Zum Welttag des Buches: Das liest SWP-Online
Ulm. Hochglanzprospekt, Tageszeitung, Magazin oder Comic? Roman, Gedichtband, Krimi, Kinder oder Sachbuch? Zum Welttag des Buches an diesem Freitag stellen die Mitarbeiter der SÜDWEST PRESSE Onlineredaktion vor, was sie derzeit so zum Schmökern anregt.
Und das liest SWP-Online:
Lydia Bentsche liest: „Die Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling (Ullstein Verlag, ISBN 978-3-548-37257-0, Kosten: 7,95 Euro):
Ein kommunistisches Känguru, das auf Nirvana steht und süchtig nach Schnapspralinen ist? Ich war zwar schon in Australien, aber so eines habe ich dort nicht gesehen. Es brauchte erst ein Buchgeschenk, um dieses Känguru mit all seinen Eigenheiten kennenzulernen. Der Autor und zweimalige deutsche Poetry-Slam-Meister Marc-Uwe Kling lebt mit dem vorlauten Beuteltier zusammen. In ein- bis sechsseitigen Kapiteln lässt Kling den Leser an lustigen und absurden Alltagssituationen, aber auch an hochtrabenden, sozialkritischen Diskussionen zwischen ihm und dem Känguru teilhaben. Kling hat Wortwitz und schreibt direkt, überspitzt, schnell und mit Cleverness. Das amüsiert prächtig und zwingt manchmal zum Nachdenken und wiederholten Lesen. Auf die Schnelle drei oder vier Kapitelchen in Bus und Bahn oder auch gemütlich auf der Couch: „Die Känguru-Chroniken“ machen Spaß.
Eine Kostprobe?
Wir liegen faul und friedlich im Park, als eine kleine Handtaschenratte direkt neben meinem Ohr stehen bleibt und anfängt uns anzukläfffen. Ich öffne die Augen und wedle genervt mit meinem Arm: „Schhh... Hau ab."
Doch nun legt der Köter erst richtig los. Das Känguru steht auf, holt Schwung und kickt den Hund in hohem Bogen über die Liegewiese. Das Tier jault überrascht auf und rennt davon.
„Boah", sage ich und springe auf. „Das... das... das..."
„...darf man doch nicht?", versucht das Känguru meinen Satz zu vollenden.
„...wollte ich auch schon immer mal machen", sage ich.
Das Känguru kuckt kritisch dem Hund hinterher.
„Das macht der nicht nochmal", sage ich beeindruckt.
„Ach, diese Yorkshire-Terrier fliegen nicht so gut", sagt das Känguru sichtlich unzufrieden. „Die verhalten sich aerodynamisch irgendwie ungeschickt. So ein Zwergspitz zum Beispiel oder ein Pekinese wäre bestimmt vier, fünf Meter weiter geflogen."
„Ach", sage ich interessiert. „Und welche fliegen am besten?"
„Chihuahuas liegen ganz gut in der Luft", sagt das Känguru. „Kommt aber auch drauf an, wie sie geschoren sind."
Liana Bressan liest: "Neugriechisch für Anfänger" von Diamantopoulou Lindberg (Max Hueber Verlag, ISBN 3-19-005121-6, Kosten: 22,95 Euro):
Wer jetzt denkt das sei ein Roman, der täuscht sich. Ich lerne griechisch. Und wie das so ist mit Sprachen lernen, macht man das am Besten mit einem hilfreichen und passenden Buch. Das Lehrbuch ist opitmal geeignet für Anfänger ohne Vorkenntnisse und führt den Neuling in Sprache und Schrift ein. Es umfasst eine Übersicht an Buchstaben, Lauten, Satzzeichen und Betonungszeichen des Griechischen und ist nach Lektionen aufgebaut. In 30 Lektionen können mit diesem Buch Vokabeln von "Guten Morgen" (kalimera) bis "Trauzeuge" (kumbaros) gelernt werden.
Griechisch zu lernen ist eine große Herausforderung. Denn nicht nur die Vokabeln und die Grammatik sind neu, auch die kyrillischen Buchstaben müssen erst einmal gelernt werden. Das griechische Alphabet hat 24 Buchstaben und einige ganz neue Klänge. Eine weitere Schwierigkeit bei der Schrift sind die fünf verschiedene "i" und die zwei verschieden "o". Das werde ich wohl nie ganz richtig lernen, wann ich welches "i" eingestzt wird. Aber was mich sehr beruhigt ist, dass viele Griechen das oft auch nicht genau wissen. Ich werd jedenfalls weiterhin mein Bestes geben, diese schwierige Sprache noch besser zu lernen. Und übrigens zu dem Lehrbuch gibt es auch noch ein passendes Übungs- und Hörbuch.
