Wise Guys geben zwei ausverkaufte Konzerte im Congress Centrum
An zwei ausverkauften Abenden präsentierten die Wise Guys ein "Wunschprogramm", Songs aus der langen Karriere der A-cappella-Truppe und Titel aus dem neuen Album "Zwei Welten".
Autor: WALTER NOTZ |Eigentlich war es so wie immer: Keine großen Plakate, keine Riesenanzeigen und trotzdem sind zwei Konzerte schon lange komplett ausverkauft. Das zeugt von absolut treuen Fans, so etwas schaffen die Wise Guys mühelos, und wenn die Jungs auf der Bühne nachfragen, wer zum ersten Mal bei ihrem Konzert dabei sei, meldet sich eine kleine Minderheit. Doch auch diese sind schnell vom Wise-Guys-Fieber angesteckt. Die ersten Fans stehen schon, kaum dass die Gruppe die Bühne betreten hat, spätestens beim dritten Lied steht der ganze Saal.
Soviel Begeisterung steckt sichtlich und hörbar auch die Wise Guys selbst an. Präsentieren sie doch auf der diesjährigen Tour Lieder, die ihre Fans per Abstimmung ausgesucht hatten. Dazu erste Songs aus dem neuen Album "Zwei Welten", welches demnächst erscheint. Die neuen Songs wie das Spottlied auf die "Deutsche Bahn" und besonders die erste Single "Lauter" kamen bestens an, passten zu Klassikern wie dem lautstark bejubelten "Tekkno" oder einfühlsamen Balladen wie die Coverversion von "Mad World".
Damit es bei diesem Wunschkonzert noch eine Spur basisdemokratischer wird, darf während des Konzertes mit Hilfe zweier LED-Panels durch lautes Jubeln und Klatschen zwischen zwei Songs kurzfristig abgestimmt werden, etwa für die abstruse Story von "Buddy Biber", amüsiert man sich über die "Mittsommernacht bei Ikea", wird Michael Jacksons Thriller-Choreografie mit viel Elan bei "Schiller" getanzt. Ganz schön beweglich zeigen sich die Wise Guys immer noch, jammern höchstens musikalisch inzwischen in den Vierzigern angekommen zu sein. Und keine Band schafft es in einem einzigen Lied diese Anzahl von Product Placement unterzubekommen, wie die Kölner bei "Aber sonst bin ich gesund". Wenn dann noch Shakespeare auf deutschen Hip-Hop à la Bushido trifft, bekommt "Hamlet" einen völlig neuen Ansatz, den so mancher junger Zuschauer im Unterricht erleben möchte. Apropos junge Fans, so mancher der die Wise Guys schon seit ihren Anfängen Mitte der neunziger Jahre kennt, kommt inzwischen mit kompletter Familie, und die Kids sind ebenfalls schon vom Wise-Guys-Fieber angesteckt. Schon erstaunlich, verzichtet die Band doch auf technischen Schnickschnack wie große Videowände, übertriebene Lightshow, musikalisch jagen sie auch nicht jedem neuen Trend hinterher.
Ein wenig Wehmut kam spätesten beim Titel "Seemann" auf, gesungen von Ference Husta, der Bassstimme der Wise Guys. Er verlässt die Band Ende 2012, und die übrigen vier sind bereits auf der Suche nach Ersatz. Bewerben kann man sich auf der Website der Gruppe. In zwei Jahren kommen die Wise Guys das nächste Mal nach Ulm. Sich rechtzeitig Tickets zu besorgen, gilt dann sicher immer noch. Man muss kein eingeschworener Anhänger der Wise Guys sein, trotzdem sollte man sich ein Konzert gönnen, es tut einfach gut.






