderat ist auf der kommunalen Ebene das ausschließlich legitimierte Organ der Bürgerschaft. Vor wichtigen Entscheidungen wird die Bürgerschaft einbezogen und an der Planung beteiligt. Nach der Gemeindeordnung gibt es vielfältige Möglichkeiten unmittelbar Einfluss auch auf Entscheidungen zu nehmen, durch Bürgerbegehren und Bürgerentscheide (. . .) Erstmals hat im November letzten Jahres in Baden-Württemberg eine Volksabstimmung über ein großes, das ganze Land berührendes und betreffendes Infrastrukturprojekt stattgefunden: Die Abstimmung über den Neubau der Bahnstrecke zwischen Stuttgart und Ulm und den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Der Landtag hat das Volk zur Abstimmung aufgerufen und das Volk hat eindeutig gesprochen. Hier in Ulm und in der Region in Oberschwaben und Ostwürttemberg haben 70 Prozent für dieses Projekt gestimmt. Es ist also jetzt Aufgabe aller Beteiligten, der gesamten Regierung und des Landtags aber auch der Bahn, ohne weitere Verzögerung und Behinderung dieses Projekt zu realisieren.

Auch wir in Ulm haben große Projekte und gewaltige Aufgaben zu realisieren: Unser Projekt Citybahnhof, also die Umgestaltung des Bahnhofs und des Bahnhofareals, die Neugestaltung des Sedelhofareals, der Straßenbahnausbau vom Kuhberg über den Hauptbahnhof zum Eselsberg, die Fortsetzung der vor zwölf Jahren begonnenen Bildungsoffensive Ulm, neue Wohnprojekte am Kuhberg und auf dem Safranberg, die Liste der großen Herausforderungen ist lang (. . .)

Das Wichtigste ist, dass es genügend Arbeits- und Ausbildungsplätze gibt. Der Arbeitsmarkt in der Region Ulm ist stabil. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,4 Prozent. Aber die Nachrichten von Entlassungen und der Verlust von Arbeitsplätzen im großen Umfange haben uns aufgeschreckt. Der Konkurs von Handelsfirmen, die Verlagerung klassischer Industrieproduktionen, die Schließung von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, diese negativen Botschaften machen uns immer wieder klar: Florierende Wirtschaft und ständiger Aufschwung - das ist kein garantierter Zustand. Arbeitslosigkeit ist kein statistischer Begriff, sondernein schlimmes und einschneidendes Ereignis für die Betroffenen und ihre Familien.

Die Wirtschaft, die in unserer Stadt und Region gut aufgestellt ist, ist jetzt besonders gefordert, insbesondere da der Mangel an Facharbeitskräften immer wieder laut erhoben wird. Jetzt können Taten folgen: Hunderte von qualifizierten Arbeitskräften in Ulm und der Region warten darauf, dass sie neue Anstellungen finden (. . .)

Gemeinderat und Stadtverwaltung schaffen verlässliche Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort. Dazu gehört ganz entscheidend die seit über 100 Jahren betriebene traditionelle Ulmer Bodenvorratspolitik. Das Grundvermögen der Stadt wächst. Damit kann für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung bezahlbarer Grund und Boden zur Verfügung gestellt, ökologischer Ausgleich geschaffen und eine geordnete Siedlungsentwicklung ermöglicht werden (. . .)

Ulm/Neu-Ulm ist das wirtschaftsstarke Zentrum der Innovationsregion und des nun auch neu gegründeten Schwabenbunds, der großen uns umgebenden Region. Wir sind eine gute Alternative zwischen den Metropolregionen Stuttgart und München. Deswegen ist auch die Nachfrage nach neuen Gewerbegrundstücken aktuell sehr groß. In Ulm, insbesondere im Ulmer Norden und im Science Park III, werden weitere Gewerbeflächen erschlossen, in Neu-Ulm werden ebenfalls neue Gebiete ausgewiesen. Gerade im Ulmer Norden ist eine gute Verkehrserschließung vor allem auch für die vielen erfolgreichen Logistikunternehmen und im Zusammenhang mit dem florierenden Containerbahnhof dringend nötig. Die Pläne für einen neuen Autobahnanschluss sind ausgearbeitet und die Stadt ist bereit, zur Beschleunigung des Vorhabens finanziell in Vorleistung zu treten (. . .)