Robert Dönges liest: "Learn Greek in 25 Years: A Crash Course for the Linguistically Challenged von Brian Church" (Athens News Publications,ISBN-10: 9608639514, Kosten: etwa 25 Euro)
Das Buch ist eine Sammlung von Alltags-Glossen, die der Kolumnist Church für die Zeitung "Athens News" geschrieben hat. Man lernt zwar dabei nicht griechisch, aber zumindest ein paar griechische Phrasen kennen, die einem in unterschiedlichen Lagen helfen könnten. Der Rest der 101 Seiten vermittelt auf grandios amüsante Weise griechische Mentalitäten und Lebensarten. Gemäß dem Motto des ersten Kapitels: "Welcome to Greek! You haven't a chance".
Leider fast vergriffen.
Christina Fenchel liest: "Becks letzter Sommer" von Benedict Wells (Diogenes Verlag, ISBN-10 3257066767, Kosten: 10,90 Euro):
Robert Beck, gescheiterter Rockmusiker an einem Münchner Gymnasium und mitten in einer Lebenskrise, entdeckt das musikalische Talent Rauli. Der litauische Schüler spielt begnadet Gitarre und Beck sieht seine Chance gekommen, Manager eines aufstrebenden Sterns am Musikerhimmel zu werden. Daneben gibt es noch Lara, eine Kellnerin, die eigentlich gar nicht Becks Typ ist, mit der sich aber trotzdem vergnügt und Charlie, einen notorischen Hypochonder und Becks besten Freund. Das Ganze soll sich zu einem spannenden Roadmovie mausern, als Beck seiner Lara nach Italien folgt. Soweit bin ich allerdings noch nicht gekommen.
In den Buchläden bin ich lange um diesen Roman herumgeschlichen. In vielen Rezensionen wurde er angepriesen und gelobt. Als schließlich das Taschenbuch herauskam, habe ich zugegriffen. Wells ist der jüngste Autor bei Diogenes, von Kritikern wurde ihm grandiose Fähigkeiten bescheinigt: Florian Illies schreibt in der Zeit über das "essentielle Vibrieren" das Autors, Jan Söfjer von der Frankfurter Rundschau lobt Wells' "schmissige Dialoge". Nun, die Dialoge amüsieren mich tatsächlich, die Geschichte ist schön zu lesen und doch - das gewisse Etwas fehlt mir. Seit geraumer Zeit trage ich das Buch mit mir herum. Auf dem Weg zur Arbeit wollte ich im Bus lesen. Bisher hat es mich allerdings noch nicht gepackt. Aber vielleicht kommt das noch. Zu Ende lesen werde ich den Roman auf jeden Fall, vorher weglegen gilt nicht.
Daniel Glanz hat gelesen: Frank Goosen: Radio Heimat – Geschichten von zuhause, (Eichborn Verlag ISBN: 978 – 3 – 8218 – 6072 – 5, Kosten: 14, 95 Euro)
Das Ruhgebiet – Schmelztiegel der Kulturen, Heimat der Malocher, Landstrich, wo Fußball noch „gearbeitet“ wird und alle von polnischen Kohlearbeitern abstammen. Frank Gossen, (u.a. Weil Samstag ist, Liegen lernen) berichtet in seinem neuesten Werk „Radio Heimat – Geschichten von zuhause“ von diesem ganz eigenen Kosmos zwischen Schrebergarten, Fußballstadion und Partykeller, ganz tief im Westen. Ein schonungsloses Buch, das Klischees über den Ruhrpott augenzwinkernd bestätigt: „Ja, wir leben wirklich unter der Erde. Die Häuser sind nur Attrappen. (...) Unsere Kinder kommen mit der Grubenlampe an der Stirn zur Welt. Und wir haben natürlich alle noch einen alten Förderkorb in der Küche, da wird morgens die Familie hineingetrieben, dann geht es in einem Affentempo auf tausend Meter Tiefe, und dann wird zum Frühstück an der leckeren Kohle geschleckt!“. Und Goosen geht noch weiter...
