Wo kracht es in Ulm und Neu-Ulm am häufigsten?

Ulm/Neu-Ulm.  Wo knallt es in Ulm und Neu-Ulm am häufigsten? swp.de hat die Unfallstatistiken der beiden Städte ausgewertet und die Top 10 erstellt. Außerdem erklären die zuständigen Verkehrsreferenten der Polizeidirektion Ulm und Neu-Ulm warum sich die Unfälle dort häufen und was unternommen wird um die Situation zu entschärfen.

Das Büro des Verkehrsreferenten der Ulmer Polizei ist bis unter die Decke gefüllt mit Aktenmappen und Leitz-Ordnern. Kein Wunder: Gerhard Dangel ist seit über 20 Jahren in diesem Job und jedes Jahr kommen allein ein bis zwei Aktenordner dazu, die nur mit Unfällen gefüllt sind.

Er kennt also die neuralgischen Punkte in Ulm, die Orte an denen es immer wieder kracht. Und er weiß auch, was zu tun ist, um solche gefährlichen Orte zu entschärfen. Einmal die Woche trifft er sich mit seinem Kollegen Dieter Bopp,  Leiter der Abteilung Verkehr/ Bußgeld der Bürgerdienste Ulm. Ihre Aufgabe: Herausfinden, warum sich die Unfälle dort häufen und was dagegen unternommen werden kann.

Was in der Unfallstatistik landet

Außdem führen die beiden Verkehrsspezialisten eine Liste, die zeigt, bei welchen Fahrmanövern die Unfälle passiert sind, ob Menschen zu Schaden gekommen sind und wie hoch der entstandene Sachschaden ist. Auf der anderen Seite der Donau kümmert sich Ulrich Polzmacher um die Unfallstatistik. Für beide Städte gilt: In der Statistik landet nur, was laut Dangel kein "Bagatellunfall" ist. Bagatellunfälle sind solche, die mit einem Bußgeld bis 35 Euro (so genannte "Verwarnung") geahndet werden und für die es keine Punkte in Flensburg gibt. Klassische Beispiele sind Auffahrunfälle und Fahrstreifenwechsel. Folglich landen in der Statistik alle Unfälle, die laut Bußgeldkatalog der Straßenverkehrsordnung die 35 Euro-Grenze überschreiten (zum Beispiel "Vorfahrt missachtet" oder  "rote Ampel missachtet").

Unfallstellen entschärfen

Um die gefährlichen Punkte zu entschärfen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dabei gilt: "Wir versuchen nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen zu schießen", wie Dieter Bopp sagt. Soll heißen: Wenn möglich, wird versucht, mit kleinen Maßnahmen das gewünschte Ziel zu erreichen. Teure Maßnahmen, wie etwa eine Ampel, werden erst eingesetzt, wenn andere Maßnahmen keine Wirkung zeigen.

"Nicht immer auf sein Recht beharren"

Insgesamt rät Polizist Gerhard Dangel zu "mehr Partnerschaftlichkeit im Straßenverkehr". "Man sollte nicht immer auf sein Recht beharren", sagt er. Und Kollege Dieter Bopp pflichtet bei: "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. So steht es in § 1 der Straßenverkehrsordnung."



Unfallbrennpunkte in Ulm und Neu-Ulm auf einer größeren Karte anzeigen

Kommentare (1)

03.09.2010 07:58 Uhr |   EHa_Ulm

zu Platz 1: Blaubeuerer Ring

Die Unfallhäufigkeit ist selbst mir als Radfahrer, der täglich die Stelle auf dem Radweg passiert, aufgefallen. Ich hatte auch schon ein Problem an der Stelle (ohne Unfall). Hatte versucht, ohne Anzuhalten durchzufahren. Der von links kommende Verkehrt wird aber aufgrund des spitzen Winkels unterschätzt. Wie wärs mit Stopschild auf der rechtesten Spur?

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Autor: Manuel Bogner | 30.08.2010

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