Ein neues Helmholtz-Institut für elektrochemische Grundlagen zur Energiespeicherung, eine besondere Ulmer Kompetenz, wird realisiert. Der Bau für biomedizinische Forschung wurde fertiggestellt. Und ein besonderes Ereignis war die Fertigstellung des Neubaus der Chirurgischen Klinik, ein wichtiger Baustein in unserem Konzept Wissenschaftsstadt Ulm und ein wichtiges Angebot für die Gesundheitsversorgung der Menschen in unserer großen Region. 240 Millionen Euro wurden investiert. Der Neubau der Chirurgie war eine Mammutaufgabe und allen Beteiligten und allen, die mitgewirkt haben, dieses Projekt zu realisieren, gilt unsergroßer Respekt.

Die Hochschule braucht weitere Entwicklungsmöglichkeiten, insbesondere in der Wissenschaftsstadt. Das Land ist zusammen mit der Stadt gerufen, diese Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu fördern, die Stadt ist dazu bereit.

Die Stadt ist auch aktiv bei der Unterstützung und des Wandels im Handels- und Einkaufsstandort Ulm. Die Sedelhöfe, ein völlig unter Wert und brachliegendes innerstädtisches Areal, sind vollständig im Eigentum der Stadt. Der Investoren- und Gestaltungswettbewerb der Sedelhöfe ist abgeschlossen. Das Projekt kann realisiert werden. Ende des Jahres soll mit dem Abbruch begonnen werden und die Neugestaltung des Areals kann dann Zug um Zug umgesetzt werden. Die Attraktivität der Innenstadt Ulm wird dadurch deutlich erhöht.

Die Pläne zur Umgestaltung des Bahnhofs, das Projekt Citybahnhof Ulm, nehmen weiter Gestalt an. Zusammen mit der Bahn wurde ein Ideenwettbewerb durchgeführt und ausgewertet, und in einem breit angelegten Bürgerdialog wurden die Ideen weiterentwickelt. Nun wird in enger Partnerschaft mit der Deutschen Bahn ein Realisierungswettbewerb vorbereitet. Diese Vorbereitungszeit wird noch einige Zeit dauern, Ende nächsten Jahres planen wir die Auslobung des Wettbewerbs. Die Stadt versteht sich als Motor der Entwicklung und ist auch bereit, schon über das jetzige Maß hinaus, in großem Umfang Grundstücke zu erwerben um die Realisierung in Abstimmung mit der Bahn schneller voranzutreiben .(. . .)

Wir haben in Ulm eine gute Finanzsituation. Der Haushalt 2011 verlief sehr positiv. Das gute Wirtschaftswachstum und die guten Steuereinnahmen, die Begrenzung der Zuschüsse im Sozial- und Jugendhilfebereich und eine hohe Disziplin beim Vollzug des Haushalts machten dieses Ergebnis möglich. Die Aussichten auf das laufende Wirtschaftsjahr 2012 sind ebenfalls gut und auch für das Jahr 2013. Schulden können auch 2012 weiter reduziert werden und bei der guten Entwicklung werden wir auch im Jahre 2013 keine neuen Schulden aufnehmen müssen. Wir können die Schulden auf 108 Millionen Euro verringern, das sind 90 Millionen Euro Schulden weniger also noch vor zehn Jahren.

Durch diese solide Haushaltspolitik haben wir die finanzielle Kraft, auch neue Herausforderungen und Aufgaben anzupacken. Dazu gehört der weitere Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen, nicht nur der Bau der Plätze, sondern auch der laufende Betrieb der Einrichtung schlägt in Millionenhöhe zu Buche.

In der Bildungsoffensive stehen wir vor einer neuen großen Aufgabe. Der Ausbau der beruflichen Schulen in Ulm ist Schwerpunkt in den nächsten drei Jahren. 40 Millionen Euro kosten die Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen der Berufsschulen auf dem Oberen Kuhberg (. . .)

Längeres gemeinsames Lernen, das ist die Grundüberlegung bei der Einrichtung von Gemeinschaftsschulen hier in Baden-Württemberg. Wir in Ulm werden uns mit einem eigenen Ulmer Modell in der Innenstadt und in der Oststadt beteiligen. Grund- und Hauptschulen und eine Realschule sollen zu einer Gemeinschaftsschule besonderer Art zusammengeführt werden. Es gibt eine weitere wichtige Aufgabe, die das Land Baden-Württemberg durch Änderung des Schulgesetzes in die Wege leiten muss: Mehr Ganztagesschulen, vor allem im Grundschulbereich, sollen entstehen. In allen Stadtteilen und Sozialräumen wollen wir hier in Ulm Ganztagesangebote realisieren, damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch in den ersten schulischen Jahren der Kinder problemlos umgesetzt und die Kinder noch besser gefördert werden können (. . .)

