Markt im Winter: Zwiebelprinzip gegen Kälte
Ulm. Die Händler auf dem Ulmer Wochenmarkt müssen sich selbst und ihre Waren vor den eisigen Temperaturen schützen. Sie schwören auf viele textile Lagen, Heizstrahler, Zeitung und warme Gedanken.
„Sechs bis acht Schichten habe ich an, wie eine Zwiebel. Wichtig sind gute Schuhe. Dazu gibt es warmen Tee – und mehr geht nicht, den Rest muss man aushalten“, sagt Renate Unseld. Um sechs Uhr in der Früh haben sie und ihr Team von der Kornmühle-Bäckerei gestern den Stand am Wochenmarkt aufgebaut. „Wir waren später dran als sonst, weil das Auto wegen der Kälte nicht angesprungen ist.“ Der Marktstand ist keiner von denen, die rundherum zu sind. Es gibt zwar einen kleinen Ofen, der an einer Ecke etwas Wärme in die eisige Luft verströmt, aber die dick eingemummten Verkäuferinnen stehen kaum davor. „Der Wechsel von warm zu kalt stresst eher, als dass er gut tut“, ist die Erfahrung von Renate Unseld. „Wir machen es lieber so, dass jeder in seiner Pause ins Warme geht, in den Laden oder ein Café. Was auch hilft, um die Kälte zu ertragen, ist gute Laune“, sagt sie und lächelt den Kunden an, der gerade ein Brot haben will und keine Mütze trägt. „Die habe ich nur im Sommer – wegen dem Sonnenbrand“, grinst der Mann zurück.
Karl Ley hingegen schwört auf seine dicke Fellmütze. Der 81-jährige Imker aus Ichenhausen trägt außerdem Angora-Unterwäsche und steht auf einem Pappkarton. „Ja, es ist kalt – aber ich habe es schon kälter erlebt“, sagt er, der auf immerhin 60 Jahre Ulmer Markt zurückblicken kann. Dem Honig machen die eisigen Temperaturen nichts: „Den kann man auch tieffrieren.“ Die empfindlichsten Körperteile sind Leys Hände: „Ich habe die Handschuhe immer griffbereit, aber zum Kassieren muss ich sie ausziehen.“
„Man muss einfach viel und schnell arbeiten, dann wird einem warm“, sagt Carolin Zeller vom Bio-Marktstand aus Bibertal. An ihrem Stand ist es gefühlt mollig warm: Das Thermometer zeigt vier Grad plus. Dafür sorgen die Planen rundherum und drei Gas-Heiz-Kanonen. Die meisten Obst-, Salat- oder Gemüsesorten – „eigentlich alles außer Kohlarten und Sauerkraut“ – mögen keinen Frost. „Die werden nach zwei Tagen glasig oder schimmelig. Am schlimmsten sind aber Bananen, die kriegen sofort braune Flecken. Darum wickeln wir sie heute für die Kunden in Zeitungspapier.“ Das Zeller-Team hat alle Hände voll zu tun, denn viele andere Händler sind gar nicht erst zum Markt gekommen. Es klaffen große Lücken zwischen den wenigen Ständen auf dem Münsterplatz.
Die Kunden sind ebenso dick eingemummelt wie die Verkäufer. Zwei fallen auf: Sie tragen Mützen aus Fuchsfell, an denen Gesicht und Schwanz der Tiere deutlich erkennbar sind. Werner Seidel ist Jäger und hat die Tiere selbst geschossen. „Die sind mollig warm“, schwärmt er. Derzeit gibt es Nachschub: „Füchse haben gerade Paarungszeit.“ Deshalb geht er abends immer auf die Jagd.
Karl Ley hingegen schwört auf seine dicke Fellmütze. Der 81-jährige Imker aus Ichenhausen trägt außerdem Angora-Unterwäsche und steht auf einem Pappkarton. „Ja, es ist kalt – aber ich habe es schon kälter erlebt“, sagt er, der auf immerhin 60 Jahre Ulmer Markt zurückblicken kann. Dem Honig machen die eisigen Temperaturen nichts: „Den kann man auch tieffrieren.“ Die empfindlichsten Körperteile sind Leys Hände: „Ich habe die Handschuhe immer griffbereit, aber zum Kassieren muss ich sie ausziehen.“
„Man muss einfach viel und schnell arbeiten, dann wird einem warm“, sagt Carolin Zeller vom Bio-Marktstand aus Bibertal. An ihrem Stand ist es gefühlt mollig warm: Das Thermometer zeigt vier Grad plus. Dafür sorgen die Planen rundherum und drei Gas-Heiz-Kanonen. Die meisten Obst-, Salat- oder Gemüsesorten – „eigentlich alles außer Kohlarten und Sauerkraut“ – mögen keinen Frost. „Die werden nach zwei Tagen glasig oder schimmelig. Am schlimmsten sind aber Bananen, die kriegen sofort braune Flecken. Darum wickeln wir sie heute für die Kunden in Zeitungspapier.“ Das Zeller-Team hat alle Hände voll zu tun, denn viele andere Händler sind gar nicht erst zum Markt gekommen. Es klaffen große Lücken zwischen den wenigen Ständen auf dem Münsterplatz.
Die Kunden sind ebenso dick eingemummelt wie die Verkäufer. Zwei fallen auf: Sie tragen Mützen aus Fuchsfell, an denen Gesicht und Schwanz der Tiere deutlich erkennbar sind. Werner Seidel ist Jäger und hat die Tiere selbst geschossen. „Die sind mollig warm“, schwärmt er. Derzeit gibt es Nachschub: „Füchse haben gerade Paarungszeit.“ Deshalb geht er abends immer auf die Jagd.
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Autor: VERENA SCHÜHLY | 05.02.2012
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Gut eingepackt: So lässt sich auch die Kälte auf dem Ulmer Wochenmarkt gut ertragen.
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