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Sieg von Ratiopharm Ulm über Braunschweig: Wieder über 100 Punkte

Die Basketballer von Ratiopharm Ulm haben das Heimspiel gegen die Phantoms Braunschweig 104:77 gewonnen. Till-Joscha Jönke brachte den Vizemeister über die magische Grenze von 100 Punkten.

THOMAS GOTTHARDT |

Unter 100 geht es nicht mehr – es gibt durchaus Schlimmeres in Deutschlands Basketball-Arenen. Die Ulmer Bundesliga-Korbjäger haben nach dem Kantersieg am vergangenen Mittwoch gegen die Giessen 46ers (100:46) am Samstagabend auch die Phantoms Braunschweig mit einer deutlichen Niederlage nach Hause geschickt. Ein 104:77 (47:38) leuchtete nach 40 Minuten auf der Anzeigetafel in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften Ratiopharm-Arena. Für das Rennen um das Heimrecht in den Play-offs war der Erfolg ein weiterer wichtiger Schritt vor allem angesichts des Programms in der kommenden Woche (in Bamberg am Mittwoch, gegen die Artland Dragons am Sonntag).

Dabei sah es bis vier, fünf Minuten vor der Schlusssirene nicht so aus, als würde aus dem bis dahin durchaus guten Spiel der Ulmer noch eine so klare Angelegenheit werden. In der 35. Minute verkürzte der Braunschweiger Courtney Pigram den Rückstand um zwei Punkte auf 74:84. Dann passierte das, was im Sport nicht so ganz ungewöhnlich ist. Die zurückliegende Mannschaft, die sich zudem noch im Abstiegskampf befindet, öffnet sich, nimmt (im Basketball) schwierige Würfe, erhöht insgesamt das Risiko im Spiel.

Das führende Team bedankt sich artig und nimmt die Einladungen zu Schnellangriffen dankbar an. Und so schepperte es in der restliche Spielzeit unentwegt im Braunschweiger Korb. Bei den Niedersachsen lief nicht mehr viel zusammen, Würfe fielen nicht durch den Ring, Rebounds gingen verloren. „So eine Klatsche am Ende“, jammerte Nils Mittmann, der Phantoms-Kapitän und Ex-Ulmer Profi. Einsetzende Müdigkeit sei nicht der Grund für den Einbruch gewesen, behauptete der Flügelspieler.

Wie schon gegen Gießen war es dann erneut ein Doppellizenzspieler, der den 100. Punkt gegen Braunschweig erzielte. Diesesmal blieb es Till-Joscha Jönke vorbehalten, die magische Grenzen zu knacken. Am Mittwoch gegen die Hessen war es Kay Gausa gewesen, der zum dreistelligen Endergebnis getroffen hatte. Beide waren gestern auch für die Weißenhorner im Einsatz, die ihr Play-off-Viertelfinale gegen Rist Wedel in der Verlängerung verloren haben (1:1 in der Serie).

Bis zu jener 35. Minuten war es eine Partie, in der es die Braunschweiger immer wieder schafften, einen Lauf der Ulmer zu kontern. Die Gastgeber hatten zwar immer die Kontrolle über das Geschehen, konnten sich aber nicht entscheidend absetzen oder ließen sich wieder einfangen. Zum ersten Run setzten die Ulmer nach fünf Minuten an (von 10:13 auf 20:13), der die erste richtige Führung brachte. Die gaben die Ulmer bis zum Ende auch nicht mehr aus der Hand.

Was letztendlich erneut den Ausschlag gab, war die Ausgeglichenheit beim Vizemeister. Das betrifft einmal die Einsatzminuten. Selbst Myles Hesson kam in seinem dritten Bundesliga-Spiel auf 17 Minuten. Der Engländer spielte für Keaton Nankivil, der sich nach dem gestrigen Vormittagstraining bei Trainer Thorsten Leibenath, der heute 38 Jahre alt wird, wegen starker Schmerzen in der Schulter abmelden musste. Darüber hinaus erzielten fünf Spieler zweistellige Punkte. Und nahezu jeder Ulmer hatte eine Phase, in der er seinem Team mit wichtigen Aktionen helfen konnte. Eine Zermürbungstaktik, die ab der 35. Minuten schlagartig Wirkung zeigte und einen fassungslosen Gegner zurückließ.

Die Basketballer von Ratiopharm Ulm haben das Heimspiel gegen die Phantoms Braunschweig 104:77 gewonnen. Till-Joscha Jönke brachte den Vizemeister über die magische Grenze von 100 Punkten.

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