Die Stadt steht zu ihren sozialen Verpflichtungen, die gesamte Bürgerschaft finanziert über die Grundsteuer mit, und auch die Eltern haben ihren angemessenen Beitrag zu leisten. Gleichwohl: Manchmal scheint es, dass Solidarität ein Wert von gestern ist, vor allem wenn es darum geht, Beiträge von Stärkeren für sozial Schwächere einzufordern. Die Solidarität schwindet. Die Auffassung ist verführerisch, dass in einer Welt voller Egoisten man auch nur mit Egoismus bestehen kann. Und dass Einzel- und Gruppeninteressen durchgesetzt werden sollen, koste es, was es wolle. Solidarität heißt Gemeinschaftssinn und wird übersetzt mit dem Verständnis, dassstärkere Schultern mehr tragen können als schwächere und dass gut gefüllte Geldbeutel mehr beisteuern können als weniger gut gefüllte. Die praktische Solidarität zeigt sich im Umgang mit den Schwächeren (. . .) Klar ist: Soziale Herausforderungen durchdringen immer mehr und auch alle Lebensbereiche. Das Postulat des Grundgesetzes, dass unser Staat ein demokratischer und sozialer Rechtsstaat sein muss, verpflichtet alle staatlichen Ebenen, auch die Kommunen.

Soziale Herausforderungen gibt es bei der Wohnraumversorgung. Ulm ist ein begehrter Ort, Menschen ziehen nach Ulm. Die hier Lebenden und die zu uns Ziehenden erwarten mehr Wohnqualität und vor allem energieeffiziente und barrierefreie Wohnungen. Der Wohnungsbedarf ist groß. Das Angebot ist knapp. Ausdruck unseres Sozialverständnisses in Ulm ist unsere aktive Grundstückspolitik, die es ermöglicht, dass Wohnungsunternehmen und Private, Familien mit Kindern und Alleinstehendekostengünstige Wohnungen entweder selber erstellen oder anmieten können. In den neuen Baugebieten in Jungingen, in Grimmelfingen, im Lettenwald in Böfingen, zukünftig am Safranberg und am Kuhberg, in allen Ortschaften und Stadtteilen entstehen neue Wohngebiete. Baulücken in der ganzen Stadt werden Schritt für Schritt geschlossen und mit der Sanierung und Modernisierung entsteht neue und mehr Wohnqualität. Unsere städtische Wohnungsgesellschaft UWS leistet dazu einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag. Alleine bei der UWS sind 1000 Wohnungsbewerber gemeldet. Die UWS hat im letzten Jahr 146 Wohnungen mit einem Aufwand von 12 Millionen Euro modernisiert und saniert. 46 neue Wohnungen gebaut mit einem Aufwand von 11 Millionen Euro. 183 Wohnungen sollen im Bereich Türmle entstehen, dafür wollen wir 35 Millionen Euro investieren. Es wäre wünschenswert, dass die Blockade gegen dieses neue Wohnungsbauvorhaben endlich beendet wird (. . .)

Auch in der beschlossenen Energiewende wird die soziale Dimension immer deutlicher. Ein Jahr nach dem Atomausstieg ist die voreilige Euphorie verflogen (. . .) Die Kosten der Energiewende wurden anfangs alsüberschaubar dargestellt, die ersten Rechnungen werden nun präsentiert und viele Haushalte haben Mühe, die Rechnungen zu bezahlen. Die Haushalte können sich nur durch Energiesparen und energieeffiziente Geräte und Einrichtungen gegen steigende Rechnungen wehren. Von daher ist es sicherlich nicht abwegig, nach der Abwrackprämie für alte Autos nun ein Bundesprogramm aufzulegen, um alte energiefressende Haushaltsgeräte durch neue energieeffiziente Geräte zu ersetzen (. . .)

In Ulm soll eine neue Straßenbahnlinie vom Kuhberg über den Hauptbahnhof bis zum Eselsberg, zur Universität und zur Wissenschaftsstadt gebaut werden. Die Planungen laufen auf vollen Touren. Die Stadt Ulm unterstützt die Entwicklung eines regionalen S-Bahn-Systems für unsere Region. Ein tragfähiger Plan wurde schon ausgearbeitet und kann nun zusammen mit den Partnern in der Region weiterentwickelt werden. Dazu gehören auch der Ausbau der Südbahn und ein leistungsfähiger Bahnhof in Ulm, der auch den Bedürfnissen des regionalen Nahverkehrs gerecht wird. Von allen Beteiligten erwarten wir, dass die Planungen füreinen fünften Bahnsteig am Ulmer Bahnhof berücksichtigt werden und die Länder Bayern und Baden-Württemberg das Regio-S-Bahnsystem tatkräftig unterstützen (. . .)