„Das Ruhrgebiet hat viele Vorteile: Es gibt keinen FC Bayern, auf je hundert Einwohner kommen mindestens zwanzig Frittenschmieden...“ Goosen berichtet von Laberfürsten: „In unserer Gegend gibt es die Redewendung - Von nix ne Ahnung, aber immer große Fresse...“, von seiner Schwiegermutter aus Franken, die nicht aufhört das Ruhrgebiet als ständig ascheregnende Gegend anzusehen und wo die Farbe Grün den Kindern aus der Natur jedenfalls nicht bekannt ist. „Es dauerte drei Jahre, bis Schwiegermutter endlich darauf verzichtete, zu ihren Besuchen einen ganzen Kofferraum voller Lebensmittel mitzubringen. Hätte sie eine Uniform getragen und zusätzlich Kaugummi und Lucky Strikes verteilt, hätte ich das Gefühl gehabt, sie habe mich auch noch vom Faschismus befreit.“
Goosens Werk ist auch eine wild-romantische, keineswegs verklärte Werbung für einen Landstrich, für den die A40 Lebensader und Muse zugleich ist „Asphalt bist du nur und Teer, Dich zu lieben fällt mir schwer." Und Goosen lässt den gemeinen „Nicht-Ruhrpötter“ wissen, warum seine Tante Martha (gesprochen: Matta ohne „r“) sich ständig Sorgen machte, vor allem darüber man könne keine saubere Unterwäsche anhaben und warum er ihr dafür sehr dankbar ist. Stellen Sie sich einfach folgendes Szenario vor: „Man hat einen Autounfall, liegt blutüberströmt im Straßengraben, kann aber ganz locker bleiben, weil man kurz vor Fahrtantritt noch schnell die frische Unterwäsche angezogen hat. Und er Sanitäter ruft: „Lass den da hinten abnippeln! Der hier hat ganz tolle, saubere Unterwäsche an!“ Da wird man Tante Matta dann dankbar sein!“
„Radio Heimat – Geschichten von zuhause“, das ist urkomische, ehrliche Literatur aus dem Pott - zum Welttag des Buches sehr, sehr zu empfehlen – auch für „Nicht-Pötter“ geeignet.
Uwe Keuerleber liest "Drei Minuten mit der Wirklichkeit" von Wolfram Fleischauer, (Schneekluth Verlag, 2001, HC, ISBN 3-7951-1724-0, 411 Seiten, Kosten: 9,95 Euro)
Der Tango, "das ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann", so meinte einmal Enrique Santos Discépolo, neben dem Sänger Carlos Gardel wohl der berühmteste Tango-Poet Argentiniens.
Ich weiß nicht viel über den Tango, trotzdem kommt man von diesem Buch nur schwer von los. Fleischhauer beschreibt die Geschichte und Politik Argentiniens. Immer wieder werden mit „Hilfe des Tangos“ Bilder und Stimmungen erzeugt. Man taucht ab in eine fremd anmutende Welt die schwermütig und gleichzeitig hoffnungsvoll erscheint.
Was wie eine melodramatische Liebesgeschichte beginnt, wird bald zu einem spannenden Kriminalfall.
Kurz zum Inhalt::
Ballett ist Guiletta Battins Lebensinhalt und Berufung. Hartes Training und großer Konkurrenzkampf bestimmen ihren beruflichen Alltag. Mit großer Mühe erhält sie an der Berliner Staatsoper eine Hospitantenstelle. Ihr aktuelles Projekt ist dort eine Tango-Suite, eine Kombination aus Ballett und Tango. Da sie auf Ballett spezialisiert ist möchte sie für die Umsetzung dieser Tanzkombination recherchieren. Das Gefühl des Tangotanzes kennenlernen.
Ihre Freundin gibt ihr den Tip, daß eine argentinische Tangogruppe in Berlin gastiert. Guiletta macht sich auf den Weg und besucht die Gruppe während einer Probe. Als sie dort den Tangotänzer Damián Alsina erblickt, war es um sie geschehen. Beide verlieben sich Hals über Kopf ineinander und werden ein Paar. Eine wunderbare Zeit haben die beiden miteinander bis etwas völlig überstürzt und ohne ein Wort des Abschieds reist er nach Argentinien ab. Eine Antwort, eine Erklärung das ist das was Guiletta um alles auf der Welt braucht. Sie packt Ihre Sachen und reist nach Argentinien, um Damián zu suchen um Antworten auf ihre Fragen zu finden.