Ulm ist kulturelles Oberzentrum im wahrsten Sinne des Wortes. Die Konzeption"Ulm, Kulturstadt an der Donau" wird weiterentwickelt. Kulturelle Vielfalt trägt auch zu Lebensqualität und zur Ausstrahlung der Stadt weit über die Grenzen hinweg bei. Städtische Kultureinrichtungen sind dabei die tragenden Säulen (. . .) Für private Initiativen stehen beispielhaft der Kunstverein Ulm, der in diesem Jahr 125-jähriges Jubiläum feiert, und die Ulmer Stadtkapelle, die in diesem Jahr die Schwörfeier umrahmt. Sie feiert ihr 50-jähriges Jubiläum und betreibt hervorragende Jugendarbeit.

Der Sport spielt in unserer Stadt eine herausragende Rolle, zu Recht kann Ulm als eine Sportstadt bezeichnet werden. Viele engagieren sich ehrenamtlich als Trainerinnen und Trainer undÜbungsleiter, die Sportvereine bieten attraktives Sportangebot für alle Generationen (. . .) Beispielhaft dafür steht der Ulmer Ruderclub, der in diesem Jahr 125-jähriges Jubiläum feiert und sich in besonderer Weise der Jugendarbeit verschrieben hat.

Die Stadt schafft gute Rahmenbedingungen für den Sport, zusammen mit der Stadt Neu-Ulm haben wir eine große Veranstaltungshalle bauen lassen. Im Dezember letzten Jahres wurde sie eröffnet. Sie ist auch für unsere Basketballmannschaft eine fast uneinnehmbare sportliche Festung. Die Mannschaft hat begeistert, die Fachwelt verblüfft und große sportliche Erfolge in dieser Saison gefeiert (. . .)

Weitüber die Grenzen der Stadt hinaus wirkt die Arbeit des Münsterbauvereins, der sich in herausragender Weise um den Erhalt und die Sanierung des Ulmer Münsters kümmert (. . .)

Vom Münster klingt nun die Schwörglocke. Sie hat den langen Weg der Stadt bis in unsere heutigen Tage begleitet. Der Klang der Schwörglocke erinnert uns an unsere geschichtlichen Wurzeln und an die Pflicht, jeden zu achten und Solidarität zu praktizieren. Die Schwörglocke mahnt uns, nicht übermütig zu werden und vor allem nichts zu versprechen, was nicht einzuhalten ist; aber auch nicht mehr zu fordern, als möglich ist; bescheiden zu bleiben und gelegentlich großräumiger zu denken und neue Herausforderungen nicht abzuwehren, sondern optimistisch und tatkräftig anzunehmen. Mit all diesenGedanken und der Bitte um Gottes Hilfe will ich den alten traditionsreichen Schwur aus dem Schwörbrief von 1397 erneuern:

Reichen und Armen

ein gemeiner Mann zu sein

in den gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen

ohne allen Vorbehalt

Die ungekürzte Rede auf swp.de

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Kommentare

26.07.2012 12:26 Uhr

Ja, Ivo - die erste Volksabstimmung, ... ABER

das Volk hatte einzig über den Finanzierungsanteil des Landes an der Tieferlegung des Stuttgarter Bahnhofs zu entscheiden! Es ist unerträglich, daß diese Lüge noch immer öffentlich verbreitet wird!

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25.07.2012 11:59 Uhr

OB Gönner, die Energiewende und das Pumpspeicherwerk

In dieser Zusammenfassung bleiben leider die vom OB genannten Projekte Gas- und Dampturbinenkraft (GuD) Leipheim und Pumpspeicher Blautal unerwähnt, beide mit hohen SWU-Investitionen von j weils 80-100 Mio. Euro.
Das GuD Leipheim ist Kraftwerk für Mittel- und Spitzenlast, weil es für die Grundlast zu teuer produziert. Aus dieser Eigenschaft resultiert auch die Tatsache, das solche GuD-Werke nicht mehr rentabel sind. Grund ist die häufig hohe Einspeisung vor allem von Solarstrom zur Spitzenlastzeit am Mittag. Dadurch sinken die Spitzenlast-Preise und auch die möglichen Laufzeiten für das GuD deutlich und die Erlöse reichen nicht mehr aus für einen wirtschaftlichen Betrieb.
Aber genau diese Gründe führen auch dazu, dass das Pumpspeicherkraftwerk Blautal als Spitzenlast-Kraftwerkerk genauso wenig wirtschaftlich zu betreiben ist wie das GuD und als schwere Fehlinvestition enden wird.
Das PSW-Blautal-Projekt muss zum Schutz der Eigentümer der SWU GmbH, den Ulmer Bürgern, beendet werden

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