Sabine Schröppel hat gelesen: "Alles wegen Werner" von Bettina Haskamp (Marion von Schröder, ISBN 978-3-547-71152-3, Kosten: 12,90 Euro)
Ich habe das Buch „Alles wegen Werner“ gelesen, weil ich es geschenkt bekommen habe. Es geht um eine verlassene Ehefrau, die ihren Frust im Rotwein ertränken will. Sie merkt aber sehr schnell mit was für einem Idioten sie verheiratet war und findet letztendlich zu sich selber. Nettes Happy-End. War ganz nett zu lesen.
Der Roman erfüllt einmal nicht das Klischee der Frauen, die nach einer Trennung so richtig Gas geben und ein Erfolgserlebnis nach dem Anderen haben oder verpasste Dinge wieder nachholen. Clara trifft weder einen reichen Traummann, noch ergattert sie einen Super-Job oder liegen ihr die Männer zu Füßen. Sehr realistisch.
Josef Spegel liest: "Papa fertig, Mein Leben als Vater", Magdi Aboul-Kheir, (ISBN 3802537041, 12,95 Euro)
Aus aktuellem Anlass ein wirklich sehr abschreckendes aber schönes Buch :-) Sehr ironisch werden Alltagssituationen bei der Aufzucht unseres Nachwuchs beschrieben, Lustig, ironisch und real!
"Verblendung", Stieg Larsson, (ISBN 3453011813, 21,95 Euro)
Super spannendes Buch aus Schweden. Sehr glaubhaft geschrieben, sodass man ab der ersten Seite gefesselt ist und das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Steffen Wolff liest: Twitter
Ich lese Twitter-Meldungen. Nachrichten, Klatsch und Tratsch – alles in 140 Zeichen. Damit mehr Zeit für wichtige Dinge bleibt. Unbezahlbar. (PS: Das sind exakt 140 Zeichen)
Lydia Bentsche liest: „Die Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling (Ullstein Verlag, ISBN 978-3-548-37257-0, Kosten: 7,95 Euro):
Ein kommunistisches Känguru, das auf Nirvana steht und süchtig nach Schnapspralinen ist? Ich war zwar schon in Australien, aber so eines habe ich dort nicht gesehen. Es brauchte erst ein Buchgeschenk, um dieses Känguru mit all seinen Eigenheiten kennenzulernen. Der Autor und zweimalige deutsche Poetry-Slam-Meister Marc-Uwe Kling lebt mit dem vorlauten Beuteltier zusammen. In ein- bis sechsseitigen Kapiteln lässt Kling den Leser an lustigen und absurden Alltagssituationen, aber auch an hochtrabenden, sozialkritischen Diskussionen zwischen ihm und dem Känguru teilhaben. Kling hat Wortwitz und schreibt direkt, überspitzt, schnell und mit Cleverness. Das amüsiert prächtig und zwingt manchmal zum Nachdenken und wiederholten Lesen. Auf die Schnelle drei oder vier Kapitelchen in Bus und Bahn oder auch gemütlich auf der Couch: „Die Känguru-Chroniken“ machen Spaß.
Eine Kostprobe?
Wir liegen faul und friedlich im Park, als eine kleine Handtaschenratte direkt neben meinem Ohr stehen bleibt und anfängt uns anzukläfffen. Ich öffne die Augen und wedle genervt mit meinem Arm: „Schhh... Hau ab."
Doch nun legt der Köter erst richtig los. Das Känguru steht auf, holt Schwung und kickt den Hund in hohem Bogen über die Liegewiese. Das Tier jault überrascht auf und rennt davon.
„Boah", sage ich und springe auf. „Das... das... das..."
„...darf man doch nicht?", versucht das Känguru meinen Satz zu vollenden.
„...wollte ich auch schon immer mal machen", sage ich.
Das Känguru kuckt kritisch dem Hund hinterher.
„Das macht der nicht nochmal", sage ich beeindruckt.
„Ach, diese Yorkshire-Terrier fliegen nicht so gut", sagt das Känguru sichtlich unzufrieden. „Die verhalten sich aerodynamisch irgendwie ungeschickt. So ein Zwergspitz zum Beispiel oder ein Pekinese wäre bestimmt vier, fünf Meter weiter geflogen."
„Ach", sage ich interessiert. „Und welche fliegen am besten?"
„Chihuahuas liegen ganz gut in der Luft", sagt das Känguru. „Kommt aber auch drauf an, wie sie geschoren sind."
Liana Bressan liest: "Neugriechisch für Anfänger" von Diamantopoulou Lindberg (Max Hueber Verlag, ISBN 3-19-005121-6, Kosten: 22,95 Euro):
Wer jetzt denkt das sei ein Roman, der täuscht sich. Ich lerne griechisch. Und wie das so ist mit Sprachen lernen, macht man das am Besten mit einem hilfreichen und passenden Buch. Das Lehrbuch ist opitmal geeignet für Anfänger ohne Vorkenntnisse und führt den Neuling in Sprache und Schrift ein. Es umfasst eine Übersicht an Buchstaben, Lauten, Satzzeichen und Betonungszeichen des Griechischen und ist nach Lektionen aufgebaut. In 30 Lektionen können mit diesem Buch Vokabeln von "Guten Morgen" (kalimera) bis "Trauzeuge" (kumbaros) gelernt werden.
Griechisch zu lernen ist eine große Herausforderung. Denn nicht nur die Vokabeln und die Grammatik sind neu, auch die kyrillischen Buchstaben müssen erst einmal gelernt werden. Das griechische Alphabet hat 24 Buchstaben und einige ganz neue Klänge. Eine weitere Schwierigkeit bei der Schrift sind die fünf verschiedene "i" und die zwei verschieden "o". Das werde ich wohl nie ganz richtig lernen, wann ich welches "i" eingestzt wird. Aber was mich sehr beruhigt ist, dass viele Griechen das oft auch nicht genau wissen. Ich werd jedenfalls weiterhin mein Bestes geben, diese schwierige Sprache noch besser zu lernen. Und übrigens zu dem Lehrbuch gibt es auch noch ein passendes Übungs- und Hörbuch.
Robert Dönges liest: "Learn Greek in 25 Years: A Crash Course for the Linguistically Challenged von Brian Church" (Athens News Publications,ISBN-10: 9608639514, Kosten: etwa 25 Euro)
Das Buch ist eine Sammlung von Alltags-Glossen, die der Kolumnist Church für die Zeitung "Athens News" geschrieben hat. Man lernt zwar dabei nicht griechisch, aber zumindest ein paar griechische Phrasen kennen, die einem in unterschiedlichen Lagen helfen könnten. Der Rest der 101 Seiten vermittelt auf grandios amüsante Weise griechische Mentalitäten und Lebensarten. Gemäß dem Motto des ersten Kapitels: "Welcome to Greek! You haven't a chance".
Leider fast vergriffen.
Christina Fenchel liest: "Becks letzter Sommer" von Benedict Wells (Diogenes Verlag, ISBN-10 3257066767, Kosten: 10,90 Euro):
Robert Beck, gescheiterter Rockmusiker an einem Münchner Gymnasium und mitten in einer Lebenskrise, entdeckt das musikalische Talent Rauli. Der litauische Schüler spielt begnadet Gitarre und Beck sieht seine Chance gekommen, Manager eines aufstrebenden Sterns am Musikerhimmel zu werden. Daneben gibt es noch Lara, eine Kellnerin, die eigentlich gar nicht Becks Typ ist, mit der sich aber trotzdem vergnügt und Charlie, einen notorischen Hypochonder und Becks besten Freund. Das Ganze soll sich zu einem spannenden Roadmovie mausern, als Beck seiner Lara nach Italien folgt. Soweit bin ich allerdings noch nicht gekommen.
In den Buchläden bin ich lange um diesen Roman herumgeschlichen. In vielen Rezensionen wurde er angepriesen und gelobt. Als schließlich das Taschenbuch herauskam, habe ich zugegriffen. Wells ist der jüngste Autor bei Diogenes, von Kritikern wurde ihm grandiose Fähigkeiten bescheinigt: Florian Illies schreibt in der Zeit über das "essentielle Vibrieren" das Autors, Jan Söfjer von der Frankfurter Rundschau lobt Wells' "schmissige Dialoge". Nun, die Dialoge amüsieren mich tatsächlich, die Geschichte ist schön zu lesen und doch - das gewisse Etwas fehlt mir. Seit geraumer Zeit trage ich das Buch mit mir herum. Auf dem Weg zur Arbeit wollte ich im Bus lesen. Bisher hat es mich allerdings noch nicht gepackt. Aber vielleicht kommt das noch. Zu Ende lesen werde ich den Roman auf jeden Fall, vorher weglegen gilt nicht.
Daniel Glanz hat gelesen: Frank Goosen: Radio Heimat – Geschichten von zuhause, (Eichborn Verlag ISBN: 978 – 3 – 8218 – 6072 – 5, Kosten: 14, 95 Euro)
Das Ruhgebiet – Schmelztiegel der Kulturen, Heimat der Malocher, Landstrich, wo Fußball noch „gearbeitet“ wird und alle von polnischen Kohlearbeitern abstammen. Frank Gossen, (u.a. Weil Samstag ist, Liegen lernen) berichtet in seinem neuesten Werk „Radio Heimat – Geschichten von zuhause“ von diesem ganz eigenen Kosmos zwischen Schrebergarten, Fußballstadion und Partykeller, ganz tief im Westen. Ein schonungsloses Buch, das Klischees über den Ruhrpott augenzwinkernd bestätigt: „Ja, wir leben wirklich unter der Erde. Die Häuser sind nur Attrappen. (...) Unsere Kinder kommen mit der Grubenlampe an der Stirn zur Welt. Und wir haben natürlich alle noch einen alten Förderkorb in der Küche, da wird morgens die Familie hineingetrieben, dann geht es in einem Affentempo auf tausend Meter Tiefe, und dann wird zum Frühstück an der leckeren Kohle geschleckt!“. Und Goosen geht noch weiter...
„Das Ruhrgebiet hat viele Vorteile: Es gibt keinen FC Bayern, auf je hundert Einwohner kommen mindestens zwanzig Frittenschmieden...“ Goosen berichtet von Laberfürsten: „In unserer Gegend gibt es die Redewendung - Von nix ne Ahnung, aber immer große Fresse...“, von seiner Schwiegermutter aus Franken, die nicht aufhört das Ruhrgebiet als ständig ascheregnende Gegend anzusehen und wo die Farbe Grün den Kindern aus der Natur jedenfalls nicht bekannt ist. „Es dauerte drei Jahre, bis Schwiegermutter endlich darauf verzichtete, zu ihren Besuchen einen ganzen Kofferraum voller Lebensmittel mitzubringen. Hätte sie eine Uniform getragen und zusätzlich Kaugummi und Lucky Strikes verteilt, hätte ich das Gefühl gehabt, sie habe mich auch noch vom Faschismus befreit.“
Goosens Werk ist auch eine wild-romantische, keineswegs verklärte Werbung für einen Landstrich, für den die A40 Lebensader und Muse zugleich ist „Asphalt bist du nur und Teer, Dich zu lieben fällt mir schwer." Und Goosen lässt den gemeinen „Nicht-Ruhrpötter“ wissen, warum seine Tante Martha (gesprochen: Matta ohne „r“) sich ständig Sorgen machte, vor allem darüber man könne keine saubere Unterwäsche anhaben und warum er ihr dafür sehr dankbar ist. Stellen Sie sich einfach folgendes Szenario vor: „Man hat einen Autounfall, liegt blutüberströmt im Straßengraben, kann aber ganz locker bleiben, weil man kurz vor Fahrtantritt noch schnell die frische Unterwäsche angezogen hat. Und er Sanitäter ruft: „Lass den da hinten abnippeln! Der hier hat ganz tolle, saubere Unterwäsche an!“ Da wird man Tante Matta dann dankbar sein!“
„Radio Heimat – Geschichten von zuhause“, das ist urkomische, ehrliche Literatur aus dem Pott - zum Welttag des Buches sehr, sehr zu empfehlen – auch für „Nicht-Pötter“ geeignet.
Uwe Keuerleber liest "Drei Minuten mit der Wirklichkeit" von Wolfram Fleischauer, (Schneekluth Verlag, 2001, HC, ISBN 3-7951-1724-0, 411 Seiten, Kosten: 9,95 Euro)
Der Tango, "das ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann", so meinte einmal Enrique Santos Discépolo, neben dem Sänger Carlos Gardel wohl der berühmteste Tango-Poet Argentiniens.
Ich weiß nicht viel über den Tango, trotzdem kommt man von diesem Buch nur schwer von los. Fleischhauer beschreibt die Geschichte und Politik Argentiniens. Immer wieder werden mit „Hilfe des Tangos“ Bilder und Stimmungen erzeugt. Man taucht ab in eine fremd anmutende Welt die schwermütig und gleichzeitig hoffnungsvoll erscheint.
Was wie eine melodramatische Liebesgeschichte beginnt, wird bald zu einem spannenden Kriminalfall.
Kurz zum Inhalt::
Ballett ist Guiletta Battins Lebensinhalt und Berufung. Hartes Training und großer Konkurrenzkampf bestimmen ihren beruflichen Alltag. Mit großer Mühe erhält sie an der Berliner Staatsoper eine Hospitantenstelle. Ihr aktuelles Projekt ist dort eine Tango-Suite, eine Kombination aus Ballett und Tango. Da sie auf Ballett spezialisiert ist möchte sie für die Umsetzung dieser Tanzkombination recherchieren. Das Gefühl des Tangotanzes kennenlernen.
Ihre Freundin gibt ihr den Tip, daß eine argentinische Tangogruppe in Berlin gastiert. Guiletta macht sich auf den Weg und besucht die Gruppe während einer Probe. Als sie dort den Tangotänzer Damián Alsina erblickt, war es um sie geschehen. Beide verlieben sich Hals über Kopf ineinander und werden ein Paar. Eine wunderbare Zeit haben die beiden miteinander bis etwas völlig überstürzt und ohne ein Wort des Abschieds reist er nach Argentinien ab. Eine Antwort, eine Erklärung das ist das was Guiletta um alles auf der Welt braucht. Sie packt Ihre Sachen und reist nach Argentinien, um Damián zu suchen um Antworten auf ihre Fragen zu finden.
Sabine Schröppel hat gelesen: "Alles wegen Werner" von Bettina Haskamp (Marion von Schröder, ISBN 978-3-547-71152-3, Kosten: 12,90 Euro)
Ich habe das Buch „Alles wegen Werner“ gelesen, weil ich es geschenkt bekommen habe. Es geht um eine verlassene Ehefrau, die ihren Frust im Rotwein ertränken will. Sie merkt aber sehr schnell mit was für einem Idioten sie verheiratet war und findet letztendlich zu sich selber. Nettes Happy-End. War ganz nett zu lesen.
Der Roman erfüllt einmal nicht das Klischee der Frauen, die nach einer Trennung so richtig Gas geben und ein Erfolgserlebnis nach dem Anderen haben oder verpasste Dinge wieder nachholen. Clara trifft weder einen reichen Traummann, noch ergattert sie einen Super-Job oder liegen ihr die Männer zu Füßen. Sehr realistisch.
Josef Spegel liest: "Papa fertig, Mein Leben als Vater", Magdi Aboul-Kheir, (ISBN 3802537041, 12,95 Euro)
Aus aktuellem Anlass ein wirklich sehr abschreckendes aber schönes Buch :-) Sehr ironisch werden Alltagssituationen bei der Aufzucht unseres Nachwuchs beschrieben, Lustig, ironisch und real!
"Verblendung", Stieg Larsson, (ISBN 3453011813, 21,95 Euro)
Super spannendes Buch aus Schweden. Sehr glaubhaft geschrieben, sodass man ab der ersten Seite gefesselt ist und das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Steffen Wolff liest: Twitter
Ich lese Twitter-Meldungen. Nachrichten, Klatsch und Tratsch – alles in 140 Zeichen. Damit mehr Zeit für wichtige Dinge bleibt. Unbezahlbar. (PS: Das sind exakt 140 Zeichen)
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
23.04.2010
| Artikel twittern |
|
|
MEISTGELESENE ARTIKEL
Schlecker: Insolvenzverwalter als Hoffnungsträger
Ehingen/Ulm Für die etwa 32.000 Beschäftigten bei Schlecker ist er so etwas wie ein Hoffnungsträger: Arndt Geiwitz, vorläufiger Insolvenzverwalter. Er erteilt "Resteaufkäufern" eine Absage und spricht von "Schlecker 2.0".... mehr
Schiffsunglück: Krisenbewältigung à la Costa
Ulm Das tragische Schiffsunglück der "Costa Concordia" zieht Kreise. Die Kreuzfahrt-Gesellschaft wendet sich an Kunden - mit komischen Sätzen.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte heute Abend in der Markt- und Schlossstraße.... mehr
Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell
Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

ZURÜCK


